Schwarzbraune Flecken an der Fuge, ein muffiger Geruch nach dem Duschen — das kennen viele, besonders in Berliner Altbauwohnungen oder feuchten Kellern. Schimmel ist nicht nur unschön, er kann die Gesundheit belasten. Ich arbeite seit Jahren mit Haushaltstests und Reinigungstipps und verrate Ihnen drei handfeste Methoden, die schnell funktionieren und keine Wundermittel versprechen.
Warum manche Mittel nicht greifen
Kurz vorab: Nicht jede Oberfläche reagiert gleich. Auf glasierten Fliesen reicht oft ein Oberflächenreiniger, in porösem Fugenmörtel sitzen Sporen tiefer. Außerdem darf man Reinigungsmittel nicht wild mischen — Chlor und Ammoniak sind ein gefährliches Duo. Tragen Sie immer Handschuhe und eine Schutzbrille, und lüften Sie gründlich.
Trick 1 — Wasserstoffperoxid: gezielt und effektiv
Wasserstoffperoxid (3%) ist in der Apotheke erhältlich und tötet viele Schimmelsporen zuverlässig, auch in Fugen. Es bleicht nicht so stark wie Chlor, dringt aber etwas besser in poröse Stellen ein.
- Sprühen Sie 3% H2O2 direkt auf die betroffenen Stellen.
- 10–15 Minuten einwirken lassen.
- Mit einer alten Zahnbürste nacharbeiten und mit warmem Wasser abspülen.
Warum ich es mag: Es ist relativ ungiftig, riecht nicht wie Chlor und funktioniert oft dort, wo Essig versagt. Für empfindliche Dichtungen vorher an einer unauffälligen Stelle testen.

Trick 2 — Natronpaste plus heißes Wasser: mechanisch und geruchshemmend
Backpulver bzw. Natron ist kein Wundermittel gegen tiefen Schimmel, aber hervorragend, wenn es um schnellen Reinigungserfolg und Geruchsbeseitigung geht.
- 2 Teile Natron mit 1 Teil Wasser zu einer streichfähigen Paste anrühren.
- Auf Fugen und Ränder auftragen, 10–20 Minuten einwirken lassen.
- Mit einer Bürste schrubben, mit sehr heißem Wasser nachspülen.
Das Ergebnis: Sichtbarer Schmutz verschwindet, Geruch nimmt ab. Vor allem in Mietwohnungen ohne Lüftungsanlage eine einfache, sichere Lösung. Nach der Reinigung empfiehlt sich ein Imprägniermittel für Fugen, z. B. Produkte von Dr. Beckmann oder ähnlichen Marken.
Trick 3 — Dampfreiniger: hitzegetötete Sporen
Ein Dampfreiniger mit mindestens 100 °C ist meine erste Wahl für hartnäckigen Schimmel auf Fliesen und Duschwänden. Heißer Dampf tötet Sporen ab und löst Ablagerungen — ganz ohne Chemie.
- Bereich vorreinigen (Seifenreste entfernen).
- Dampfgerät langsam entlang der Fugen führen.
- Mit einer Bürste nacharbeiten und trockenwischen.
Nachteile: Funktioniert nicht bei sehr tief sitzendem Schimmel in porösen Mörteln und braucht Strom. Vorteil: Keine Chemikalien, ideal für Allergiker. Wenn Sie keinen Dampfreiniger besitzen, leihen viele Baumärkte oder Reinigungsfirmen Geräte für einen Tag aus.

Vorbeugung — dauerhafter Schutz
Einmal weg ist nicht immer für immer. Ein paar einfache Gewohnheiten verhindern Rückkehr:
- Nach dem Duschen Türen auf, Fenster kippen oder Abluft anlassen (5–10 Minuten intensiv lüften).
- Mit einem Abzieher (Vileda & Co.) Wasser von Glas und Fliesen entfernen.
- Fugen regelmäßig mit einem Imprägniermittel behandeln.
- Bei schlechter Belüftung einen kleinen Lüfter installieren oder einen Feuchtigkeitsmesser (Hygrometer) verwenden; Werte unter 60 % sind erstrebenswert.
Sicherheits-Hinweise
Bei großflächigem, tief sitzendem Schimmel (mehrere Quadratmeter) sollten Sie Profis rufen — vor allem bei gesundheitlichen Beschwerden. Mischen Sie niemals Chlorbleiche mit anderen Reinigern. Tragen Sie Handschuhe und ggf. eine FFP2-Maske bei intensiver Schimmelarbeit.
Ich habe diese Tricks in vielen Wohnungen getestet — oft reicht einer davon, kombiniert mit konsequentem Lüften, um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen. Probieren Sie zuerst die mildere Methode, bevor Sie zu starken Chemikalien greifen.
Welche Methode hat bei Ihnen funktioniert? Schreiben Sie es in die Kommentare oder speichern Sie den Artikel für die nächste „Schimmel-Notlage“.









