Dein Abfluss riecht komisch oder ist komplett verstopft? Du bist nicht allein — viele Haushalte in Deutschland zahlen hunderte Euro für Rohrreinigung, weil falsch entsorgtes Öl den Kanal blockiert. Lies das jetzt, bevor du das nächste Mal Öl in die Spüle kippst: ich habe in meiner Arbeit gesehen, wie schnell aus einem kleinen Tropfen ein fetter Ärger wird.
Warum das wirklich wichtig ist
Einmal falsch entsorgt, verfestigen viele Öle in Rohren oder sammeln sich in Kläranlagen — das kostet uns alle. Das Problem endet nicht im Haus: Es belastet die Umwelt und die kommunalen Klärwerke.
- Verstopfungen führen zu teuren Notdiensten (häufig 150–400 € und mehr in Deutschland).
- Klärwerke müssen ölhaltiges Abwasser aufwendig nachbehandeln — das zahlt die Allgemeinheit.
- Öl kann Boden und Gewässer schädigen, wenn es nicht richtig entsorgt wird.
Die drei Öle, die du NIE in den Abfluss kippen darfst
1) Motoröl / Altöl
Motoröl ist giftig und bleibt lange flüssig — es verteilt sich im Abwassersystem und zerstört die biologische Reinigung in Kläranlagen.
- Kein Tropfen in die Spüle oder Toilette.
- Altöl ist Sondermüll: Bringe es zur Altölannahme beim kommunalen Wertstoffhof oder zu einer Werkstatt, die es annimmt.
2) Gebrauchte Speiseöle und Frittierfett
Viele denken, pflanzliches Öl sei harmlos. Stimmt nicht: Beim Abkühlen verfestigt es zu klebrigen Klumpen (Stichwort: Fatberg) und verstopft Rohre.
- Wegwischen statt ausspülen: Essensreste und Öl mit Küchenpapier auffangen und in die Restmülltonne.
- Für größere Mengen: Öl in eine alte PET-Flasche füllen, verschließen und beim Wertstoffhof oder spezialisierten Sammelstellen abgeben.
3) Hydraulik‑/Getriebeöl und andere Schmierstoffe
Diese Öle sind oft zäh und enthalten Additive, die Kläranlagen schädigen. Sie gehören zu den problematischsten Flüssigkeiten im Haushalt und in Werkstätten.

- Auf gar keinen Fall in den Ausguss.
- Abgabe bei kommunalem Schadstoffsammlungstag oder bei Betriebswerkstätten.
Praktische Hacks: So entsorgst du Öl richtig (Schritt-für-Schritt)
Ich habe diesen Ablauf oft empfohlen — er funktioniert zuverlässig und spart Ärger:
- Speiseöle filtern: Küchenpapier oder ein Kaffeefilter fängt grobe Partikel.
- Abkühlen lassen: Öl vollständig abkühlen lassen, damit es nicht heißes Plastik schädigt.
- Aufbewahren: In eine verschließbare PET-Flasche oder ein Schraubglas füllen und gut verschließen.
- Abgabe: Zur kommunalen Sammelstelle (Wertstoffhof) bringen oder an einer lokalen Sammelaktion abgeben.
Notfall: Öl schon in der Spüle? So handelst du jetzt
Mir ist das in einer Küche passiert — und es war kein Spaß. Statt panisch heißes Wasser drüberzukippen, arbeite systematisch:
- Stöpsel rein, den Abfluss nicht weiter nutzen, um mehr Verbreitung zu vermeiden.
- Platz unter den Siphon freiräumen, Eimer darunterstellen.
- Schlauch- oder Rohrverbindungen am Siphon lösen (meist per Hand oder mit Rohrzange) und das Fett direkt entfernen.
- Siphon mit heißem Wasser und Spülmittel auswaschen, trocken wischen und wieder einsetzen.
Das Entfernen des Siphons ist der effizienteste Weg — und spart den teuren Handwerkerbesuch, wenn du es selbst vorsichtig machst.

Wo du in Deutschland Altöl und Speiseöl abgibst
Üblicherweise gilt:
- Wertstoffhof / Recyclinghof: Die sicherste Adresse für Altöl und große Mengen Speiseöl.
- Werkstätten: Viele Autowerkstätten nehmen Altöl entgegen — oft kostenlos.
- Gemeindliche Schadstoff-Sammeltage oder spezielle Container für Speiseöl in manchen Gemeinden.
Übrigens, vor dem Wegbringen kurz online prüfen: Viele Städte (z. B. auf der Webseite des Landkreises) listen Annahmestellen und Öffnungszeiten.
Ein Bild, das hilft: Denk an den Fatberg
Stell dir Fett in deinem Rohr wie einen Kaffeefilter vor, der alles fängt — nur dass er sich verfestigt. Je weniger Fett ins System, desto seltener der Notdienst.
Letzte Tipps, die dir tatsächlich helfen
- Küchenrolle statt Wasser: Wische Pfannen mit Papier aus, bevor du spülst.
- Fehmarn-Fähre? Nein — aber bei der Jahreszeit: in kalten Monaten verfestigt Fett schneller; besonders aufpassen.
- Etikett: Leere Flaschen mit „Speiseöl“ beschriften, damit niemand sie ins Altglas wirft.
Fazit: Kleine Gewohnheiten sparen dir in Deutschland Ärger und Geld — und schützen Flüsse und Klärwerke. Ich habe oft gesehen, wie einfache Tricks (Flasche statt Spüle) gleich mehrere Probleme verhindern.
Hast du schon mal Öl in die Spüle gekippt oder eine kreative Entsorgungsmethode? Schreib’s in die Kommentare — ich bin neugierig auf eure Lösungen.









