Wussten Sie, dass Sie im Schlaf pro Nacht bis zu 0,5 Liter Wasser an die Luft abgeben? In schlecht gelüfteten Schlafzimmern reicht das aus, um Kondenswasser an kalten Wänden und Fenstern zu bilden — ein perfekter Nährboden für Schimmel. Besonders im Winter, wenn Fenster zu bleiben und die Luft kalt ist, steigt das Risiko deutlich. Drei praktische Regeln verhindern das Problem ohne große Umstellungen.
Warum im Winter besondere Vorsicht nötig ist
Im Winter sind Außenwände kälter, Fensterscheiben kondensieren schneller, und viele Menschen drehen die Heizung runter — gut für die Energiekosten, schlecht gegen Feuchtigkeit. Schimmel bildet sich vor allem dort, wo sich feuchte Luft an kühlen Flächen abkühlt. Das sind oft Ecken, Fensterlaibungen oder Bereiche hinter Schränken an Außenwänden.
Regel 1: Stoßlüften statt kippen — kurz, intensiv, regelmäßig
Kurzes, intensives Lüften ist im Winter effektiver als dauernd gekippte Fenster. Öffnen Sie die Fenster zweimal täglich für 5–10 Minuten weit (Quer- oder Durchzugslüften), morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafen. Wenn Sie Querlüftung nicht erreichen können, reichen 8–10 Minuten Einzelraumlüftung.

- Warum das hilft: Kälte wird schnell hereingebracht, die feuchte Innenluft wird ausgetauscht und die Wände kühlen weniger stark aus.
- Praktischer Tipp: Stoßlüften mit ausgeschalteter Heizung — nach dem Lüften wieder auf die gewohnte Temperatur stellen.
Regel 2: Temperatur bewusst steuern — nicht zu kalt, nicht überhitzen
Im Schlafzimmer sind 16–18 °C in der Regel ausreichend. Wichtig ist, Temperaturschwankungen zu vermeiden: starke Absenkungen über Nacht fördern Kondensation an kalten Flächen. Halten Sie die Raumtemperatur konstant und vermeiden Sie, Möbel direkt an Außenwänden zu stellen — lassen Sie 5–10 cm Abstand, damit die Luft zirkulieren kann.
Ich selbst habe in meinem Berliner Altbau bemerkt, dass ein kleiner Heizkörper auf niedriger Stufe nachts mehr bringt als kalte Luft und stundenlanges Lüften am Morgen.

Regel 3: Feuchte messen und gezielt handeln
Ein günstiges Hygrometer (z. B. von TFA Dostmann) für 10–20 Euro zeigt schnell, ob Ihre Maßnahmen wirken. Zielwert: 40–50 % relative Luftfeuchte; auf keinen Fall dauerhaft über 60 %. Wenn Werte regelmäßig höher sind, sollten Sie Ursachen prüfen:
- Wäsche nicht im Schlafzimmer trocknen.
- Pflanzenanzahl reduzieren — viele Pflanzen erhöhen die Feuchte.
- Bei hoher Feuchte: Luftentfeuchter oder elektrische Trockner nutzen.
Praktische Zusatzmaßnahmen und schnelle Checks
- Fenstercheck: Innen- und Außenrahmen auf schwarze Punkte kontrollieren — Frühwarnzeichen für Schimmel.
- Hinter Schränken nach Sicht prüfen; Möbel etwas von der Wand abrücken.
- Bei sichtbarem Schimmel: Kleinflächig mit alkoholischem Reiniger (mind. 70 % Ethanol) behandeln oder professionelle Sanierung bei größeren Flächen.
- Wenn Sie in einem Altbau mit Kältebrücken wohnen, lohnt sich eine Beratung durch die Verbraucherzentrale oder ein Energieberater.
Kurz und praktisch: Was Sie diese Woche tun können
- Hygrometer besorgen und dreimal täglich Stoßlüften (morgens, nachmittags, abends).
- Schlafzimmer auf 16–18 °C halten, Möbel 5–10 cm von Außenwänden abrücken.
- Wäsche nie im Schlafzimmer trocknen; Pflanzen reduzieren.
Schimmel ist kein ästhetisches Problem allein — er kann die Gesundheit belasten. Gleichzeitig sind die Gegenmaßnahmen pragmatisch: ein bisschen Lüften, ein Hygrometer und bewusste Heizungsnutzung reichen oft aus. Probieren Sie die drei Regeln eine Woche lang und schauen Sie, wie sich Luftfeuchte und Wohlfühlklima ändern.
Haben Sie eine Schimmel-Anekdote oder einen praktischen Tipp aus Ihrer Region? Teilen Sie ihn gern in den Kommentaren — ich bin neugierig, welche Lösungen bei Ihnen funktionieren.









