Du gehst jeden Tag Treppen – und denkst, das ist harmlos. Falsch: Rettungsdienste sehen täglich Stürze, die einfache Fehler nach sich ziehen und teuer werden. Gerade jetzt im Winter mit nassen Sohlen und Paketflut kann ein Moment der Unachtsamkeit alles verändern. Lies weiter, wenn du vermeiden willst, Teil dieser Statistik zu werden.
Warum Treppen unterschätzt werden — und was ich dabei gesehen habe
Als ich einen Tag mit dem Rettungsdienst in einer Großstadt wie Berlin mitgefahren bin, fiel mir sofort auf: Viele Einsätze beginnen mit einer banalen Treppenstufe.
Das Problem ist nicht nur Alter oder Alkohol. In deutschen Altbau-Treppenhäusern ohne Aufzug, engen Mietshaus-Stiegen und schummrigen Hausfluren addieren sich kleine Risiken zu großen Unfällen.
- Nasse Sohlen nach Regen oder Schnee — typisch in November/Dezember.
- Schwere Lieferungen (Amazon, DPD) und Hände voll mit Taschen.
- Schlechte Beleuchtung in Hausfluren; viele Hausverwaltungen sparen hier.
- Rutschige Absätze, glatte Keramikstufen oder abgegriffene Stufen.
Die 3 Fehler, die Sanitäter am häufigsten sehen
Fehler 1: Hände nicht frei — du verzichtest aufs Geländer
Ich habe gesehen, wie Menschen mit zwei Tüten und dem Smartphone in der Hand die Treppe runterstolpern. Ohne Geländer gibt es nichts, was den Sturz abbremst.

- Hände frei halten rettet Leben — wirklich.
- Warum es teuer wird: Notarzt, Rettungswagen, Röntgen; selbst ein gebrochener Arm führt schnell zu tausenden Euro Kosten.
- Tipps: Taschen so packen, dass mindestens eine Hand am Geländer bleibt.
Fehler 2: Falsches Schuhwerk — High Heels, glatte Sohlen, nasse Leder
In meiner Recherche sagten Sanitäter: Schuhe entscheiden oft zwischen „leichter Delle“ und „OP“. Gerade auf polierten Stufen oder bei Schnee sind rutschige Sohlen fatal.
- Vermeide glatte Sohlen bei Regen/Schnee.
- Wenn du oft Treppen steigst: Investiere in Schuhe mit Profil oder Anti-Rutsch-Overlays (gibt’s günstig bei Bauhäusern oder online).
Fehler 3: Ablenkung — Handy, Gespräche, Musik
Viele Stürze passieren, weil die Aufmerksamkeit nicht bei den Füßen ist. Ich bemerkte, wie Menschen mit Kopfhörern die Stufen nicht hörten, auf denen andere riefen.
- Ablenkung = verlängerte Reaktionszeit. Auf Treppen ist das tödlich.
- Sanitäter warnen: Selbst ein kurzer Blick aufs Display kann reichen, um zu stürzen.
- Regel: Mindestens eine Stufe Blick nach unten, Hände nah am Geländer.
Praktischer Life-Hack: So trägst du schwere Pakete die Treppe sicher runter (Step-by-step)
Ich habe diese Methode getestet, nachdem ein Zusteller vor mir fast gestürzt wäre. Sie funktioniert in engen Altbau-Treppen ohne Aufzug.
- 1) Sammle alle Pakete zuerst oben und unten — kein Hin-und-Her.
- 2) Packe so, dass der schwerste Gegenstand nah am Körper ist (Bauchhöhe), leichter oben.
- 3) Trage nur eine Last pro Hand oder nutze einen stabilen Rucksack.
- 4) Halte die freie Hand am Geländer — immer.
- 5) Gehe langsam, setze den Fuß vollständig auf die Stufe, schau kurz nach unten.
Sofort-Check: Was du tun musst, wenn du oder jemand anderes stürzt
Ein falscher Umgang nach dem Sturz kann Schäden vergrößern. Sanitäter empfehlen diesen simplen Ablauf:

- Ist die Person ansprechbar? Bei Bewusstlosigkeit sofort 112 wählen — und klar sagen, „Sturz Treppe, Bewusstlos“.
- Bei Schmerzen im Nacken/Rücken nicht bewegen — warte auf Profis.
- Bei kleineren Schürfwunden: Desinfizieren, Kühlen, Ruhe bewahren.
- Bei Brüchen: Stabilisieren (wenn möglich), Wärmeschutz, 112 anrufen.
Übrigens: Hausbewohner in deutschen Mehrfamilienhäusern unterschätzen oft, wie teuer wiederholte Einsätze für die Rettungsdienste sind — und wie viel Zeit dadurch für echte Notfälle verlorengeht.
Mehr als Vorsicht: Das kann deine Hausverwaltung tun
Viele Gefahren lassen sich technisch oder organisatorisch lösen. Ich sprach mit Hausmeistern: Kleine Investitionen bringen große Wirkung.
- Gute Beleuchtung (Bewegungsmelder) im Treppenhaus.
- Rutschsichere Trittleisten oder Teppichläufer mit Profil.
- Klarere Regeln bei Lieferungen: Keine Pakete auf Treppenstufen lagern.
Vergleich: Ein fehlender Profilstreifen ist wie ein kaputter Sicherheitsgurt — du merkst ihn erst, wenn es zu spät ist.
Zum Schluss: Treppen sind keine Nebensache. Kleine Gewohnheiten — freie Hände, richtige Schuhe, kein Handy — verhindern Stürze, retten Zeit und Geld.
Was war dein schlimmster Treppen-Moment? Schreib es in die Kommentare — und sag, welche dieser drei Fehler du selbst schon gemacht hast.









