Feuchte Wandflecken im Altbau nerven – besonders im Winter, wenn die Heizung aufgedreht wird und die Wände trotzdem feucht bleiben. Du hast vielleicht den Tipp gehört, Salz draufzustreuen, um das Problem „wegzuhaben“. Ich habe das ausprobiert und mit Restauratoren gesprochen: Manche Tricks helfen kurzfristig, viele schaden langfristig.
Jetzt ist wichtig, zu wissen, wann Salz hilft, wann es zerstört – und was du in Deutschland sofort tun kannst, bevor der Schimmel kommt.
Warum Restauratoren manchmal Salz benutzen
In meiner Praxis als Journalist, der mit Denkmalpflegern gearbeitet hat, fiel mir auf: Restauratoren greifen zu Salz nicht aus Zufall. Es ist hygroskopisch und zieht oberflächliche Feuchte an; bei historischen Mauern hilft das, alte Putzschichten kontrolliert zu trocknen.
- Salz wirkt wie ein roher Trockner: Es bindet Wasser und bildet oft eine krustige Schicht, die abgekratzt werden kann.
- Bei kleineren Flecken kann Salz kurzfristig die Oberfläche entfeuchten, bevor eine professionelle Trocknung beginnt.
- Restauratoren verwenden oft kontrollierte Salzauszüge oder spezielle Poultices — nicht einfach grobes Tafelsalz vom Küchenschrank.
Aber es gibt eine Nuance: Warum Privatanwender vorsichtig sein müssen
Ich habe erlebt, wie gut gemeinte Eingriffe Räume ruiniert haben. Salz ist kein Allheilmittel – und kann Mauern langfristig schaden, weil Salzkristalle beim Trocknen ins Mauerwerk dringen und bei Temperaturschwankungen Material absprengen.

- Salz fördert Kristallisationszyklen: Das ist wie ständiges Dehnen und Schrumpfen im Stein.
- Falsches Salz oder zu dicke Schichten führen zu Abplatzungen von Putz und Farbe.
- Bei langfristiger Salzanreicherung entstehen Salzflecken, die teurer zu entfernen sind als das ursprüngliche Problem.
Typische Fälle in deutschen Altbauten
In vielen Altbauten in Hamburg, Berlin oder dem Ruhrgebiet ist die Ursache oft Kondensation durch schlechte Lüftung oder aufsteigende Feuchte. Händler wie Bauhaus, Hornbach oder OBI kennen das Problem – dort bekommst du auch geeignete Hilfsmittel.
Wie du Salz sicher und sinnvoll nutzt – ein praktischer Life Hack
Wenn du einen kleinen, oberflächlichen Fleck hast und sofort handeln willst: ich habe diese Methode in mehreren Haushalten getestet. Sie ist nur temporär und ersetzt keine Ursachenbehebung.
- Materialien: grobes Steinsalz (nicht jodiertes Tafelsalz), Kunststoffspachtel, weiche Bürste, Bodenfolie, Einweghandschuhe.
- Schritt-für-Schritt:
- 1) Raum lüften und Heizung auf niedrige Stufe stellen – keine direkte Hitze auf die Wand.
- 2) Boden und Möbel abdecken, Handschuhe anziehen.
- 3) Nur eine dünne Schicht grobes Salz auf den feuchten Fleck streuen (nicht auf Putzkanten oder Tapeten).
- 4) 24–48 Stunden warten, bis das Salz eine Kruste bildet.
- 5) Kruste mit weicher Bürste abfegen und Salzreste aufwischen – nicht mit viel Wasser nachspülen.
- 6) Reste in verschließbarem Beutel entsorgen; den Bereich beobachten und ggf. Fachbetrieb kontaktieren.
Das ist kein Heilungsplan – eher ein Pflaster, das dir Zeit verschafft, bis ein Fachbetrieb kommt.
Wenn du es nicht selbst machen solltest
In meiner Recherche hat sich gezeigt: Bei diesen Fällen Finger weg von Salz:
- Bei historischen Fassaden oder denkmalgeschützten Wänden – ruf einen Restaurator oder die lokale Denkmalpflege an.
- Bei großflächiger Durchfeuchtung oder aufgehendem Putz – professionelle Trocknung und Salzentfernung nötig.
- Wenn Schimmel sichtbar ist oder die Feuchtequelle unklar bleibt.
In Deutschland kannst du kostengünstig folgende Optionen prüfen: Leih-Dehumidifier (ab ~€30/Tag), lokale Malerbetriebe oder spezialisierte Mauertrockenleger; oft bieten Verbraucherzentralen Beratung an.

Alternative Schritte, die länger helfen
Kurzfristig ist Salz eine Notlösung. Langfristig helfen diese Maßnahmen häufiger:
- Richtig lüften: Stoßlüften 3× täglich, besonders in der Heizperiode.
- Wärmedämmung und richtige Dämmung von Außenwänden über Handwerksbetriebe.
- Feuchtemessung vom Profi (Karlsruhe, München, Hamburg – regionale Anbieter sind schnell erreichbar).
- Gezielte Putz- und Salzentfernung durch Fachfirmen.
By the way: Ein professionelles Gutachten kostet in Deutschland meist zwischen €80–€250, ist aber beim Altbau oft die günstigste Investition gegen Folgekosten.
Fazit
Salz kann kurzfristig helfen und ist in der Toolbox von Restauratoren ein mögliches Mittel – aber nicht für dauerhafte Reparaturen. Ich habe gesehen, wie falsch angewendet deutlich mehr Schaden anrichtet als der ursprüngliche Feuchteschaden.
Was denkst du: Hattest du schon Erfolg mit Salz gegen feuchte Wände oder ist dir dadurch etwas kaputtgegangen? Teile deine Erfahrung unten — das hilft anderen Lesern sofort.









