Verstopfte Rohre, übler Geruch und plötzliches Rückstauen — das sind die typischen Sorgen nach der Weihnachtsbraterei oder wenn Du alte Fritteusenentfettung im Spülbecken entsorgst. Ich habe in meiner Arbeit als Installateur oft gesehen, wie eine harmlose Handlung zur teuren Katastrophe wurde.
Warum Du das jetzt lesen solltest: In Deutschland steigen die Abflussprobleme im Winter, und viele Hausbesitzer wissen nicht, dass ein einfacher Fehler die Rohre binnen Wochen stark schädigen kann.
Warum das vermeintlich harmlose Öl gefährlich ist
Viele kippen Speiseöl, Bratfett oder Reste von Friteusen direkt in die Spüle. Ich habe bemerkt: genau das ist der Anfang vom Ende für Kunststoff- und Metallrohre.
Fett verhärtet sich bei kühler Temperatur und klebt an Innenwänden wie Zement. Mit der Zeit bildet sich eine dicke Schicht, die den Durchmesser reduziert und Ablagerungen anzieht — das Ergebnis: Verstopfung und Korrosion.
Was passiert konkret im Rohr?
- Warm geschüttetes Fett fließt zunächst ab, kühlt dann im Rohr ab und wird klebrig.
- An diesen Fettschichten lagern sich Essensreste, Kaffeegrund und Kalk an.
- Bei Frost (im deutschen Winter) verstärkt sich das Problem — Fett wird steinhart.
Typische Fehler, die ich immer wieder sehe
- Öl in den Ausguss schütten „weil es bequem ist“.
- Kombination mit Kaffeesatz im Abfluss — das wirkt wie Mörtel.
- Vertrauen auf aggressive Chemie: ätzende Abflussreiniger greifen Rohre an und lösen kurzfristig, aber schwächen das Material langfristig.
Merke: Ein Liter Fett im Abfluss ist kein kleines Missgeschick — es ist eine tickende Zeitbombe für Dein Rohrnetz.

Praxis-Hack: So entsorgst Du Öl richtig (und kostenlos oder günstig in DE)
In meiner Praxis mit Kunden aus Berlin, München und kleineren Gemeinden funktioniert diese Methode fast immer und kostet fast nichts:
- Öl nach dem Kochen erst in einem Gefäß abkühlen lassen.
- In ein altes Schraubglas oder eine leere Saftflasche gießen.
- Geschlossen in den Restmüll geben oder zum Wertstoffhof bringen — viele Städte nehmen gebrauchtes Speiseöl an.
- Für größere Mengen: Viele kommunale Sammelstellen und Recyclinghöfe (Wertstoffhof) akzeptieren gebrauchtes Speiseöl kostenlos.
Übrigens: Supermärkte wie REWE oder regionale Entsorger bieten manchmal Hinweise oder Sammelaktionen — ein Anruf kostet kaum Zeit und kann Dir später hunderte Euro Rohrreparatur sparen.
Wenn es schon zu spät ist: Sofortmaßnahmen
- Stopp weitere Wasserzufuhr in betroffenen Bereich.
- Versuche nicht sofort mit viel heißem Wasser gegenzuspülen — das kann Fett weiter in die Leitungen drücken.
- Reinige den Siphon selbst (siehe Schritt-für-Schritt unten) oder rufe einen Klempner.
Schritt-für-Schritt: Siphon sicher selbst reinigen
Ich zeige Dir eine Methode, die ich oft vor dem Einsatz des Handwerks werde:
- Stelle einen Eimer unter den Siphon.
- Löse die Muttern mit einer Rohrzange oder per Hand, falls möglich.
- Entferne den Siphon vorsichtig — das Wasser läuft aus; fange alles im Eimer auf.
- Schabe Fett und Schmodder mit einem alten Löffel oder einer Bürste heraus.
- Spüle den Siphon mit heißem Wasser und etwas Spülmittel aus; setze ihn wieder ein.
- Wenn das Problem tiefer sitzt: Nicht weiter herumprobieren — ruf den Profi.
Hinweis: Wenn Du unsicher bist, schütze Dich mit Handschuhen und schaue die Dichtungen genau an — häufig sind sie nach Fettbefall porös und müssen ersetzt werden.
Wann ein Klempner unumgänglich ist (und was das kosten kann)
Es gibt Fälle, in denen Fett den ganzen Strang angeklebt hat. Dann helfen nur noch maschinelle Reinigung oder gar Rohrtausch.

Ich habe erlebt, dass einfache Rohrreinigungen teurer werden, je länger man wartet. In Deutschland ist es üblich, dass ein Einsatz ab etwa 100 Euro startet — bei aufwändigeren Sanierungen schnell deutlich mehr.
Aber es gibt Hoffnung: Vorbeugen ist billiger als Reparieren.
Meine schnellsten Tipps, damit Du nie wieder in diese Falle trittst
- Kein Fett in den Ausguss. Punkt.
- Fett in verschließbare Gläser sammeln und zur kommunalen Sammelstelle bringen.
- Regelmäßig den Siphon kontrollieren — gerade nach Festessen oder Braten.
- Keine Dauerlösung: enzymatische Reiniger statt ätzender Chemie verwenden.
Aber es gibt einen Haken: Viele glauben, dass kleine Portionen kein Problem sind. Ich habe gesehen, wie gerade kleine Gewohnheiten in Mehrjährigen Wohnungen zu dicken Fettschichten führten — man unterschätzt das.
Fazit
Du denkst, ein Schuss Speiseöl ist harmlos — das ist er nicht. Ich habe Kunden gehabt, die nach drei Monaten wiederkehrende Probleme hatten, weil sie Fett einfach weggespült haben. Schütze Deine Rohre wie Dein Handy: einfache Maßnahmen heute sparen Dir später Stress und Kosten.
Hast Du schon einmal Öl in den Abfluss gekippt — und wie hast Du es entsorgt? Schreib’s in die Kommentare, vielleicht hilft Deine Erfahrung anderen Lesern.









