Dein Abfluss gluckert, das Wasser läuft nur noch langsam ab — und du ahnst, dass gleich wieder ein Chaostermin mit dem Klempner ansteht. Ich habe jahrelang Rohre gesehen, die in 20 Minuten verstopft waren, obwohl die Besitzer dachten, sie seien vorsichtig. Lies das jetzt, sonst zahlst Du bald 150–250 € für einen Notdienst am Wochenende.
Ich habe in meiner Praxis gelernt: Viele Ursachen sind vermeidbar — aber es gibt ein paar Dinge, die Rohre regelrecht „fressen“.
Warum das schneller passiert, als Du denkst
Rohre sind keine Einbahnstraße für Wasser, sie sammeln Partikel wie ein unsichtbarer Staubsauger.
Wenn Fett, Haare und Feuchttücher zusammenkommen, bilden sie eine Art Teer — das verengt das Rohr wie Kalk in einer Kaffeemaschine. Das passiert leise, bis nichts mehr geht.
Die Top-Sünder — und warum sie so gefährlich sind
- Fett und Öl — warmes Bratfett fühlt sich harmlos an, kühlt im Rohr ab und wird zur festen Hülle.
- Haare und Seifenreste — bilden zusammen eine matte, klebrige Masse, die Rohre wie Haarbrushen zusetzt.
- Feuchttücher (auch „biologisch abbaubar“) — reißen nicht auf, verklumpen und blockieren S-Kurve und Rohrbögen.
- Kaffeesatz — wirkt wie Schleifmittel und bindet Fett; gelegentlich okay, regelmäßig giftig für Rohre.
- Essensreste ohne Sieb — Kartoffelstärke, Mehl und Reis quellen und verstopfen.
- Zahnseide, Wattepads, Tampons — absoluter Tabu für die Toilette.
- Alte Seifenstücke in hartem Wasser — bilden Seifenschlamm, der sich an Rohrwänden festsetzt.

Was ich oft sehe — und was Du anders machen kannst
In meiner Arbeit fiel mir auf: Die meisten Haushalte haben eins gemeinsam — gute Absichten, schlechte Gewohnheiten. Du musst nicht jede Woche den Klempner rufen, sondern Gewohnheiten ändern.
- Nutze ein Sieb im Waschbecken und in der Dusche (gibt’s bei OBI/Bauhaus für 3–8 €).
- Sammle Fett in ein altes Glas und entsorge es im Restmüll — gieß es nie heiß in den Abfluss.
- Feuchttücher gehören in den Restmüll, nicht in die Toilette.
- Spüle Kaffeesatz in den Biomüll oder in den Kompost — in vielen Gemeinden Deutschlands ist das erlaubt.
- Wenn Kinder im Haushalt sind: Saugprüfung — keine kleinen Spielsachen in die Toilette.
Der einfache Notfall-Hack (funktioniert oft innerhalb von 30 Minuten)
Ich habe diese Methode Dutzendfach angewendet — sie ist günstiger als Chemiekeule und oft erfolgreicher:
- Schritt 1: Wasser ablassen (wenn möglich). Entferne den Stopfen/Pop-up aus dem Waschbecken.
- Schritt 2: Eine Handvoll Backpulver (Natron) in den Abfluss geben.
- Schritt 3: Eine halbe Tasse Essig dazu — es schäumt, warte 10–15 Minuten.
- Schritt 4: Einen Liter heißes (nicht kochendes) Wasser nachgießen, spülen.
- Schritt 5: Wenn es noch hakt: eine Saugglocke (Pümpel) benutzen, 10–15 kräftige Pumpbewegungen.
Übrigens: Für Haare in der Dusche ist eine Rohrspirale (Spirale/Schlangensonde) aus dem Baumarkt oft die schnellste Lösung — kostet 10–30 € und spart den Handwerker.
Was Du auf keinen Fall tun solltest
- Chemische Rohrreiniger als Dauerlösung: Sie „lösen“ nicht immer, sondern können Rohre angreifen und sind gefährlich für Dich.
- Heißes Wasser allein bei Fettproblemen: manchmal hilft es kurzfristig, aber kann Fett weiter in tiefe Rohre treiben.
- Schüsseln voller Essensreste in die Spüle — falsch gedacht, richtig entsorgen.
Vorbeugen: die Routine, die Dein Rohr liebt
- Täglich: Grobe Essensreste in den Müll, nicht in die Spüle.
- Wöchentlich: Heißes Wasser + Spülsalz/Essig in die Spüle, um leichte Ablagerungen zu lösen.
- Monatlich: Kurz die Siebe reinigen, Spirale prüfen, Silikon- oder Gummidichtungen checken.
- Investition: Ein einfaches Dusch-Sieb = 5 €; eine robuste Spirale = 15–25 €.

Wann Du den Profi rufen solltest
Wenn das Problem wiederkehrt oder Wasser komplett stehen bleibt, ist es Zeit für den Klempner. Besonders bei üblem Geruch oder Rückstau aus dem WC: nicht länger warten.
Notdienst am Wochenende? Rechne mit 150–250 € plus Material. Ein geplanter Werktagstermin ist meistens deutlich günstiger.
Mein letzter, vielleicht seltsamer Tipp
Ich habe beobachtet, dass in vielen deutschen Haushalten die Gewohnheit, Kaffee in der Spüle zu entsorgen, tief sitzt. Stell einen kleinen Kompost- oder Kaffeesatz-Behälter in die Küche. Es kostet kaum Platz, reduziert Verstopfungen und ist ein kleiner Sieg gegen stressige Rohr-Notfälle.
Rohre mögen Gewohnheiten, nicht Experimente. Ändere wenige Dinge — und Du sparst Zeit, Nerven und Geld.
Was war Dein schlimmster Verstopfungs-Fail? Schreib’s in die Kommentare — ich antworte mit Tipps.









