Sie merkten es vielleicht zuerst am langsameren Abfluss im Waschbecken oder an unangenehmem Geruch im Bad. Wenn Sie es ignorieren, kann aus einer kleinen Verstopfung schnell eine 500–2.000 € teure Rohrreparatur werden — das ist kein Übertreibung, das ist Alltag in deutschen Haushalten. Lesen Sie das jetzt: ich habe Fälle gesehen, in denen eine bestimmte Seifenwahl über Jahre Rohre zusetzen kann.
Warum das jetzt wichtig ist
Ich habe bemerkt, dass viele Leute ihre Seifenreste einfach in den Abfluss spülen — besonders im Herbst und Winter, wenn kalte Temperaturen Fett und Seifenrückstände härter werden lassen.
Seifenreste und Haare sind die heimlichen Rohrkiller. In meiner Praxis als Reporter, der mit Installateuren in Berlin, München und kleineren Gemeinden sprach, hörte ich dasselbe: langsam wachsende Ablagerungen.
Welche Seifen genau Probleme machen
Es geht nicht um eine einzelne Marke, sondern um fünf Seifenarten bzw. Eigenschaften, die Installateure immer wieder nennen:

- Seifen mit hohem Fettgehalt (Pflanzenfette, Palmöl): bilden dichten Schmierfilm.
- Seifenstücke, die stark rückfetten und schmierige Rückstände hinterlassen.
- Seifen mit synthetischen Wachsen oder Paraffin‑ähnlichen Zusätzen: können in kalten Rohren wie Wachs verhärten.
- Starke feste Seifenreste (Seifenstück-Schnipsel), die sich mit Haaren verfilzen.
- Seifen, die in hartem Wasser großflächig „Seifenschaum“ bilden (so genannte Seifensradioaktive Reaktionen mit Kalk).
Wie das in Ihren Rohren wirkt — eine Metapher
Stellen Sie sich vor, Ihr Rohr ist eine Kaffeemaschine: feinste Partikel setzen sich im Filter fest. Über Jahre verengt sich der Kanal wie ein zu enger Kaffeefilter — Wasser staut sich. So entstehen diese fiesen, klebrigen Ablagerungen.
Symptome, die Sie nicht ignorieren sollten
- Abfluss wird langsam — nicht nur ein kurzes Ruckeln.
- Wasser steht sichtbar im Siphon oder in der Dusche.
- Gerüche aus Waschbecken oder Bodenablauf.
- Ölige Filmreste im Abfluss oder an Armaturen.
Konkrete, sofort umsetzbare Tipps
Viele übersehen einfache Maßnahmen, die Jahre an Problemen verhindern. Probieren Sie diese Routine:
- Wöchentlich: sehr heißes Wasser (so heiß wie der Hahn liefert) 1–2 Minuten in den Abfluss gießen — das löst frische Fettschichten.
- Einmal im Monat: enzymatischer Rohrreiniger aus dem Baumarkt (OBI, Hornbach) oder Drogerie (DM, Rossmann) — kostet 5–15 € und ist sanft zur Kanalisation.
- Keine Seifenreste ins Waschbecken kratzen — sammeln Sie Seifenstücke im Behälter und entsorgen Sie sie im Restmüll.
- Haarsieb installieren: kostet 2–10 €, spart teure Rohröffnungen.
Praktischer Life‑Hack: Siphon selber reinigen (Schritt für Schritt)
Wenn das Waschbecken langsam wird, können Sie oft selbst helfen — ganz ohne Rohrreiniger-Chemie.
- Benötigt: Eimer, Handschuhe, Schraubenschlüssel, alte Zahnbürste.
- Schritt 1: Stelle einen Eimer unter den Siphon, schalte das Wasser ab.
- Schritt 2: Schraube den Siphon vorsichtig los (meist per Hand oder mit Schlüssel).
- Schritt 3: Entferne Haare und Schmierfilm mit Bürste, spüle mit heißem Wasser.
- Schritt 4: Setze alles wieder zusammen, teste mit Wasser — oft ist das Problem sofort weg.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten
- Mischen Sie keine Haushaltschemikalien (z. B. Chlor und Säure) — gefährlich und Rohr‑feindlich.
- Verwenden Sie keine heißen ätzenden NaOH‑Reiniger regelmäßig — sie können alte Metallrohre angreifen.
- Seifenreste in die Toilette spülen — das erhöht Fettberg‑Risiko im städtischen Kanalsystem.

Alternative Seifen, die Rohrfreundlicher sind
Wenn Sie umsteigen möchten: Syndet‑Duschgele (synthetische Tenside) bilden deutlich weniger Kalk‑Seifenrückstand in hartem Wasser. In deutschen Drogerien sind die günstigsten Varianten ab ~1,50 € verfügbar. Wer auf feste Seife steht: achten Sie auf „glycerinfreie“ oder „ohne Rückfettung“ auf dem Etikett.
Pro-Tipp: Machen Sie den Flockentest: ein Stück Seife in heißes Wasser geben. Bildet sich ein fettiger Film auf der Oberfläche? Dann ist Vorsicht geboten.
Wenn es schon zu spät ist
Bei starken Verstopfungen rufen Sie einen Installateur — die Stundenverrechnung liegt in Deutschland meist bei 60–120 €/Std., zusätzliche Anfahrtskosten möglich. Gerade in Altbauten können professionelle Kamerainspektionen teuer werden, aber verhindern spätere, größere Schäden.
Abschließend: Ihre Seifenwahl ist kein Luxus‑Debatte, sondern echte Rohrvorsorge. Ich habe echte Häuser gesehen, in denen jahrelange Seifenreste das gesamte Fallrohr zugesetzt hatten — und das merkt man erst, wenn es stinkt oder gar Wasser schädigt.
Was haben Sie zuletzt ins Waschbecken gespült — und haben Sie schon mal eine Verstopfung mit Seifenresten entdeckt? Teilen Sie Ihre Erfahrung unten.









