Dein Waschbecken läuft langsam ab, es riecht muffig und der Klempner verlangt plötzlich 120 € Anfahrt — vertraut? Das sind die kleinen Entscheidungen, die später eine große Rechnung bedeuten.
Ich habe in meiner Praxis oft gesehen, wie aus einem winzigen Fehler eine verstopfte Leitung wird, die Tage Ärger macht. Lies das jetzt, bevor du das nächste Mal irgendetwas in den Abfluss spülst.
1. Fett und Bratöl – der schleichende Beton
Du kippst das Pfannenfett in den Abfluss, weil „es ja nur ein Löffel ist“? Das ist die Nummer-eins-Fehlentscheidung in deutschen Haushalten, besonders rund um Weihnachten oder Sonntagsbraten.
Ich bemerkte oft, dass Fett in kalten Rohren hart wird wie Zement und sich mit anderen Partikeln verbindet — das Resultat ist ein Rost aus Fett, der das Rohr verengt.
Warum das sofort aufhören muss
- Fett verklumpt beim Abkühlen und bildet dauerhafte Ablagerungen.
- Es bindet Haare, Sand und Essensreste — das Rohr wird schneller dicht.
- Die Entfernung kostet dich oft mehr als 100 € beim Klempner.
2. Feuchttücher & Hygieneartikel – „Flushable“ ist oft eine Lüge
Viele Feuchttücher tragen „spülbar“ auf der Verpackung. Viele Klempner lachen darüber — und mein Team auch.

In meiner Praxis sah ich Rohre, die vollständig von verfilzten Tüchern blockiert waren. Das Material löst sich nicht wie Toilettenpapier, sondern bildet einen festen Teppich.
Was passiert im Rohrnetz
- Die Fasern verklumpen und greifen Anschlussstücke an.
- Selbst in städtischen Kanälen führen sie zu Rückstau und teuren Kanalreinigungen.
- Du riskierst Schäden, die von der Versicherung nicht immer gedeckt sind.
3. Haare, Kaffeesatz & größere Essensreste – das unsichtbare Knotengebiet
Haare im Badezimmer und Kaffeesatz in der Küche sind banale Übeltäter. Viele übersehen sie, bis das Wasser gar nicht mehr abläuft.
Ich habe Klienten gesehen, die Kaffeesatz direkt in die Spüle schütten — er wirkt wie Schleifpapier und verstopft Abflussrohre mit Fett schneller.
Warum diese Kombination gefährlich ist
- Haare bilden Netzwerke, an denen sich Fett und Schmutz festsetzen.
- Kaffeesatz bindet Flüssigkeit und bildet kompakte Ablagerungen.
- Gemeinsam erzeugen sie einen Korken, der nur mechanisch entfernt werden kann.
Praktische Regeln, die wirklich funktionieren
- Nie Fett ins Rohr: Auffangen, abkühlen lassen und in den Restmüll oder das Altpapierglas (im Haushalt oft üblich) geben.
- Feuchttücher gehören in den Restmüll — nicht in die Toilette.
- Kaffeesatz und Essensreste in den Biomüll oder Kompost (wenn du einen hast), nicht ins Spülbecken.
- Im Bad: regelmäßige Reinigung des Siphons und ein Haarfang im Abfluss benutzen.
DIY-Lösung: So entfernst du eine frische Fettverstopfung (schrittweise)
Wenn du den Fehler schon gemacht hast: probier zuerst diese Hausmittel, bevor du den Klempner rufst.
- Schritt 1: Entferne stehendes Wasser mit einem Eimer und setz Handschuhe auf.
- Schritt 2: Gieße kochendes Wasser (vorsichtig!) in den Abfluss — das kann weiches Fett lösen.
- Schritt 3: Eine halbe Tasse Backpulver in den Abfluss, danach eine Tasse Essig. Abdecken und 15–30 Minuten warten.
- Schritt 4: Mit erneut kochendem Wasser nachspülen. Wenn das nicht hilft: Siphon abschrauben und manuell reinigen (das Rohrstück ist oft in einer Minute sauber).
Wenn du Werkzeuge brauchst: Ein einfacher Rohrreinigungsspirale (10–20 € bei Obi, Bauhaus oder Toom) hilft oft. Viele lokale Baumärkte in Deutschland führen günstige Modelle.

Wann du wirklich den Profi rufen solltest
- Wenn das Wasser trotz Hausmitteln gar nicht abläuft.
- Bei wiederkehrenden Gerüchen oder langsamem Ablauf in mehreren Anschlüssen — das kann tiefer im Kanal liegen.
- Bei sichtbaren Lecks oder Rückstau: sofort anrufen.
In meiner Erfahrung beginnen Klempner-Einsätze in Deutschland meist bei etwa 80–120 € für die Anfahrt/Grundkosten; größere Arbeiten können schnell teurer werden. Ruf den Profi, wenn du unsicher bist — das spart oft Geld langfristig.
Alltagstaugliche Vorsorge, die du morgen schon umsetzen kannst
- Stell ein kleines Gefäß neben die Spüle für Bratfett.
- Nutze Feinsiebe für Dusche und Spüle — kosten 2–10 € bei Discountern oder Baumärkten.
- Entsorge Kaffeesatz in der Biotonne oder dem Komposthaufen, nicht ins Rohr.
By the way: In vielen deutschen Haushalten funktioniert das simple Ritual „Fett in ein altes Glas“ wunderbar — kein Hexenwerk, nur Gewohnheit.
Schlusswort
Viele Fehler passieren aus Bequemlichkeit. Ich habe gesehen, wie ein Schnappentschluss (ein Glas mit Fett in den Müll kippen) Tausende Euro an Folgearbeiten verhindert hat.
Was ist dein schlimmstes Abfluss-Desaster? Teile deine Geschichte oder deinen besten Trick — vielleicht rettet dein Tipp morgen jemandem 100 €.









