Wussten Sie, dass in vielen Profiküchen kleine Keimlinge als echtes Superfood gehandelt werden? Microgreens und Sprossen bringen nicht nur Farbe auf den Teller – sie strotzen nur so vor Vitalstoffen. Doch statt für teures Equipment tief in die Tasche zu greifen, können Sie zu Hause mit einfachsten Mitteln loslegen. Wie das ohne Frust und Fehlversuche gelingt? Hier finden Sie meine besten Tipps und Erfahrungen – völlig alltagstauglich.
Warum Keimlinge zu Hause überhaupt Sinn machen
Sprossen sind echte Kraftpakete: Mehr Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe als ausgewachsenes Gemüse. Aber das wissen Sie vermutlich schon. Was oft unterschätzt wird: Das Keimen geht extrem schnell, sorgt für mehr Frische in der Küche und eröffnet völlig neue Aromen. Besonders im Winter, wenn der Speiseplan trist zu werden droht, sind Sprossen mein Vitamin-C-Geheimtipp.

Welche Samen lassen sich ohne Spezialgeräte keimen?
- Linsen (rote, grüne, braune)
- Kichererbsen
- Brokkoli- und Radieschensamen
- Alfalfa
- Bockshornklee
- Sonnenblumenkerne (geschält)
Alle oben genannten Sorten bekommen Sie im Bioladen oder online – achten Sie auf das Label „keimfähig“. Von herkömmlichen Gartensaaten besser die Finger lassen, diese sind oft vorbehandelt.
So geht Keimen ohne Keimgerät
Sie brauchen: ein sauberes Glas (z.B. ein altes Marmeladenglas), ein Stück Gaze oder ein feines Teesieb als Deckel, einen Haushaltsgummi und Wasser. Das ist alles – wirklich.
- Einweichen: Geben Sie die Samen ins Glas, mit Wasser bedecken und 8–12 Stunden stehen lassen (über Nacht geht super).
- Abgießen und spülen: Wasser abgießen, Samen mit frischem Wasser auswaschen. Glas schräg stellen, damit Restwasser abfließen kann.
- Morgens und abends spülen: Zweimal täglich mit frischem Wasser spülen, jeweils wieder das Glas schräg abstellen.
- Nach 2–5 Tagen: Je nach Sorte sind die Keimlinge fertig.

Typische Fehler & wie Sie sie vermeiden
- Zu viel Wasser: Stauende Nässe führt zu Schimmel. Lassen Sie das Glas immer abtropfen!
- Zu wenig Frischluft: Der Deckel sollte niemals komplett schließen. Lieber Netz oder Gaze verwenden.
- Direkte Sonne: Keimlinge mögen es hell, aber nicht heiß. Am besten auf der Fensterbank ohne direkte Mittagssonne.
- Vergessen zu spülen: So entwickeln sich schnell unangenehme Gerüche. Erinnern Sie sich am besten mit einem Zettel am Kühlschrank.
Wie verwende ich die frischen Keimlinge?
Ich liebe sie ganz klassisch auf dem Vollkornbrot mit Frischkäse oder Quark. Oder als knackiges Topping für Salate, Bowls und Suppen. Selbst auf Pasta sorgen sie für einen Frischekick. Tipp: Brokkoli-Keimlinge passen perfekt zu asiatischen Gerichten; Kichererbsensprossen schmecken leicht nussig und machen jedes Curry bunter.
Fazit: Selber Keimen? Unbedingt ausprobieren!
Für mich ist das Keimen längst Routine geworden – es spart nicht nur Geld, sondern macht den Speiseplan vielfältiger. Selbst meine Kinder essen mittlerweile freiwillig Sprossen, wenn sie beim Spülen der Gläser mithelfen dürfen. Warum also nicht heute starten? Allein die ersten grünen Spitzen zu entdecken, macht Freude. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit Sprossen – oder wollen Sie gerade erst loslegen? Schreiben Sie gern einen Kommentar!









