Der Geruch von abgestandenem Fett aus dem Abfluss? Ich kenne das — und die Rechnung vom Klempner danach auch. Viele denken: „ein bisschen Öl schadet doch nicht“. Genau hier liegt die Falle.
Jetzt lesen lohnt sich, weil gerade nach Herbst- und Winterkochen Fette fest werden und Rohre verstopfen — das kann dich schnell mehrere hundert Euro kosten und wochenlang Ärger bringen.
Warum Öl im Abfluss mehr ist als nur „klebriger Mist“
Ich habe bemerkt, wie schnell flüssiges Fett in Rohren zu einer festen, klebrigen Schicht wird. Das ist kein schöner Film — das ist Ihr Abfluss, der langsam zum Stopp-Schild wird.
Wie Fett und Öl in Rohren arbeiten
Stell dir vor, Fett ist wie Zahnpasta: einmal an der Wand, bleibt es kleben. Bei sinkenden Temperaturen – typisch in deutschen Kellern im Winter – verfestigt es sich noch schneller.
- Flüssiges Fett verbindet sich mit Schmutz und bildet regelrechte „Fett-Klumpen“.
- Diese Klumpen fangen Haar, Seifenreste und Essensreste ein — das Rohr wird enger.
- Schließlich folgt der vollständige Stau: Geruch, Rückstau, teure Reparatur.
Diese 6 Öle gehören niemals ins Abwasser
Ich beziehe das auf my kitchen experiments and Gespräche mit lokalen Klempnern in Berlin und München — und das Ergebnis ist eindeutig.
- Bratfett von Fleisch und Pommes
- Sonnenblumen- und Rapsöl nach dem Frittieren
- Olivenölreste (ja, auch hochwertige Öle)
- Butter und Schmalzreste
- Motoröl oder Maschinenöl (definitiv gefährlich)
- Speisefette aus Konservendosen (z.B. Konserven mit Fett)
Kurzer Vergleich
Das Fett in deinem Abfluss ist wie Kaugummi in einer Rinne: Zuerst unsichtbar, dann klebrig, schließlich ein komplett verstopfter Weg.

Was viele falsch machen — und warum das in Deutschland teurer wird
Viele übersehen einfache Entsorgungsregeln. In Städten wie Hamburg oder Köln sind Wassergebühren und Abwasserinstandhaltung hoch — daher zahlen Mieter und Hausbesitzer am Ende mit.
- Direkt ins Spülbecken gießen: Bequem, aber gefährlich.
- Spülen mit heißem Wasser denken die Mehrheit hilft — falsch, das verlagert das Fett nur weiter im System.
- Chemische Rohrreiniger mischen? Finger weg: gefährliche Reaktionen und Rohrschäden möglich.
Konkrete, sofort anwendbare Hacks
Hier gebe ich dir drei einfache Tricks, die ich selbst oft nutze — auch wenn ich nur abends koche und keine Zeit für Aufwändiges habe.
- Auskühlen lassen: Lasse das Öl im Topf abkühlen, bis es fest oder handhabbar ist.
- Absorbieren: Mische Öl mit Kaffeesatz oder Küchenpapier — das saugt es auf.
- Flaschen-Methode: Gieße Reste in eine alte Schraubglasflasche, verschließe sie und wirf sie in den Restmüll oder bring sie zum Wertstoffhof.
Step-by-step: Ölrückstand sicher entsorgen (Kurzanleitung)
- 1) Topf abkühlen lassen, bis das Fett fest wird.
- 2) Mit einem Löffel das feste Fett in ein altes Schraubglas oder eine leere PET-Flasche schaben.
- 3) Kaffeesatz dazugeben oder Zeitungspapier als Füllmaterial — Geruch und Leckrisiko sinken.
- 4) Deckel zu, Etikett „Speiseöl“ drauf, in die Restmülltonne oder zum kommunalen Wertstoffhof bringen.
By the way: Viele Städte in Deutschland haben kostenlose Sammelstellen für Altöl auf dem Wertstoffhof — check dein Rathaus-Portal oder Abfallkalender.
Kann man Öl recyceln? Ja — aber richtig
Einige Gemeinden und Bioenergie-Betriebe nehmen gebrauchtes Speiseöl zur Biodiesel-Herstellung an. Das ist nachhaltig — aber nur, wenn das Öl sauber gesammelt und nicht mit Fremdstoffen vermischt ist.

- Sauberes Öl in verschlossenen Behältern abgeben.
- Keine Essensreste, keine Putzlappen in die Sammelbehälter kippen.
- Informiere dich bei deinem Wertstoffhof oder bei der Gemeinde.
Wenn der Abfluss schon stinkt: Sofortmaßnahmen
Ich habe einmal eine Küche gerochen, die nach einer Woche Fettstau wie eine Müllhalde roch. So habe ich das kurzfristig gereinigt:
- Kein chemischer Reiniger zusammen mit Hausmitteln mischen.
- Erster Schritt: Heißes (nicht kochendes) Wasser in mehreren Schüben durchspülen.
- Zweiter Schritt: 3 EL Natron in den Abfluss, 100 ml Essig dazu, 15 Minuten warten, danach heißes Wasser nachspülen.
- Bei hartnäckigen Fällen: Eine Rohrschlange (Spirale) aus dem Baumarkt verwenden oder einen Klempner rufen.
Wichtig: Bei älteren Leitungen oder sichtbaren Lecks lieber sofort Fachmann kontaktieren — eine DIY-Reparatur kann teuer enden.
Prävention, die wirklich funktioniert
Einmal im Monat diese drei Punkte befolgen und du sparst dir viele Probleme:
- Fettabscheider in der Küche (einfaches Sieb) nutzen.
- Reste in eine Dose statt ins Waschbecken kratzen.
- Regelmäßig heißes Wasser und Natron-Spülung.
Finale — kurz und praktisch
Kurz gesagt: Gießen ist die Kurzsichtigkeit, die dich später teuer kostet. Sammle Öl, lass es fest werden, und entsorge es korrekt — entweder in der Restmülltonne oder beim Wertstoffhof. Wenn du es recyceln willst, informiere dich vorher bei deiner Kommune.
Und jetzt du: Wie entsorgst du dein Bratfett? Hast du schon mal einen Fettstau erlebt — und wie teuer war die Überraschung?









