Die Geranie — treue Balkonbegleiterin, die im Sommer jeden Balkonkasten in ein Blütenmeer verwandelt. Doch sobald die Nächte kühler werden, fangen viele Hobbygärtner an zu schwitzen: Wo rein mit den Pflanzen? Richtiges Überwintern entscheidet oft darüber, ob die Geranie im nächsten Jahr wieder so strahlt wie gewohnt.
Kurz und knapp: Wann handeln?
Packen Sie Ihre Geranien spätestens vor dem ersten Nachtfrost nach drinnen. In Deutschland heißt das: Ende September bis Mitte Oktober beobachten. Besser zu früh umziehen als zu spät — Erfrierungen sind nicht umkehrbar.
Überblick über die besten Methoden
- Warm und hell (Fensterbank, Wohnraum): gut für blühfreudige Exemplare, braucht mehr Pflege.
- Kühl und hell (Wintergarten, unbeheiztes Zimmer, helle Treppe): ideal zur Ruhepause.
- Kalt und dunkel (Keller bei 5–10 °C): spart Platz, führt zu starkem Laubverlust, pflanze wird kompakter.
- Vermehrung durch Stecklinge: Ihre Versicherung gegen Verlust — schnell, effektiv.

Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Abschneiden und reduzieren: Schneiden Sie etwa 1/3 der Pflanze zurück — das verhindert Schimmel und macht die Pflege innen leichter.
- Durchsicht & Sauberkeit: Entfernen Sie abgestorbene Blätter, kontrollieren Sie auf Blattläuse, Spinnmilben und Schmierläuse.
- Umtopfen prüfen: Wenn die Erde völlig ausgelaugt ist oder die Wurzeln den Topf durchwurzelt haben, umtopfen — frische Erde, guter Wasserabzug.
- Standort wählen: Für Kompaktheit hell und kühl (8–12 °C). Haben Sie nur helle warme Fensterplätze, reduzieren Sie das Gießen und schneiden stärker zurück.
- Wasser & Dünger: Im Winter sparsam gießen — nur so viel, dass die Erde nicht völlig austrocknet. Volldüngerstellen Sie erst im Frühjahr wieder ein.
Stecklinge als Notfallplan
Wenn Balkonpflanzen schon angeschlagen sind, nehmen Sie Stecklinge. Schneiden Sie 8–12 cm lange Triebe, entfernen Sie untere Blätter, trocknen lassen und in Anzuchterde stecken. Bei 18–20 °C wurzeln sie in 3–4 Wochen — eine einfache Versicherung gegen Totalausfall.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Zu viel Wasser: führt zu Wurzelfäule. Besser eine Frostschutzpause als Dauerfeuchte.
- Zu dunkler Ort: Pflanzen werden langbeinig und blühen nicht. Sorgen Sie für Licht oder gönnen Sie eine helle Ecke.
- Warm und trocken: Fensterbank neben Heizkörper? Blattfall und Schwächung sind die Folge — lieber kühler Standort.
- Pflanzen zusammenquetschen: Luftzirkulation ist wichtig, Schimmelgefahr steigt bei dichter Aufstellung.
Schädlinge und Krankheiten im Winter
Mealybugs (Wolläuse) und Spinnmilben bleiben ein Problem — besonders in warmen, trockenen Zimmern. Kontrollieren Sie regelmäßig Blattunterseiten und behandeln Sie betroffene Pflanzen mit Neudorff Präparaten oder einer milden Seifenlösung. Bei starken Befall lieber aussortieren, bevor sich Schädlinge verbreiten.

Tools und Produkte, die sich bewährt haben
- Torffreie Blumenerde für Topfwechsel (z. B. Compo, Floragard)
- Wurzelhormon und Anzuchterde für Stecklinge
- Kleine Heizmatte nur bei Kältewellen — für empfindliche Jungpflanzen
- Lupenprüfungen und Sprühflaschen für Routinekontrolle
Mein Tipp aus der Praxis
Ich habe mal einen halben Balkon gerettet, indem ich Stecklinge von ohnehin müden Pflanzen nahm — drei Wochen später hatte ich Ersatzpflanzen, während die originalen vergeilten. Also: lieber schneiden und vermehren, als an kranken Exemplaren festzuhalten.
Fassen Sie zusammen: Beobachten, rechtzeitig umziehen, zurückschneiden, sparsam gießen, Stecklinge machen. Mit diesen Schritten haben Sie gute Chancen, dass Ihre Geranien den Winter überstehen und im nächsten Sommer wieder prachtvoll blühen.
Haben Sie eine Überwinterungsstrategie, die für Sie funktioniert? Teilen Sie sie in den Kommentaren oder speichern Sie den Artikel für den nächsten Herbst.









