Wasser ist unser Quell des Lebens – und doch haben viele Hobbygärtner im Sommer das Gefühl, es läuft literweise einfach davon. Wussten Sie, dass fast 60% des Gießwassers im Treibhaus verdunstet, bevor es die Pflanzen erreicht? Dabei gibt es eine überraschend einfache Methode, die Ihre Wasserrechnung und die Umwelt schont. Was bislang fast niemand im Kleingartenverein nutzt, ist dabei so logisch, dass ich mich frage, warum ich nicht längst darauf gekommen bin.
Das Wasserproblem im Treibhaus: Mehr vergeuden als versorgen
Hand aufs Herz: Haben Sie in den letzten Jahren auch öfter nach der Gießkanne gegriffen? Im Gewächshaus herrscht zwar ideales Klima für Tomaten und Co., doch die Hitze sorgt dafür, dass Gießwasser schnell verdunstet – besonders bei klassischen Bodenbewässerungen. Wer wie ich jahrelang seine Tomatenernte für die Wasserlache unter dem Tisch geopfert hat, weiß, wie frustrierend das sein kann.

Der Trick: Mulchen für effiziente Wassernutzung
Hier kommt der Gamechanger ins Spiel – Mulchen. Klar, klingt unspektakulär. Aber: Eine Schicht natürlichen Materials – etwa Stroh, Rasenschnitt oder Laub – direkt auf der Erde verteilt, wirkt wie eine Schutzdecke gegen Verdunstung. Ihr Wasser bleibt viel länger im Boden, die Wurzeln freuen sich und Sie sparen im Schnitt 30 bis 40 Prozent Gießwasser! Nach meiner ersten Saison mit Mulch wollte ich das ehrlicherweise nie wieder anders machen. Kein ständiges Nachgießen, kein schlechtes Gewissen, weil der Gartenschlauch wieder den ganzen Tag lief.
So mulchen Sie richtig – Schritt für Schritt
- Entfernen Sie vor dem Mulchen alles Unkraut, damit sich darunter nichts Wildes ausbreitet.
- Lockern Sie die Erde leicht auf und gießen Sie gründlich – der Boden soll feucht, aber nicht matschig sein.
- Verteilen Sie eine 3–5 cm dicke Schicht Mulch (z.B. Stroh, getrocknetes Laub oder auch Holzhäcksel).
- Achten Sie darauf, den Mulch nicht direkt an die Pflanzenstiele zu legen, um Fäulnis vorzubeugen.
- Ergänzen Sie bei Bedarf und beobachten Sie einfach, wie viel weniger Wasser Ihre Pflanzen jetzt brauchen.

Weitere praktische Tipps für Wassersparer
- Am frühen Morgen gießen: Die Verdunstung ist dann am geringsten.
- Gießwasser auffangen: Regenwasser sammeln und sinnvoll einsetzen.
- Tropfbewässerung: Wer’s genauer mag, setzt auf Schlauchsysteme für die punktgenaue Versorgung – spart noch mal Wasser ein.
- Schattierung: Leichte Schattiernetze oder dünne Tücher senken die Temperaturen und vermindern das Verdunsten des Wassers.
Lohnt sich Mulchen wirklich?
Aus meiner Praxis: Nach zwei Saisons mit Mulch sind meine Tomaten gleichmäßig gewachsen, und ich habe locker ein Drittel weniger gegossen. Die Erde bleibt länger feucht, Wurzeln entwickeln sich kräftig und das Mikroklima im Treibhaus verbessert sich sichtbar. Wer schlau mulcht, muss weniger hin- und herrennen – und spart dabei nicht nur Wasser, sondern auch Zeit.
Fazit: Wasser clever sparen und die Ernte boosten
Wer jetzt noch ohne Mulch durchs Gewächshaus geht, gießt im wahrsten Sinne über den Durst. Probieren Sie es diese Saison aus und beobachten Sie selbst, wie entspannt Ihre Pflanzen und Ihr Wasserzähler reagieren. Haben Sie vielleicht noch einen eigenen Tipp, wie Sie effektiv Wasser im Garten sparen? Schreiben Sie Ihre Erfahrung oder Fragen in die Kommentare – ich bin gespannt!









