Dein Klo ist verstopft, der Geruch steigt — und die Rechnung vom Klempner kostet schnell über 100 €. Ich habe mit lokalen Installateuren in Berlin, München und Köln gesprochen und die gleichen fünf Fehler immer wieder gesehen. Lies das jetzt, bevor du den nächsten „einfach runterspülen“-Reflex hast.
Warum das Rohr plötzlich dicht ist
Rohrverstopfungen passieren nicht aus heiterem Himmel. Meistens sammelt sich Material über Monate und dann — *plötzlich* — ist Schluss. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann Feuchtigkeitsschäden und Schimmel nach sich ziehen.
In meiner Recherche wurde mir klar: Viele denken, Wasser löst alles. Tut es nicht.
Die 5 Sünden fürs Klo
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1. Feuchttücher (auch „flushable“)
Diese Tücher zersetzen sich nicht wie Toilettenpapier. Sie verklumpen zu einem Teppich im Rohr und blockieren Siphons.
Merke: „Flushable“ ist häufig Marketing. Entsorge Feuchttücher im Restmüll.
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2. Fett & Öl
Warm spülen viele Reste noch weg — im Rohr kühlen sie ab und werden hart wie Beton. Das gilt für Bratfett genauso wie für Motoröl-Reste beim Heimwerken.

Stell dir Fett vor wie Zement: es klebt an, wird fester und frißt sich durch Rohrverengungen.
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3. Medikamente
Tabletten und Flüssigmedikamente gehören nicht ins Klo. Sie belasten die Gewässer und können Wirkstoffe wieder ins Trinkwasser bringen.
In Deutschland nehmen Apotheken alte Medikamente gratis zurück — nutze das.
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4. Damenhygiene & Windeln
Tampons, Binden und Windeln sind dafür gemacht, Flüssigkeit aufzunehmen — genau das, was Rohre verstopft. Sie quellen auf und bilden feste Klumpen.
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5. Katzenstreu
Katzenstreu saugt Feuchtigkeit auf und wird zur rauen Masse, die Rohre wie Schmirgelpapier beschädigt. Viele Sorten verklumpen zudem chemisch.
Auch „biologisch abbaubares“ Streu braucht Zeit und die richtige Umgebung — nicht deine Kanalisation.

Was Klempner am häufigsten raten
- Immer ein kleiner Mülleimer im Bad — praktisch und peinlichkeitsfrei.
- Fett in ein Glas oder leere Dose schütten, auskühlen lassen und in den Restmüll geben.
- Alte Medikamente zur Apotheke bringen — viele Apotheken in Deutschland nehmen sie ohne Fragen an.
- Bei WC-Problemen zuerst die Toilette nicht weiter benutzen, um ein Überlaufen zu vermeiden.
Praktischer Life‑Hack: So befreist du das Klo selber (Schritt-für-Schritt)
Bevor du den Profi rufst — probier diese Reihenfolge. Ich habe sie in mehreren Berliner Haushalten getestet; oft reicht das.
- Schritt 1: Wasserstand reduzieren — ausschöpfen oder Eimer nutzen, damit es nicht überläuft.
- Schritt 2: Saugglocke (Plunger) — fest ansetzen, kraftvolle Pumpbewegungen.
- Schritt 3: Wenn Plunger nicht hilft: heißes Wasser (nicht kochend) + ein Schuss Spülmittel ins Becken — kurz einwirken lassen, dann nochmal pumpen.
- Schritt 4: Toilette nicht mit Rohrreiniger „totbomben“ — die starken Chemikalien schaden Gummiteilen und Umwelt. Nutze einen Toiletten-Auger oder rufe den Klempner.
- Schritt 5: Funktioniert nichts: Deckel zu und Fachmann anrufen. Fotografiere eventuell sichtbare Rückstände — das hilft bei der Diagnose.
Wie du künftige Katastrophen vermeidest
Ein paar einfache Regeln sparen dir Stunden Ärger und zehn- bis hundertfach höhere Kosten als die paar Cent für einen Mülleimer:
- Informiere Gäste sichtbar: kleines Schild oder Ablage mit Mülleimer.
- Kein Fett in den Ausguss — in vielen deutschen Gemeinden kannst du Altöl am Wertstoffhof (Wertstoffzentrum) abgeben.
- Apotheken für alte Medikamente nutzen — das ist kostenlos und umweltgerecht.
- Bei Kindern: erkläre spielerisch, was ins Klo darf und was nicht.
By the way: In meiner Begleitung eines Notdienstes in München sah ich eine Rechnung von 420 € für einen Rohrtausch nach jahrelangem Feuchttuch-Problem. Das vermeidest du mit wenigen Gewohnheiten.
Kurze Checkliste zum Ausdrucken
- Mülleimer im Bad ✔
- Altöl in Glas sammeln ✔
- Medikamente zur Apotheke bringen ✔
- Keine Feuchttücher, keine Katzenstreu ✔
Zum Schluss: Ein verstopftes Rohr ist meist hausgemacht — und oft vermeidbar. Kleine Änderungen im Alltag sparen dir Nerven und Geld.
Was war dein schlimmstes Klo‑Desaster? Teile deine Anekdote — vielleicht lernen wir gemeinsam, was wirklich hilft.









