Ein frischer Kratzer im Parkett fühlt sich an wie ein persönlicher Affront — gerade dann, wenn Gäste kommen. Ich bemerkte das selbst nach einem Umzug in eine Altbauwohnung in Berlin: eine kleine Macke, die ständig ins Auge fiel. Lies weiter, wenn Du das jetzt schnell und sicher probieren willst — denn nicht jede Zahnpasta hilft und nicht jedes Parkett verträgt das.
Warum dieser Trick so populär ist — und warum viele ihn falsch anwenden
Viele haben das Video gesehen: Zahnpasta drauf, weg ist der Kratzer. In meiner Praxis als Heimwerker habe ich aber oft gesehen, dass genau hier Fehler passieren.
- Viele nutzen Whitening- oder abrasive Pasten — die können die Oberfläche weiter aufrauen.
- Manche reiben zu fest, das polierte Finish geht verloren.
- Das größte Risiko: Rohes oder geöltes Parkett leidet stärker als lackiertes.
Wann Zahnpasta wirklich hilft — die klare Regel
Der Trick funktioniert nur bei sehr oberflächlichen Kratzern auf lackiertem Parkett. Bei tieferen Rillen, bei naturollem Öl-Finish oder bei aufgeplatzen Lackschichten darfst Du nicht einfach herumprobieren.
Wie Du vorher prüfst
- Fahre mit dem Fingernagel über den Kratzer: bleibt er hängen — das ist ein tiefer Kratzer.
- Steht das Parkett matt da? Dann ist oft die Schutzschicht weg.
- Hast Du geöltes Parkett? Meist erkennt man das am warmen, naturmatten Glanz.

So machst Du es richtig — Schritt-für-Schritt (funktioniert in 5–10 Minuten)
Ich habe das mehrfach getestet — in Frankfurt, München und bei Freunden in Köln. So klappt es zuverlässig:
- Besorge weiße Zahnpasta ohne Gel und ohne starke Schleifkörper (ein Standardtube aus dm oder Rossmann reicht).
- Wische den Bereich sauber und trocken — kein Staub, kein Fett.
- Trage eine kleine Menge Zahnpasta auf ein weiches Baumwolltuch.
- Reibe sanft in Richtung der Holzmaserung, nicht kreuz und quer, 20–30 Sekunden.
- Wische die Reste mit einem leicht feuchten Tuch ab und trockne sofort.
- Poliere mit einem trockenen Tuch nach; bei Bedarf wenig Parkettpflegeöl (z. B. Osmo oder Produkte aus Hornbach/Obi) auftragen, um den Glanz anzupassen.
Wichtig: Teste zuerst an einer unauffälligen Stelle — hinter einem Schrank oder unter einem Tisch.
Alternativen aus dem Baumarkt und Drogeriemarkt
Wenn die Zahnpasta nicht hilft, sind diese Lösungen in Deutschland leicht zu bekommen:
- Möbelstifte in Holzfarbe (Hornbach, Obi) — gut für kleine, farbige Ausbesserungen.
- Parkettpflegemittel oder Hartwachs (Osmo, Bona) — für den finalen Schutz.
- Feines Polierpad oder leichtes Schleifpapier (bei tiefen Kratzern nur, wenn Du Erfahrung hast).

Meine Fehler, die Du vermeiden solltest
Ich habe einmal auf geöltem Eichenparkett mit Zahnpasta gearbeitet — das Ergebnis war schlimmer: die Stelle wurde heller und zog Blicke an. Seitdem befolge ich diese eiserne Regel:
- Nie Zahnpasta auf geöltes oder gealtertes Massivholz.
- Keine Whitening-Formeln oder Pasten mit Schleifkörnchen.
- Bei Unsicherheit lieber einen Schreiner oder Parkettspezialisten aus Deiner Stadt fragen — das spart oft Geld.
By the way — ein Profi-Trick, den Schreiner manchmal nutzen
In meiner Erfahrung tragen Schreiner bei feinen Macken oft zuerst eine milde Politur auf, dann bei Bedarf farblich passende Wachsstifte. Das ist mehr Aufwand als Zahnpasta, aber das Ergebnis bleibt länger.
Kurze Checkliste, bevor Du loslegst
- Ist Dein Parkett lackiert? → Nur dann Zahnpasta probieren.
- Ist der Kratzer nur oberflächlich? → Fingernagel-Test.
- Hast Du weiße, nicht abrasive Zahnpasta? → Ja → testen.
- Hast Du ein Tuch und etwas Pflegeöl parat? → Perfekt.
Zum Schluss: Kleine Macken gehören zum Leben, aber viele sind schnell kaschiert — manchmal mit einer Tube Zahnpasta aus dem Drogeriemarkt um die Ecke. Ich bin überrascht, wie oft das reicht.
Wie gehst Du mit Kratzern im Parkett um? Hast Du den Zahnpasta-Trick schon getestet — und wenn ja, mit welchem Ergebnis?









