Stinkt dein Kompost mehr als er glänzt? Oder wartest du seit Jahren auf schwarze Erde, die nie kommt? Das frustriert — ich kenne das.
Ich habe in meinem Garten mit Fehlschlägen, stinkenden Hügeln und triumphalen Ernten gelernt, was Gärtner selten ausplaudern. Lies das jetzt, bevor du wieder zwei Säcke Gartenerde und 20 Euro für ein Kompostthermometer verschwendest.
Warum die meisten Gärtner schweigen
Viele Hobbygärtner zeigen dir saubere Hochbeete und perfekte Erde, nicht den Schimmel, die Fliegenkultur oder den verstopften Komposter.
In meiner Praxis habe ich bemerkt: Kompost ist unordentlich — und die Tricks, die funktionieren, sind oft banal. Hier sind die Wahrheiten, die du selten hörst.
7 unverblümte Wahrheiten
- Gute Erde braucht Zeit: Selbst der beste Haufen braucht Monate, manchmal ein Jahr.
- Nicht alles darf rein: Fleisch, Milchprodukte, kranke Pflanzen und stark ölige Reste ziehen Schädlinge an.
- Feuchtigkeit ist ein Balanceakt: Zu nass = Moder, zu trocken = Stillstand.
- Die Biotonne ist keine Kompostabkürzung: In vielen deutschen Gemeinden wird das Material industriell verarbeitet — du bekommst nicht automatisch Humuserde zurück.
- Kleine Helfer, große Wirkung: Rasenschnitt beschleunigt; Zeitungspapier saugt überschüssige Feuchte.
- Thermometer lohnen sich: 50–65 °C zeigt, dass es „arbeitet“ — ohne Hitze dauert es deutlich länger.
- Kein Geruch = kein Leben: Ein leichter Waldboden-Geruch ist normal; starker Fäulnisgestank ist ein Alarm.

Was meist schiefgeht — und wie du es sofort reparierst
Ich habe oft gesehen, wie einfache Fehler Monate Rückschritt bedeuten. Hier die häufigsten Probleme und schnelle Gegenmaßnahmen.
Problem: Stinkender Haufen
- Ursache: Zu nass, zu viel Grün (z. B. frisch gemähter Rasen).
- Sofortmaßnahme: Verteilen, mit trockenen Materialien (Holzhackschnitzel, Pappe, Zeitung) schichten und belüften.
Problem: Kompost wird nicht warm
- Ursache: Zu wenig Stickstoff oder zu groß zerstückelt.
- Sofortmaßnahme: Mehr Küchenabfälle, frischer Rasenschnitt oder Hornspäne hinzufügen; Haufen dichter schichten.
Problem: Wurm- oder Fliegeninvasion
- Ursache: Offener Bioabfall wie Obstreste und Fleischreste.
- Sofortmaßnahme: Abdecken mit Erde/Kompost, keine Fleischreste mehr, feuchte Stellen trocken legen.
Der praktische Hack: Heißkompostieren in 5 Schritten (funktioniert in deutschen Gärten)
Das ist mein Lieblings-Hack: schnell Humus in einer Saison. Du brauchst: einen geschlossenen Komposter oder einen selbstgebauten Holzrahmen, Rasenschnitt, Laub, Küchenabfälle, Holzspäne und ein Thermometer (ca. 12–20 € bei Obi oder Bauhaus).
- Schritt 1: Baue/kaufe einen Behälter (mind. 1 m³). Auf Stellplatz achten: halbschattig ist gut.
- Schritt 2: Schichte grob im Wechsel: 10–20 cm holziges Material (Hackschnitzel), dann 5–10 cm Küchenabfälle/Grün (kein Fleisch), wieder holzig.
- Schritt 3: Feuchte jede Schicht an — nicht durchnässen. Ziel: feuchtes Schwammgefühl.
- Schritt 4: Stecke das Thermometer rein. Wenn 50–65 °C erreicht werden, drehe den Haufen nach 1–2 Wochen um.
- Schritt 5: Wiederhole das Umdrehen 2–3 Mal. Nach 2–4 Monaten hast du reifen Kompost.
Regionale Tipps für Deutschland
Ein paar Dinge, die du hierzulande beachten solltest — ich habe sie in Gemeinschaftsgärten und mit Nachbarn getestet.
- In Städten: Nutze die Biotonne für Küchenreste, wenn dein Komposter zu klein ist — aber frag nach, ob die Gemeinde Biomüll separat verarbeitet.
- Winterpause: Im Winter läuft der Prozess langsamer. Isoliere den Haufen mit Stroh oder Laub.
- Einkauf: Kompostthermometer, Belüftungsrohre und Holzhackschnitzel bekommst du bei Obi, Hornbach oder regionalen Gartenmärkten; preise meist unter 30 €.
- Nachbarschaft: Tausche Kompostmaterial mit Nachbarn — Laub im Herbst ist Gold.

Warum du jetzt anfangen solltest
Gute Erde ist die Basis für gesunde Pflanzen — und spart dir langfristig Geld für Erde und Dünger. Ich habe gesehen, wie eine Portion Humus aus dem eigenen Kompost den Ertrag von Tomaten im dritten Jahr drastisch hebt.
By the way: Es ist ein simples, nachhaltiges Projekt, das sich tatsächlich lohnt — und deine Biotonne kann entlastet werden.
Kurze Checkliste zum Ausdrucken
- Keine Fleisch- oder Milchreste
- Feucht, aber nicht nass
- Ausgewogen: grob/holzreich + frisch/grün
- Thermometer benutzen
- Umdrehen alle 1–2 Wochen (bei Heißkompost)
Ich habe viel ausprobiert — und oft geflucht. Aber am Ende steht dunkle, krümelige Erde, auf die ich stolz bin.
Probier das Heißkompost-Experiment diesen Frühling (auch auf kleinen Balkonen möglich). Du wirst überrascht sein, wie viel du mit wenig Aufwand gewinnen kannst.
Kurz und ehrlich: Was war dein größter Kompost-Fehlschlag — oder dein bester Tipp? Teile ihn unten, ich will es wissen.









