Dezember: draußen kalt, drinnen warm — und plötzlich sehen Ihre Grünpflanzen aus, als hätten sie den Sommer nie gekannt. Viele Hobbygärtner wundern sich, warum Blätter vergilben, Spitzen braun werden oder die Pflanzen einfach schlapp hängen. Ich habe in zehn Jahren Pflanzenpflege genug Fehler gesehen, die sich im Winter häufen; hier die besten, sofort umsetzbaren Tipps, mit denen Ihre Pflanzen diesen Monat überleben.
Worin liegt das Problem?
Kurz gesagt: Lichtmangel, trockene Heizungsluft, Temperaturschwankungen und falsches Gießen kommen zusammen. In Deutschland sind die Tage im Dezember kurz — in Berlin haben Sie oft nur vier bis sechs Stunden brauchbares Licht. Gleichzeitig läuft die Heizung, die Luftfeuchte sinkt auf 20–30 % und Wassersubstrat verdunstet kaum. Das ist Stress für subtropische Zimmerpflanzen.

Die häufigsten Fehler (und wie Sie sie vermeiden)
- Weiter gießen wie im Sommer – Folge: Wurzelfäule. Tipp: Wasserbedarf um 30–50 % reduzieren.
- Pflanzen auf Fensterbank vor kaltem Zug – Folge: Blattfall. Tipp: Fensterbank isolieren oder Pflanze weiter reinstellen.
- Heizkörpernahe Standorte – Folge: verbrennende Blattspitzen. Tipp: Abstand halten oder Lamelle mit Abstandshalter.
- Keine Kontrolle auf Schädlinge – Folge: Schildläuse, Spinnmilben vermehren sich in trockener Luft. Tipp: Blätter regelmässig kontrollieren.
Sofortmaßnahmen: Was Sie heute tun können
- Bewegen: Stellen Sie lichtbedürftige Pflanzen an ein helleres Fenster (Süd- oder Westseite) oder an dreißig bis fünfzig Zentimeter vom Fenster entfernt, wenn Zug droht.
- Bewässerung anpassen: Nur gießen, wenn die obere Erdschicht trocken ist. Fingerprobe reicht meistens.
- Luftfeuchte erhöhen: Gruppen Sie Pflanzen zusammen, nutzen Sie einen mit Kies gefüllten Untersetzer mit Wasser oder einen kleinen Luftbefeuchter (z. B. aus dem Sortiment von MediaMarkt, Dehner oder bei Hornbach erhältlich).
- Blätter säubern: Staub blockiert Licht. Feuchtes Tuch oder eine sanfte Dusche im Bad hilft — so merken Sie auch Schädlinge.
Wenn die Pflanze akut leidet: Checkliste
- Vergilbte Blätter: Schnippeln Sie nur vollständig tote Blätter ab, lassen Sie die gesunden stehen.
- Schlappe, weiche Stängel: Prüfen Sie die Wurzeln – faulige Wurzeln schwarz/leicht schleimig? Umtopfen, alte Erde entfernen, frische, gut drainierende Erde verwenden.
- Viele kleine schwarze Fliegen (Trauermücken): Topfoberfläche austrocknen lassen, Gelbtafeln aufstellen, im Extremfall mit Nematoden oder Coco-Coir-Umtopf arbeiten.
- Spinnwebartige Gespinste / feine Flecken: Spinnmilben! Mit Alkohol-Wasser-Gemisch abwischen oder Neemöl-Behandlung starten.

Langfristige Anpassungen für Dezember und Januar
- Beleuchtung ergänzen: LED-Pflanzenlampen (Tageslichtspektrum) sind oft die beste Investition für dunkle Monate — in Berlin, München oder Hamburg spart das Pflanzenleben.
- Düngung reduzieren: Viele Pflanzen gehen in eine Ruhephase — Dünger stark einschränken oder pausieren.
- Topf- und Standortwechsel vermeiden: Stress minimieren. Umtopfen nur, wenn Wurzelfäule oder akuter Platzmangel vorliegt.
- Temperatur stabil halten: Nachts nicht unter 12–15 °C bei kälteempfindlichen Pflanzen fallen lassen, bei mediterranen Arten eher nicht unter 8–10 °C.
Ein praktischer Tipp aus der Praxis
Ich hänge im Dezember meine Sukkulenten nicht aus Versehen an die Heizung, sondern stelle sie auf ein Regal nahe dem Fenster und reduziere das Gießen auf alle zwei bis drei Wochen — selten liegt eine Pflanze deshalb im Müll. Bei Blattpflanzen setze ich auf Kombi aus Kies-Untersetzer für Mikroklima und einer kleinen LED-Leuchte, die morgens für zwei Stunden zugeschaltet wird. Das macht tatsächlich den Unterschied.
Wenn Sie eine Pflanze retten mussten: Notieren Sie, was geholfen hat. Pflanzen verzeihen Fehler, aber nicht wiederholte Ignoranz. Teilen Sie unten Ihre Erfahrungen oder Ihre besten Winter-Rettungsmaßnahmen — ich lese und antworte gerne.









