Das Badezimmer ist bei vielen älteren Menschen die gefährlichste Ecke der Wohnung — glatte Fliesen, hohe Duschtassen, rutschige Matten. Mit ein paar klugen Eingriffen können Sie aber das größte Unfallrisiko deutlich senken und gleichzeitig Komfort gewinnen. Ich schreibe hier aus Erfahrung: Kleine Umbauten retten nicht nur Knochen, sie geben auch Würde und Selbstständigkeit zurück.
Warum das Bad Priorität hat
Im Alter verändern sich Sehvermögen, Gleichgewicht und Reaktionszeit. Das macht genau die Routine‑Handlungen im Bad riskant: Aufstehen vom WC, in die Dusche steigen, über nasse Fliesen balancieren. Deshalb lohnt es sich, das Bad als erstes „barrierearm“ zu denken.
Sofort machbare Maßnahmen (geringer Aufwand, spürbarer Effekt)
- Anti‑Rutsch‑Matten und rutschfeste Beschichtungen für Böden — das reduziert Ausrutscher sofort.
- Haltegriffe an Dusche und Toilette montieren — keine Design‑Opfer nötig, es gibt dezente Modelle.
- Duschhocker und Handbrause mit langem Schlauch — bequem beim Sitzen duschen.
- Hebelarmaturen statt Drehknöpfen — besser zu greifen bei Arthrose.
- Thermostat‑Mischer gegen Verbrühungen installieren — besonders wichtig bei reduziertem Wärmeempfinden.

Mittelfristige Umbauten (mehr Komfort, höhere Sicherheit)
Wenn Sie etwas tiefer investieren wollen, rechnen Sie mit deutlichem Komfortgewinn:
- Begehbare Dusche (Level‑floor oder flache Schwelle) — reduziert Stolperkanten.
- Höheres WC oder Aufsatz — erleichtert Aufstehen und Hinsetzen.
- Gute Beleuchtung mit Bewegungsmelder — blendfrei und orientierungsfreundlich.
- Kontrastfarben an Kanten (z. B. Duschbank, Kantenprofil) helfen bei eingeschränktem Sehvermögen.
Große Maßnahmen und Finanzierung
Türverbreiterungen für Rollator, ebenerdiger Boden oder komplette Sanierung kosten mehr, sind aber oft nötig, wenn Pflegebedarf steigt. Gute Nachrichten: Es gibt Fördermöglichkeiten. Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (bis zu 4.000 € für berechtigte Personen). Außerdem bieten KfW‑Programme und lokale Förderungen Unterstützung — informieren Sie sich vor dem Start.
Praktische Checkliste für Ihren Bad‑Check
Nehmen Sie sich 30 Minuten, gehen Sie mit dieser Liste durch Ihr Bad oder begleiten Sie die älter werdende Person dabei:

- Sind Boden und Dusche rutschfest?
- Gibt es Haltegriffe an den kritischen Stellen?
- Lässt sich die Dusche ohne Heben der Füße betreten?
- Ist die Beleuchtung ausreichend und blendfrei?
- Sind häufig genutzte Dinge in Griffhöhe erreichbar?
Wen anrufen — und was Sie erwarten können
Beginnen Sie mit Sanitärfachhandel oder einem lokalen Handwerksbetrieb, der Erfahrung mit barrierefreiem Bad hat. Ergotherapeuten bieten oft Hausberatung an und zeigen, welche Maßnahmen wirklich nötig sind. Viele Kommunen haben kostenlose Wohnberatungen für ältere Menschen — nutzen Sie dieses Angebot.
Ein kleiner „Wow“-Fakt
Manche einfache Änderungen — ein Haltegriff, ein Duschsitz, ein Thermostatventil — kosten zusammen nur ein paar hundert Euro, bringen aber deutlich mehr Sicherheit und Lebensqualität als viele teurere Anschaffungen. Diese Investition lohnt sich nicht nur medizinisch, sondern auch menschlich.
Wenn Sie möchten, schreibe ich gerne eine kurze Einkaufsliste mit konkreten Produktvorschlägen oder helfe beim Abwägen: selber montieren oder Fachbetrieb? Teilen Sie Ihre Erfahrungen oder Fragen unten — solche Tipps helfen anderen Lesern ebenso sehr.









