Du öffnest die Schublade und findest winzige Larven in der Mehltüte — ich kenne das Gefühl: Wut, Ekel, und die Frage, wie viel vom Vorrat jetzt in die Tonne muss. Gerade jetzt, wo wir wieder mehr selbst backen und Vorräte in Glasbehältern lagern, ist das kein kleines Ärgernis.
Ich habe ausprobiert, was wirklich hilft – und ja: Ein Lorbeerblatt kann oft Wunder wirken. Lies weiter, wenn du Mehl ohne Chemiekeule schützen willst.
Warum Motten & Mehl eine unheimliche Kombination sind
Mehl, Nüsse und trockene Körner bieten genug Platz und Nahrung für Mottenlarven. Einmal eingesiedelt, vermehren sich die kleinen Plagegeister schnell.
- Larven verbergen sich gern in Verpackungsfalten und Ritzen.
- Warme, feuchte Vorratskammern (typisch in vielen deutschen Altbau-Küchen im Winter) beschleunigen die Entwicklung.
- Billig verpacktes Mehl in Pappsäcken ist besonders anfällig.
Warum Lorbeerblatt helfen kann
Viele übersehen, dass Küchengewürze mehr können als nur schmecken. Lorbeerblätter enthalten ätherische Öle (z. B. Cineol), die Insekten irritieren.

Lorbeerblatt wirkt wie ein Duftzaun: Es maskiert Gerüche und stört die Orientierung der Schädlinge. Das ist kein Wundermittel gegen jede Plage, aber eine einfache Barriere, die du sofort einsetzt.
Was Lorbeer leisten kann — und was nicht
- Schützt offen gelagerte Mehle und Nüsse besser als gar nichts.
- Verhindert meist das Ansiedeln neuer Motten, tötet aber keine ausgewachsenen Tiere.
- Ist geruchsintensiv: In kleinen Küchen merkt man es schneller als in großen Vorratsräumen.
So mache ich es: Die praktische Anleitung (4 Schritte)
In meiner Praxis habe ich ein simples System entwickelt, das in 10 Minuten einsatzbereit ist.
- Schritt 1: Kaufe getrocknete Lorbeerblätter (1 Packung ≈ 1–3 € bei REWE, Edeka oder türkischen Supermärkten).
- Schritt 2: Reinige das Fach oder das Regal – Krümel entfernen, feucht abwischen und trocknen lassen.
- Schritt 3: Packe Mehl & Co. in luftdichte Gläser oder stabile Plastikboxen. Leg je 1–2 ganze Lorbeerblätter pro 1 kg Mehl obenauf.
- Schritt 4: Bei offenen Packungen lege Lorbeerblatt in ein kleines Teebeutel-Säckchen oder ein Stück Mullstoff und verschließe es mit einem Gummiband.
So konservierst du Mehl richtig: luftdicht verschließen und Lorbeerblatt als Zusatzschutz. Tausche die Blätter alle 8–12 Wochen aus, oder wenn der Duft merklich nachlässt.
Feine Details, die den Unterschied machen
- Gefrier-Methode: Frisches Mehl 48 Stunden bei −18 °C einfrieren, bevor du es lagerst — tötet Eier.
- Glasbehälter sind besser als Karton: sichtbarer Vorrat, keine neuen Verstecke.
- Bei hoher Luftfeuchte: einen Trockenbeutel (Silica) in die Vorratsbox legen.
- Für große Vorräte: Lorbeer in Säckchen entlang der Regalbretter verteilen.
Was viele falsch machen — und wie du es besser machst
Viele legen ein Blatt und vergessen den Rest. Das reicht nicht. Ich habe gesehen, wie eine Familie weiterhin Motten hatte, bis sie alles ausgeräumt und neu verpackt hat.
- Fehler: Nur ein Blatt in der Ecke. Besser: systematisch jedes Gefäß ausstatten.
- Fehler: Lorbeer als Pulver streuen — das macht Sauerei. Besser: ganze Blätter in Säckchen.
- Fehler: Auf Pheromonfallen verzichten. Besser: Fallen nutzen, um erwachsene Falter zu reduzieren.

Wann Chemie oder der Profi nötig sind
Wenn du Larven in jedem Glas und in den Schränken findest, ist das ein Zeichen für einen größeren Befall. Dann helfen Hausmittel allein nicht mehr.
- Bei hartnäckigen Fällen: Pheromonfallen plus gründliche Reinigung oder Kammerjäger kontaktieren.
- Wenn Kinder oder Haustiere betroffen sind: Vorsicht mit chemischen Mitteln — lieber Profi fragen.
Kurz und knapp: Meine besten Tipps für deutsche Haushalte
- Kauf lokal: Gewürzläden, türkische Supermärkte oder Wochenmarkt bieten frische Lorbeerblätter.
- Preisrahmen: Eine Packung kostet meist 1–3 € — günstiger als ständiges Mehlnachkaufen.
- Back-Saison-Tipp: Vor dem Weihnachtsbacken Vorräte prüfen und Lorbeer einlegen.
Übrigens: In Regionen mit feuchterem Klima (Rheinland, Norddeutschland im Herbst) ist regelmäßiges Lüften und Trocknen der Schränke genauso wichtig wie das Lorbeerblatt.
Fazit
Lorbeerblatt ist kein Wundermittel, aber ein günstiger, natürlicher Schutz, den du sofort testen kannst. Ich habe damit mehrfach Ausbreitungen gestoppt — meistens reicht es, Mehl luftdicht zu verschließen und die Blätter regelmäßig zu wechseln.
Hast du Lorbeer im Küchenschrank probiert — oder ein anderes Hausmittel, das besser funktioniert? Erzähle kurz, was bei dir geholfen hat.









