Sie stehen im Küchenladen, halten eine schicke keramisch beschichtete Pfanne in einer Hand und eine glänzende Edelstahlpfanne in der anderen — und fragen sich: Was ist besser für meine Gesundheit? Die Antwort ist nicht schwarz‑weiß. Als jemand, der seit Jahren täglich kocht, habe ich beides ausprobiert, und ja: die Unterschiede sind relevant.
Kurzfassung: Was Sie wirklich wissen müssen
Keramikpfannen werben mit „chemiefrei“ und „natürlicher“ Beschichtung. Metallpfannen (Edelstahl, Gusseisen, Aluminium harteloxiert) versprechen Robustheit und hohe Temperaturen. Gesundheitlich entscheidend sind drei Faktoren: Beschichtungsstoffe, Temperaturverhalten und Metallauslaugung. Qualität und Nutzung machen oft mehr aus als das Label.
Keramikpfannen: Pro und Contra
Keramikbeschichtungen sind meistens PTFE‑frei (also kein Teflon). Das klingt gut — und ist es teilweise. Die Oberfläche gleitet gut bei niedrigen bis mittleren Temperaturen und lässt sich leicht reinigen.
- Vorteile: Kein PTFE, gute Antihaftwirkung am Anfang, leicht.
- Nachteile: Beschichtung nutzt sich schneller ab, kann bei sehr hoher Hitze spröde werden und abplatzen. Manche günstigen Modelle enthalten Pigmente oder Verunreinigungen, daher lohnt ein Blick auf Tests wie Stiftung Warentest oder LFGB‑Zertifikate.
Mein Praxistipp: Keramikpfannen sind ideal für schonendes Braten (Eierspeisen, Fisch), aber vermeiden Sie heiße, trockene Hitze — das verkürzt die Lebensdauer.

Metallpfannen: Edelstahl, Gusseisen, Harteloxiertes Aluminium
Metallpfannen sind vielseitig und langlebig. Jede Metallart hat ihren Charakter:
- Edelstahl (z. B. Cromargan von WMF): robust, reagiert kaum mit Lebensmitteln, aber Anhaften ist möglich ohne Fett.
- Gusseisen (Le Creuset, klassische deutsche Eisenpfannen): speichert Hitze exzellent, gibt eine kleine Menge Eisen ans Essen ab — für viele ein Plus, bei Hämochromatose ein Nachteil.
- Harteloxiertes Aluminium: leicht, gute Wärmeleitung, wenig Auslaugung dank stabiler Oberfläche.
Gesundheitlich sind Metallpfannen sicher, wenn sie nicht beschädigt oder minderwertig sind. Edelstahl kann bei sehr säurehaltigen Gerichten geringe Mengen Nickel oder Chrom abgeben — relevant für Allergiker.
Temperaturfaktor: Wann wird’s kritisch?
Gefährlich werden Beschichtungen meist erst bei extremen Temperaturen. PTFE‑Beschichtungen beginnen oberhalb von rund 260–300 °C zu zersetzen — das erreichen Sie beim normalen Braten selten, eher beim leeren Aufheizen. Keramikschichten können bei hoher Hitze spröde werden, ohne die dramatischen Dämpfe von PTFE.
Mein Tipp: Heizen Sie Pfannen nie leer auf, verwenden Sie Öl und mittlere Hitze. Das schützt Beschichtung und Gesundheit — und vermeidet Küchenkatastrophen.

Praktische Entscheidungshilfe: Welche Pfanne für wen?
Wählen Sie nach Kochverhalten, nicht nach Werbeversprechen:
- Wenn Sie oft scharf anbraten und hohe Temperaturen brauchen: Gusseisen oder Edelstahl.
- Wenn Sie fettarm und oft bei niedrigen Temperaturen braten (Eier, Pfannkuchen): Keramik kann praktisch sein.
- Bei Allergien gegen Nickel: Achten Sie auf 18/10 Edelstahl oder alternative Materialien.
- Wer Wert auf Langlebigkeit legt: Investieren Sie in gute Marken wie WMF, Silit, Le Creuset oder eine hochwertig harteloxierte Pfanne.
Pflege und Sicherheit: Einfache Regeln
- Keine leeren Pfannen aufheizen.
- Holz- oder Silikonutensilien für beschichtete Pfannen verwenden.
- Spülmaschine meiden — Handwäsche verlängert die Lebensdauer.
- Bei Kratzern Beschichtung ersetzen; bei Gusseisen regelmäßig einbrennen.
Mein Fazit
Es gibt keine „eine“ gesündeste Pfanne. Keramik reduziert das Risiko von PFTE‑Exposition, nutzt sich aber schneller. Metallpfannen sind robust und oft langfristig sicherer — vorausgesetzt, Sie wählen Qualität und handhaben sie richtig. In meiner Küche stehen mindestens zwei Pfannen: eine Gusseisenpfanne für scharfes Anbraten und eine gute Keramikpfanne für das schnelle Frühstücksei. Das hat sich bewährt.
Welche Pfanne bevorzugen Sie — oder haben Sie eine überraschende Pflege‑Methode? Teilen Sie Ihre Erfahrung in den Kommentaren, ich bin gespannt auf Ihre Tipps.









