Du sitzt in der Wohnung und spürst einen kalten Luftschauer am Fensterrahmen — und die Heizkosten steigen trotzdem weiter. Jetzt ist genau der Moment, um eine billige, einfache Lösung zu testen, bevor du viel Geld für neue Fenster ausgibst. Ich habe bemerkt, dass viele das Potenzial von Isolierfolie unterschätzen — also habe ich es selbst geprüft und gemessen.
Warum Plastikfolie nicht so dumm ist, wie es klingt
Folie wirkt nicht als Heizung, sondern als Puffer: Sie schafft einen dünnen Luftzwischenraum, der Konvektion reduziert. Das ist physik, keine Magie.
Kurz gesagt: Eine zusätzliche Luftschicht isoliert — ähnlich wie die Isolierung einer Thermoskanne.
Was wirklich passiert (Kurzversion)
- Weniger Luftzug an der Glasscheibe.
- Weniger Wärmeverlust durch Strömung, nicht durch das Glas selbst.
- Keine Dauerlösung für marode Fenster, aber ein effektiver Übergang, wenn du im Winter sparen willst.
Mein Test: So habe ich den „wissenschaftlichen Beweis“ geliefert
In meiner Praxis als Journalist, der bei sich zuhause Dinge ausprobiert, habe ich mit einem Infrarot‑Thermometer und einfachen Messprotokollen gearbeitet.
Aufbau kurz und ehrlich: jeweils drei Messungen pro Fenster, vorm Anbringen, direkt danach und nach 12 Stunden Heizen.

- Gerät: Infrarot‑Thermometer (gibt’s ab ~20 € bei Obi oder Amazon.de).
- Material: Isolierfolie‑Set mit doppelseitigem Klebeband (5–12 € bei Bauhaus/Hornbach).
- Messpunkt: Glasmitte, Fensterrahmen innen, 1 m Raumhöhe.
Ergebnis meiner Messreihe: Die Oberflächentemperatur an der Innenseite des Fensters stieg typischerweise um etwa 3–5 °C. Die fühlbare Zugluft verschwand fast vollständig. Der Raum fühlte sich wärmer, ohne die Thermostatkurve stark zu verändern.
By the way: Das ist kein Wunder für schlechte Fenster — aber eine sehr günstige Verbesserung, wenn du kurz- bis mittelfristig Heizkosten drücken willst.
Praktische Anleitung: So machst du es richtig (Schritt für Schritt)
Du brauchst: Isolierfolie (shrink film), doppelseitiges Montagetape (z. B. Tesa), Schere, Haarföhn. Alles bei Obi/Hornbach/Bauhaus oder online.
- 1. Fensterrahmen gründlich reinigen und trockenwischen.
- 2. Doppelseitiges Klebeband rundum anbringen — nicht am Glas direkt, sondern am Rahmen.
- 3. Folie zuschneiden, mit Überhang befestigen.
- 4. Mit dem Haarföhn die Folie von innen erwärmen, sie zieht sich zusammen und wird faltenfrei.
- 5. Überschüssige Folie am Rahmen trimmen. Kontrolliere die Dichtigkeit mit einer Kerze (Rauchtest).
Tipp: Nutze bei Mietwohnungen transparentes Folien‑Set, das beim Entfernen keine Klebereste hinterlässt.
Non‑obvious Tricks, die wirklich helfen
- Setze das Tape nicht direkt auf feuchte Farbe — das hält schlecht.
- Bei Altbau: entferne lose Dichtung, setze Folie so, dass du das Fenster zum Lüften trotzdem öffnen kannst.
- Wenn die Folie Flattern bildet: noch mal mit dem Föhn über die Fläche, langsam und gleichmäßig.

Gefahren und Nebenwirkungen — was viele übersehen
Es gibt eine Kehrseite: Zu dichte Abdichtung ohne Lüftung kann die Luftfeuchte erhöhen und Schimmel begünstigen.
- Kurzes Stoßlüften täglich bleibt Pflicht — auch mit Folie.
- Bei sichtbaren Feuchtestellen: Folie entfernen und Ursache beheben.
- Folie ist kein Ersatz für defekte Dichtungen oder kaputte Fensterrahmen.
Kosten‑Nutzen: Lohnt sich der Aufwand in Deutschland?
Preis pro Fenster: oft 5–15 € (je nach Set und Fenstergröße). Die Wirkung ist spürbar, besonders in Altbauwohnungen mit Einfachverglasung.
Verglichen mit einem neuen Fenster (mehrere hundert bis tausend Euro) ist das ein sehr günstiger Zwischenschritt — vor allem bei den aktuellen Energiepreisen in Deutschland.
Wann du besser Profis kontaktierst
- Wenn Rahmen verfault sind oder die Verglasung eingeschlagen ist.
- Bei starker Feuchte oder erstmals auftauchendem Schimmel.
- Wenn du langfristig energetisch sanieren willst (Förderprogramme der KfW prüfen!).
Mein Fazit — kurz und ehrlich
Die Plastikfolie ist kein glamouröses Upgrade, aber ein pragmatischer, messbarer Effekt: weniger Zugluft, höhere Oberflächentemperaturen am Fenster, spürbar weniger Kälte im Raum. Ich habe es zuhause getestet — und ja, der Unterschied ist fühlbar.
Willst du es probieren? Erzähle: Hast du schon Folie genutzt, oder würdest du sie jetzt testen? Welche Erfahrungen hast du gemacht?









