Kratzer im Laminat sind ein kleiner Albtraum: Du stolperst morgens drüber, der Kaffee fällt fast vom Tisch — und dort ist dieser fiese weiße Strich. Viele greifen reflexartig zur Zahnpasta. Aber funktioniert das wirklich — oder macht man alles nur schlimmer?
Ich habe es ausprobiert, recherchiert und mit Leuten aus dem Handwerk gesprochen. Lies weiter, wenn du Kratzer kaschieren willst, ohne dem Laminat langfristig zu schaden — gerade jetzt, wenn bei uns in Deutschland die Heizung läuft und Böden empfindlicher reagieren.
Warum Zahnpasta manchmal funktioniert — und wann sie schadet
Zahnpasta enthält feine Schleifpartikel. Kurzfristig poliert das die Kante eines oberflächlichen Kratzers, sodass er weniger auffällt. Das klingt verlockend — aber es gibt eine Hake.
- Herstellerwarnung: Viele Laminat- und Möbelhersteller raten von abrasiven Mitteln ab, weil die Dekor- und Schutzschicht (Melamin) dünn ist.
- Bei tiefen Kratzern entfernst du mit Zahnpasta oft die Schutzschicht, sodass Feuchtigkeit später eindringen kann.
- Gel-Zahnpasta oder Whitening-Varianten können Pigmente enthalten, die Flecken hinterlassen.
Kurz gesagt: Bei oberflächlichen, feinen Kratzern kann Zahnpasta helfen. Bei allem anderen riskierst du bleibende Schäden.
Sinnvoller Vergleich
Stell dir Laminat wie einen glänzenden Autolack vor: Kleine Kratzer lassen sich manchmal mit Politur kaschieren — aber bei tiefen Kratzern brauchst du Spachtel, Lack oder eine neue Platte. Zahnpasta ist eher Make-up als Chirurgie.

Was Möbelhersteller dir nicht direkt sagen
- Sie empfehlen oft Reparatursets statt Haushaltsmittel — weil diese farblich und chemisch abgestimmt sind.
- Viele Hersteller haben tolerierte Toleranzwerte für Gebrauchsspuren; kleine Kratzer sind normal und kein Reklamationsgrund.
- Bei Hochglanz-Laminat sind Kratzer schwerer zu kaschieren als bei strukturierten Oberflächen.
In meiner Recherche zeigte sich: der billigste Trick ist nicht immer der beste. Aber manchmal reicht ein simpler Hausmittel-Test, solange du vorsichtig bist.
Sofort-Hack: So benutzt du Zahnpasta richtig (wenn du es trotzdem probieren willst)
Bevor du wild loslegst — teste immer an einer unsichtbaren Stelle (z. B. hinter dem Schrankrand). Hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung, die ich in der Praxis für sicher halte:
- Materialien: weiße, nicht-Whitening Zahnpasta (keine Gelpaste), weiches Mikrofasertuch, Wattestäbchen, ein Glas Wasser.
- 1. Reinigen: Staub und Schmutz mit trockenem Tuch entfernen.
- 2. Testen: Eine sehr kleine Menge Zahnpasta an unauffälliger Stelle auftragen und 30 Sekunden einreiben.
- 3. Reiben: Mit kreisenden, sehr leichten Bewegungen und einem Wattestäbchen arbeiten — nicht schrubben.
- 4. Abwischen: Mit leicht feuchtem Tuch entfernen und trocknen lassen.
- 5. Versiegeln: Falls der Kratzer sichtbar gemildert ist, mit Möbelpolitur oder einem sehr dünnen Klarlack streifenfrei versiegeln.
Wenn nach dem Test die Oberfläche matt oder rau wird — sofort stoppen. Das ist ein Zeichen, dass die Schutzschicht beschädigt wurde.

Lokale Einkaufstipps für Deutschland
- Zahnpasta: dm, Rossmann, Edeka — ca. 0,80–3,00 €.
- Möbelstifte (Möbelrestaurations-Stifte): OBI, Hornbach, Bauhaus — 3–8 €.
- Laminat-Reparaturpaste & Sets: Baumarkt oder Amazon.de — 5–20 €.
- Klarlack/Versiegelung: kleine Dosen in Baumärkten, ab ~4 €.
Langfristige Lösungen, die Möbelhersteller empfehlen
Wenn du Kratzer nachhaltig reparieren willst, sind das die üblichen Profi-Schritte:
- Farblich passende Möbelstifte für kleine Kratzer.
- Reparaturpaste oder -wachs für etwas tiefere Rillen.
- Bei großflächigen Beschädigungen: einzelne Laminatdielen austauschen.
Das ist teurer als Zahnpasta, aber stabiler. In vielen deutschen Mietwohnungen zahlt sich das aus — gerade wenn du später die Kaution zurückhaben möchtest.
Mein Fazit — kurz und praktisch
Zahnpasta kann bei winzigen, oberflächlichen Kratzern ein schneller Notbehelf sein. Sie ist aber kein Allheilmittel und kann die Schutzschicht angreifen. Bevor du etwas ausprobierst: testen, langsam vorgehen und für dauerhafte Reparaturen zu spezialisierten Produkten greifen.
Und du? Hast du schon mal Zahnpasta ausprobiert — oder schwörst du auf einen bestimmten Möbelstift aus dem Baumarkt? Schreib’s unten in die Kommentare.









