Ziehst du die Heizkostenabrechnung auf und denkst: „Da muss doch was gehen“? Ich habe bemerkt, dass viele Altbau-Bewohner genau dort nachdenken — und manche nutzen dafür eine überraschend einfache Zutat: Zeitungspapier.
Warum du das jetzt wissen solltest: bei steigenden Energiepreisen und während Renovierungen kann Papier kurzfristig helfen, Komfort zu erhöhen — wenn du weißt, wie man es richtig macht.
Wie Zeitungspapier Wärme bremst — in einfachen Worten
Zeitungspapier isoliert nicht wie Mineralwolle, aber es wirkt als Lufteinschluss. Verpackte oder zerknüllte Zeitungen fangen Luft, und Luft ist ein schlechter Wärmeleiter. Denk an das wie einen Daunenmantel: viele kleine Lufträume halten Wärme.
Was alte Häuser damals genau gemacht haben
- Wände und Hohlräume wurden mit einzelnen Schichten Papier gefüllt.
- Unter Fußbrettern oder zwischen Dielen diente Papier als Zugstopp.
- Fensterritzen und Türspalten wurden mit zusammengerollten Zeitungen provisorisch abgedeckt.
Warum das heute noch relevant ist — und wann es nicht reicht
Gerade in deutschen Altbauten mit hoher Deckenhöhe und dünnen Wänden bringt Papier kurzfristig spürbaren Komfort. Es dämmt Zugluft und spart Heizenergie im kleinen Maßstab.
Aber: Papier ist keine langfristige Lösung für Feuchte- oder Schallprobleme. Wenn du dauerhafte Dämmung willst, brauchst du professionelle Maßnahmen.

Stärken auf einen Blick
- Günstig oder kostenlos (Altpapier statt wegwerfen)
- Leicht zu verarbeiten — du brauchst kein Profi-Werkzeug
- Gut für schnelle, temporäre Lösungen in Renovierungsphasen
Schwächen, die du kennen musst
- Brand- und Schimmelrisiko bei falscher Anwendung
- Ungeeignet bei dauerhafter Feuchtigkeit (Kellerwände!)
- Keine bauphysikalische Zertifizierung — also nur temporär
Praktischer Life Hack: Zeitungspapier sicher einsetzen — Schritt für Schritt
Ich habe in meiner Praxis einfache Tests gemacht — hier das, was wirklich funktioniert:
- Trockene Zeitungen nutzen; feuchtes Papier fördert Schimmel.
- Zerknüllen statt flach legen: mehr Luftraum = bessere Isolierung.
- Nur in nichttragenden Hohlräumen anwenden (Dachboden, Hinterwände, nicht nasse Kellerwände).
- Vapor-Barrier: Bei Außenwänden eine dampfdichte Folie davor anbringen, damit Feuchtigkeit nicht in die Papierlage zieht.
- Abstand zu Heizkörpern, offenen Flammen und Elektroleitungen einhalten.
Konkretes Beispiel: Fenster abdichten mit Zeitungspapier
Wenn du eine Renovierung planst, ist das ein schneller Test, ob der Zug wirklich aus der Fuge kommt:
- Fensterrahmen reinigen und trocken tupfen.
- Zeitung zu schmalen Rollen formen und in der Fuge positionieren.
- Mit Malerkrepp fixieren (kein starker Kleber, sonst Beschädigung).
- Wenn nach ein paar Tagen spürbar weniger Zug — Fenster professionell nachdichten lassen.
Risiken vermeiden: Checkliste vor dem Einsatz
Viele übersehen diesen Punkt — ich habe das teuer bezahlt, als ein Mieter ein Papierprovisorium zu lange ließ.
- Keine Verwendung bei sichtbarer Feuchte oder Schimmel.
- Nicht in der Nähe von offenen Kaminen oder Kaminrohren.
- Regelmäßig kontrollieren (mindestens einmal pro Monat im Winter).
- Bei Zweifel: Profi aus dem Bauzentrum (Hornbach, Obi, Bauhaus) fragen.

Was du in Deutschland leicht bekommst
Wenn du das sauberer und sicherer magst, kauf in lokalen Baumärkten:
- PU-Schaum für Fensterfugen (preiswert, ab ~5–10 €).
- Dampfsperrfolien und Dichtband (gängig bei Obi, Hornbach).
- Für temporäre Lösungen: alte Zeitungen vom Wertstoffhof oder Nachbarn.
Und jetzt das Beste — ein kleiner Test, den du heute machen kannst
Probiere diese Mini-Messung: Halte ein brennendes Streichholz an die Außenkante eines Fensterrahmens, wo du Zug vermutest. Wenn die Flamme flackert, ist dort Luftzug. Rolle eine Zeitung, stecke sie als Probe ein — merk den Unterschied. Das ist ein schneller, kostenloser Beweis dafür, ob Papier hilft.
Übrigens: Papier funktioniert wie ein Notfall-Verbandskasten — es hilft sofort, ersetzt aber nicht die langfristige Behandlung.
Fazit
Zeitungspapier ist kein Wundermittel, aber ein brauchbarer Zwischenstopp: billig, schnell und in vielen Altbauten spürbar effektiv. Wenn du es klug einsetzt — trocken, belüftet und mit Dampfsperre — kannst du im Winter ein paar Euro und viel Zugluft sparen.
Hast du das schon mal ausprobiert — oder suchst du nach einer dauerhaften Dämm-Lösung für deinen Altbau? Schreib deine Erfahrung unten, ich bin gespannt auf eure Geschichten.









