Wussten Sie, dass ein falsches Lüftungsverhalten in vielen Haushalten jährlich mehrere hundert Euro mehr auf der Heizkostenabrechnung bedeutet? Es ist eine banale, fast schon liebgewonnene Routine — aber teuer. In diesem Text erkläre ich kurz und ohne Schnickschnack, welche Gewohnheit Sie ändern sollten, warum es sich lohnt und wie Sie sofort sparen können.
Warum das Thema so wichtig ist
Steigende Gas- und Energiepreise haben die ohnehin knappe Aufmerksamkeit fürs Heizen geschärft. Trotzdem sehe ich regelmäßig Wohnungen, in denen Wärme einfach in den Hof entweicht: Fenster auf Kipp, Heizkörper voll aufgedreht und keinerlei System. Das kostet nicht nur Geld, sondern fördert auch Schimmelbildung und trägt unnötig zu CO₂-Ausstoß bei.
Die teuerste Gewohnheit: Fenster kippen statt stoßlüften
Viele lassen im Winter das Fenster dauerhaft auf Kipp — weil es bequem erscheint und die Zimmerluft „frisch“ bleibt. Das Gegenteil ist der Fall. Kippstellung kühlt Wände und Möbel aus, der Raum bleibt lange kalt, und der Heizkörper läuft viel länger. Beim Stoßlüften dagegen tauschen Sie die Luft in 5–10 Minuten komplett aus, ohne die Wände auszukühlen.

Wie Sie es besser machen: praktische Regeln
- Stoßlüften 3× am Tag: je 5–10 Minuten (morgens, mittags, abends). Fenster weit auf, Querlüften wenn möglich.
- Nie dauerhaft kippen — außer beim ganz kurz bedachten Lüften (max. 10 Minuten am Tag in der Übergangszeit).
- Heizkörper nicht zustellen: Möbel, Vorhänge oder Handtücher blockieren die Wärmeabgabe erheblich.
- Thermostatventile richtig einstellen: Stufe 3 entspricht ca. 20 °C, Stufe 2 sind ca. 16–18 °C — testen Sie per Raumthermometer.
- Regelmäßig entlüften: gluckernde Heizkörper arbeiten ineffizient.
Technik, die wirklich hilft
Ein paar sinnvolle Investitionen rentieren sich schnell. Ein hydraulischer Abgleich durch den Handwerker optimiert die Wärmeverteilung im Haus und senkt Verbrauch. Thermostatköpfe mit Wochenprogramm oder smarte Thermostate (z. B. tado°, bei Viessmann- oder Vaillant-Systemen kompatibel) vermeiden Überheizen, wenn niemand zu Hause ist.
Auch einfache Maßnahmen wie eine reflektierende Heizkörperfolie hinter dem Heizkörper (gibt’s im Baumarkt) verhindern Wärmeverlust durch Außenwände — günstiger und effektiver, als es klingt.
Kurzcheck für Ihre Wohnung — in 5 Minuten
- Ist das Fenster nach dem Lüften wieder vollständig geschlossen? Wenn nein: ändern.
- Liegt vor jedem Heizkörper ein mindestens 10 cm Abstand zu Möbeln? Wenn nicht: Möbel umstellen.
- Gluckert ein Heizkörper? Entlüften.
- Thermostat offen und Raum trotzdem kalt? Ventil prüfen oder Fachbetrieb holen.
- Haben Sie schon Ihre Heizkostenabrechnung mit dem Vorjahr verglichen? Abgleich machen.

Beispiele aus der Praxis
In Wohnungsbaugenossenschaften in Berlin sehe ich oft denselben Fehler: Mieter kippen nachts das Fenster, weil es „frischer“ sei — tatsächlich steigen dadurch die Verbrauchswerte. Ein Bekannter in München hat durch konsequentes Stoßlüften, Entlüften der Anlage und das Anbringen von Reflektorfolie seine jährlichen Heizkosten um rund 200–400 € reduziert. Kein Hexenwerk, nur Gewohnheitsänderung.
Wer ist verantwortlich — Mieter oder Vermieter?
Grundsätzlich liegt die richtige Nutzung beim Mieter; Investitionen in die Heizungsanlage, Dämmung oder den hydraulischen Abgleich fallen meist in den Verantwortungsbereich des Vermieters. Wenn Heizkörper oder Thermostatventile defekt sind, melden Sie das umgehend — sonst zahlen Sie weiter drauf.
Fazit: Die einfachste und wirksamste Änderung ist oft die Gewohnheit — stoßlüften statt kippen, Heizkörper nicht zustellen und regelmäßig warten. Das kostet kaum Zeit, bringt aber spürbar niedrigere Rechnungen und weniger Stress mit Schimmel.
Probieren Sie die fünf Minuten Kurzcheck heute Abend aus und berichten Sie in den Kommentaren von Ihren Erfahrungen oder Fragen — ich antworte gern mit konkreten Tipps.









