Ein frischer Kratzer im Parkett fühlt sich immer an wie ein kleiner Sturzflug: kurz geschockt, dann Panik wegen teurer Reparaturen. Ich bemerkte, dass viele zuerst zur Zahnpastatube greifen – funktioniert das wirklich?
Wenn Du heute Besuch erwartest oder keine Zeit für den Handwerker hast: Lies weiter. Ich erkläre, wann Zahnpasta hilft, wann sie schadet und welcher einfache Profi-Trick oft besser ist.
Warum Zahnpasta manchmal funktioniert – und oft nicht
Zahnpasta kann leichte, oberflächliche Kratzer optisch mildern, aber nur auf lackierten Oberflächen. In meiner Praxis zeigte sich: bei geöltem oder massivem Parkett macht Zahnpasta mehr kaputt als gut.
- Funktioniert bei: dünne Kratzer in glänzender Lackschicht, die nicht bis ins Holz reichen.
- Nicht geeignet bei: tiefen Kratzern, geöltem oder unbehandeltem Holz, strukturierten Oberflächen.
- Risiko: abrasive Pasten oder starkes Reiben entfernen die Lackschicht.
Der handwerkliche Grundsatz
Viele übersehen: Parkett ist wie Haut — die Oberfläche schützt das Material darunter. Wenn Du diese Schutzschicht abschleifst, ist der Schaden größer als der Kratzer selbst.

Der echte Profi-Trick, den Handwerker benutzen
Handwerker greifen selten zur Zahnpasta. Stattdessen nutze ich im Alltag einen einfachen, schnellen Mix aus Haushaltssachen, den Du in Deutschland sofort bekommst (z. B. bei DM, Rossmann, Obi oder Hornbach).
- Materialien (Kosten: meist unter 5 €): weiches Tuch, weiße Zahnpasta (nicht gel), Olivenöl oder Möbelpolitur, evtl. braune Walnuss oder farblich passender Möbelstift.
- Warum Walnuss? Sie färbt leicht und füllt kleine Risse – wie eine Mini-Retusche für Holz.
Schritt-für-Schritt: Schnellreparatur für kleine Kratzer
- Test zuerst: probiere alles an einer unauffälligen Stelle (z. B. unter dem Schrank).
- Reinige die Stelle mit einem feuchten, weichen Tuch und lass sie trocknen.
- Wenn die Kratzspur sehr oberflächlich ist: nimm eine erbsengroße Menge weiße Zahnpasta auf ein weiches Tuch und reibe mit sanftem Druck in Richtung der Maserung.
- Wische sofort mit einem leicht feuchten Tuch nach, dann trocken reiben.
- Trägt der Zahnputz nichts bei oder wirkt matt: gib ein paar Tropfen Olivenöl oder Möbelpolitur auf ein Tuch und poliere die Stelle – das bringt Glanz zurück.
- Für leichte Farbanpassung: reibe eine aufgeschnittene Walnuss über den Kratzer oder nutze einen farblich passenden Möbelstift aus dem Baumarkt.
Ich habe diese Kombination oft vor Einsatz eines Handwerkers ausprobiert — sie spart Zeit und 20–50 € für kleine Schäden. In Deutschland ist das besonders praktisch, wenn das Wetter nasskalt ist und Handwerker Termine erst in Wochen haben.
Wann Du lieber einen Profi rufen solltest
- Der Kratzer ist tiefer als die Lackschicht oder Du siehst helles Holz darunter.
- Das Parkett ist geölt oder geölt-gewachst — Heimmittel können das Finish dauerhaft schädigen.
- Du hast ein teures, historisches Parkett: hier ist professionelle Farb- und Lackanpassung nötig.
Kurz gesagt: Für kleine, oberflächliche Schrammen ist die schnelle Kombination aus weißer Zahnpasta, Politur und Walnuss oft die günstigste Lösung. Für alles andere gilt: ruhiger Zinsschritt, Profi buchen.

Praktische Extras, die echte Handwerker nutzen
- Beeswax-Sticks oder Möbelstifte für Farbanpassung (erhältlich bei Bauhaus, Obi).
- Leichte Sprühpolitur für sofortigen Glanz nach der Reparatur.
- Einen kleinen Reparaturset im Flur bereithalten – kostet kaum mehr als ein Kaffee (€2–10) und spart Nerven.
By the way: In alten Mietwohnungen in Berlin oder München kannst Du mit so einem Mini-Set Ärger bei der Abnahme vermeiden.
Fazit
Ich habe gelernt: Zahnpasta hilft manchmal, doch der bessere Handwerker-Trick ist eine Kombination aus Sanftheit, Öl/Politur und gelegentlich einer Walnuss oder Möbelstift. Testen, nicht reiben, und bei Unsicherheit den Profi holen.
Welche spontane Parkett-Reparatur hat bei Dir überraschend gut funktioniert? Teile Deinen Trick — andere Leser werden es lieben.









