Dein Herd oder Waschbecken hat diesen fiesen, feinen Kratzer, der alles alt und schmuddelig aussehen lässt. Ich habe bemerkt: Viele greifen sofort zum teuren Poliermittel — dabei liegt die Lösung oft in der Zahnpastatube. Lies das jetzt, wenn du eine schnelle, günstige Lösung willst — aber auch wissen möchtest, wann es wirklich Sinn macht.
Warum das überhaupt funktioniert
Zahnpasta enthält feine Schleifpartikel, die polierend wirken — ähnlich wie sehr feines Schleifpapier. In meiner Praxis als Heimwerker habe ich beobachtet, dass das bei oberflächlichen Kratzern tatsächlich den Glanz zurückbringt.
Was wirklich passiert
Die Partikel in weißer Zahnpasta glätten winzige Unebenheiten, sodass Licht wieder gleichmäßiger reflektiert wird. Bei poliertem Edelstahl sieht das Ergebnis oft besser aus — bei gebürstetem Finish ist Vorsicht geboten.

Wann es hilft — und wann nicht
- Hilft: feine, oberflächliche Kratzer, die man mit dem Fingernagel kaum spürt.
- Nützt nichts: tiefe Kerben, gebogene Stellen oder Risse.
- Vorsicht: bei gebürstetem Edelstahl kann falsche Bewegungsrichtung den Effekt verschlechtern.
Schritt-für-Schritt: So mache ich es
Ich gebe dir hier den genauen Ablauf, den ich in meiner Werkstatt und zu Hause wiederhole — ohne Schnickschnack:
- Besorge eine weiße, nicht-gelartige Zahnpasta (z. B. günstige Marke aus dm oder Rossmann, ~€1–3).
- Reinige die Stelle mit warmem Wasser und einem milden Spülmittel, trockne mit einem Mikrofasertuch.
- Trage eine erbsengroße Menge Zahnpasta auf ein weiches Mikrofasertuch auf.
- Reibe mit leichtem Druck in Richtung der Metallstruktur (bei gebürstetem Stahl immer längs zum Strichmuster).
- Nach 30–60 Sekunden mit kreisenden Bewegungen prüfen; bei Bedarf wiederholen, aber nie übertreiben.
- Mit feuchtem Tuch abwischen, trocken reiben und das Ergebnis kontrollieren.
Tipps aus der Praxis — Kleine Fehler, große Folgen
- Nicht verwenden: farbige oder Gel-Zahnpasta — Farbpigmente können Rückstände hinterlassen.
- Nie zu viel Druck: das kann das Finish flächig matt machen.
- Testen an unauffälliger Stelle — besonders bei älteren Geräten (z. B. aus der Küche in einer Mietwohnung in Berlin oder München).
- Für perfekte Ergebnisse: Profi-Produkte wie Autosol oder „Bar Keepers Friend“ aus Hornbach/OBI entfernen Kratzer kräftiger und halten länger.
Was viele übersehen
Viele glauben, Zahnpasta sei ein Wundermittel. Ich habe gelernt: es kaschiert — es repariert nicht. Für Vermietungsschäden oder wenn der Wert des Geräts wichtig ist, lieber den Profi ranlassen.

Und noch etwas: kaltes, nasses Wetter in Deutschland macht Schmutz und Salzränder sichtbar — Kratzer fallen dann stärker auf. Ein schneller Zahnpasta-Check vor dem Besuch lohnt sich.
By the way — ein nicht offensichtlicher Trick
Wenn der Kratzer quer zur Bürstung liegt, testweise mit sehr feinem Schleifvlies (0000 Stahlwolle) in Bürst-Richtung leicht nacharbeiten, dann Zahnpasta anwenden. Das glättet und verhindert sichtbare Übergänge. Aber nur, wenn du dir sicher bist — sonst wird’s schlimmer.
Und jetzt zum Abschluss: Hast du es schon mal selbst probiert — mit Zahnpasta, Stahlwolle oder Profi-Politur? Schreib kurz, was bei dir funktioniert hat oder welche Oberfläche du retten willst.









