Der Geruch aus dem Spülbecken, das langsam ablaufende Wasser, das plötzlich vollständige Rohrchaos: Kennst du das? Viele von uns rufen erst den Klempner, wenn es zu spät ist. Ich habe beobachtet, dass Profis eine einfache Routine empfehlen — und zwar regelmäßig.
Warum du das jetzt lesen solltest: Im Winter wird Fett in Rohren schneller fest, in Deutschland sind Handwerkerpreise hoch, und ein bisschen Vorbeugung spart oft Zeit und 100+ Euro. Ich erkläre, was wirklich hilft und was nur Mythos ist.
Was Klempner wirklich meinen, wenn sie „Salz und Öl“ sagen
In meiner Praxis höre ich oft: „Nimm Salz und etwas Öl.“ Viele verstehen darunter, dass Speiseöl in den Abfluss gehört. Das ist falsch — und riskant.
- Salz ist ein grober Reiniger: Es reibt und löst Fettansammlungen mechanisch, wenn man danach mit heißem Wasser nachspült.
- Mit „Öl“ meinen Profis meistens ein Schmiermittel für Dichtungen (Silikon- oder Mineralöl), nicht Bratöl. Das hält Gummidichtungen geschmeidig.
- Speiseöl gehört nicht in die Rohre — es sammelt sich an, kühlt ab und macht später erst den dicken Klumpen.
So wirkt das mechanisch — kurz und bildhaft
Stell dir das Rohr wie einen Filter vor, der mit Fett zugekleistert ist. Salz wirkt wie Scheuerpulver, das die Fettkleber aufkratzt. Heißes Wasser spült die Krümel dann weiter. Ohne diese Kombination bleibt das Fett kleben.
Der sichere Monats-Trick: Schritt-für-Schritt
Ich habe das getestet: Einmal im Monat dieses kleine Ritual verhindert Geruch und langsamen Ablauf. Es kostet fast nichts und geht schnell.

- 1) Reste aus dem Sieb entfernen (Essensreste in den Müll, nicht in den Abfluss).
- 2) 2–3 Esslöffel grobes Salz in den Abfluss geben.
- 3) Einen Liter kochendes Wasser langsam nachgießen.
- 4) Nach 5 Minuten nochmals mit heißem Wasser nachspülen oder kurz warmes Leitungswasser laufen lassen.
- Optional: Bei Geruch 100 ml Essigessenz nachkippen, aber nie mit chlorhaltigen Reinigern mischen.
Wichtig: Das sind haushaltsübliche Maßnahmen gegen beginnende Fettablagerungen. Bei starken Verstopfungen ruf den Profi — unnötiges Herumprobieren kann teurer werden.
Warum es in deutschen Küchen besonders Sinn macht
In Deutschland kochen viele mit Butter und Schmalz — beide setzen sich schnell in kalten Rohren ab. Zudem sind die Winter in manchen Regionen kalt genug, dass Fett härter wird.
- Grobkörniges Salz (z. B. aus REWE, Edeka, Lidl) ist günstig und reicht.
- Spezielle Silikonpflege für Dichtungen findest du bei Hornbach oder Bauhaus für ein paar Euro.
- Altes Bratöl in Altöl-Containern beim Wertstoffhof entsorgen — viele Kommunen nehmen es an.
Was du niemals tun solltest
- Speiseöl in den Abfluss gießen — das ist ein Garant für spätere Verstopfungen.
- Starkes chemisches Abfluss-Fix mischen (z. B. Bleichmittel + Säure) — das kann Rohre und Gesundheit gefährden.
- Mit der Rohrspirale wild herumstochern, wenn du keine Erfahrung hast — Verletzungs- und Beschädigungsgefahr.
Ein Profi-Hack, den kaum jemand kennt
Viele übersehen diesen einfachen Trick: Wenn du eine Metallhaube (Sieb) ausbaust, kannst du das verbliebene Fett mit einem Papiertuch abwischen, dann Salz in den sichtbaren Abfluss geben und mit kochendem Wasser nachspülen. Das verhindert, dass Fett weit ins Rohr läuft.
Ich mache das vor jeder großen Kochaktion — besonders nach Braten mit viel Fett. Ergebnis: weniger Geruch, seltener der Klempnerbesuch.

Kostenvergleich: Vorbeugen vs. Reparatur
Ein kleiner Einkauf (Salz + ein bisschen Silikonöl) kostet unter 5 €; ein Klempnertermin in Deutschland beginnt oft bei 50–100 € nur für die Anfahrt/Grundpauschale. Ich habe beides erlebt — die Ersparnis ist real.
Und jetzt für das Wichtigste: Was tun, wenn es schon zu spät ist?
Wenn Wasser gar nicht mehr abläuft oder es riecht wie faules Fett, ruf einen Klempner. Vorher kannst du noch versuchen, mechanisch das Sieb zu reinigen und heißes Wasser zu kippen. Aber verzichte auf Experimente mit unbekannten Chemikalien.
By the way: Wenn du gern selbst Hand anlegst, frag in deinem lokalen Baumarkt nach einem Rückstau-Siphon oder einer einfachen Rohrreinigungsspirale — das spart manchmal die Anfahrt.
Ich habe das über Monate beobachtet: Regelmäßige, einfache Pflege wirkt Wunder. Du musst kein Handwerker sein — nur konsequent.
Was meinst du — hast du das schon probiert oder eine andere Routine, die funktioniert? Schreib es in die Kommentare!









