Sie frieren, obwohl die Heizung an ist — und die Rechnung zeigt trotzdem mehr Euro als erwartet? Das ist kein Zufall.
Ich habe in vielen Wohnungen gesehen, dass ein kleines, verborgenes Ventil den Unterschied macht zwischen mollig warm und kalten Füßen. Jetzt im Heizbetrieb kann eine schnelle Kontrolle Ihnen echte Ersparnis bringen.
Lesen Sie weiter: Ich erkläre, wo das Ventil sitzt, wie es funktioniert und wie Sie es sicher prüfen — Schritt für Schritt.
Warum viele Heizungen ihre Wärme verschlucken
In meiner Praxis fällt mir immer wieder dasselbe auf: Die Anlage läuft, die Therme springt an — und trotzdem bleibt das Wohnzimmer kühl. Viele übersehen dabei die Feinabstimmung.
Das kleine Ventil regelt, wie viel warmes Wasser wirklich in die Heizkörper kommt — und das kann über Komfort und Heizkosten entscheiden.
Die drei häufigsten Symptome
- Die Therme schaltet häufig ein und aus (Kurzzyklus).
- Einige Räume werden heiß, andere bleiben kalt.
- Die Umwälzpumpe läuft hörbar laut oder arbeitet ständig.
Welches Ventil ist das — und warum es so wichtig ist
Ich spreche vom sogenannten Bypass- oder Strangregulierventil, das oft zwischen Vorlauf und Rücklauf der Heizung sitzt. Man findet es meist neben der Therme, am Heizkreisverteiler oder unter einer kleinen Abdeckung.

Einfach gesagt: Dieses Ventil sorgt dafür, dass die Pumpe immer einen Weg hat. Schließt es sich oder ist falsch eingestellt, fehlt in manchen Räumen der Durchfluss.
Ein bildlicher Vergleich
Stellen Sie sich das System wie ein Straßennetz vor: Ist die Abkürzung (Bypass) geschlossen, staut sich der Verkehr und einige Nebenstraßen bleiben leer. Öffnet man die Abkürzung zu weit, fließt alles durch die Autobahn und die kleinen Straßen kriegen nichts.
Wie Sie das Ventil finden — schneller als Sie denken
Viele suchen im Technikraum, aber das Ventil versteckt sich oft hinter einer Verkleidung am Heizkreisverteiler. In älteren Mehrfamilienhäusern sitzt es nahe der Therme. Bei Fußbodenheizung am Verteilerschrank.
- Schauen Sie im Technikraum neben der Therme nach einem kleinen, meist messingfarbenen Rädchen oder Schraubenkopf.
- Bei modernen Systemen ist es ein Stellmotor am Verteiler.
- Wenn Sie Zweifel haben: Machen Sie ein Foto und zeigen es im Baumarkt (Hornbach, OBI) oder dem Installateur — die erkennen es sofort.
Der schnelle, sichere Lebenshack (Schritt-für-Schritt)
Vorab: Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie einen Heizungsprofi. Kleine Fehler können die Effizienz der Brennwerterzeugung beeinflussen. Trotzdem: Mit diesem Vorgehen können Sie eine erste Kontrolle durchführen.
- Schritt 1: Therme ausschalten oder in Standby versetzen. Sicherheit geht vor.
- Schritt 2: Finden Sie das Ventil (siehe oben) und merken Sie sich die Ausgangsposition — Foto machen.
- Schritt 3: Öffnen oder schließen Sie das Ventil in kleinen Schritten (¼ Umdrehung).
- Schritt 4: Warten Sie 10–15 Minuten und prüfen Sie die Temperatur an mehreren Heizkörpern (mit Infrarot-Thermometer oder einfach mit der Hand).
- Schritt 5: Beobachten Sie die Pumpe und die Taktung der Therme. Bessert sich die Verteilung, belassen Sie die Einstellung.
Wichtig: Bei Brennwertthermen ist es clever, Rücklauftemperaturen nicht zu stark anzuheben — sonst sinkt der Wirkungsgrad. Wenn die Therme kurzzyklisch läuft, hilft oft ein feines Öffnen des Bypass.

Praktische Tricks, die Heizkosten senken (die nicht jeder kennt)
- Nutzen Sie ein günstiges Infrarot-Thermometer (ab ~20–50 €). Das zeigt kalte Stellen an Heizkörpern sofort.
- Entlüften Sie Heizkörper regelmäßig — kalte Oberkanten sind ein Zeichen für Luft.
- Bei älteren Häusern: Lassen Sie den Heizkreisverteiler von einem Installateur einstellen (einmalig 60–150 €), das zahlt sich aus.
- Bei Fußbodenheizung: Der Verteiler hat oft voreingestellte Durchflussmengen — hier fehlt meist Feinjustierung.
Wann Sie besser den Profi rufen sollten
Ich habe Fälle gesehen, bei denen ein falsch eingestelltes Ventil die Brennwertnutzung verhinderte — das merkt man an gestiegenen Gasrechnungen trotz gleicher Heizeinstellung.
Rufen Sie einen Fachbetrieb wenn:
- Sie nicht sicher sind, welches Teil Sie drehen.
- Die Therme ungewöhnlich laut ist oder Rauch-/Abgasgeruch entsteht.
- der Heizkreisverteiler kompliziert aussieht — oft braucht es spezielles Messen.
By the way — was das in Euro bedeuten kann
Nicht übertrieben: Eine falsch eingestellte Anlage kann Ihre Gasrechnung merklich erhöhen. Eine kleine Justierung oder Entlüftung kann mehrere zehn Euro pro Monat sparen — besonders jetzt, wenn die Temperaturen fallen.
Ich habe selbst erlebt, wie eine einzige Schraube in einem MFH zwei kalte Wohnungen warm machte — und die Bewohner erleichtert aufatmeten.
Haben Sie dieses Ventil schon gefunden — oder sollen wir gemeinsam einen Blick darauf werfen? Erzählen Sie von Ihrem Heizproblem in den Kommentaren.









