Wussten Sie, dass Paprika unter Hitzestress genauso leiden können wie wir Menschen? In den letzten Sommern häufen sich in Deutschland Berichte über vertrocknete Blätter und schrumpelige Früchte im eigenen Garten. Doch was steckt dahinter – und wie retten Sie Ihre Paprika vor der prallen Sonne?
Warum Paprika keine Sonnenanbeter sind
Es klingt paradox: Paprika stammen ursprünglich aus warmen Regionen Mittel- und Südamerikas und gehören trotzdem zu den empfindlicheren Gartenpflanzen, wenn es um die Mittagssonne in Deutschland geht. Mein erster Versuch mit Paprika vor ein paar Jahren? Ernüchternd! Trotz bester Erde und Dünger vertrockneten die Pflanzen schon im Juni – weil ich das Sonnenrisiko unterschätzt habe. Experten warnen inzwischen davor, Paprikapflanzen schutzlos auf Balkon oder Terrasse stehen zu lassen.

So erkennen Sie Sonnenbrand bei Paprika
- Gelbliche, später bräunliche Flecken auf den Früchten
- Schlaffe, eingerollte Blätter trotz feuchter Erde
- Rissige, trockene Schale an den Paprika
Gerade Jungpflanzen sind gefährdet. Aber auch große Pflanzen können Schaden nehmen – nach nur einem heißen Wochenende. Wenn Sie solche Symptome entdecken, ist schnelles Handeln angesagt!
Die besten Schutzmaßnahmen – aus der Praxis
Aus eigener Erfahrung weiß ich: Ohne Schutz wird die Ernte mickrig. Hier die wichtigsten Maßnahmen, die sich wirklich bewährt haben:
1. Schattierung gezielt einsetzen
Ein altes weißes Bettlaken, Gartenvlies oder spezielle Schattiernetze reichen völlig aus. Ich spanne sie an besonders sonnigen Tagen über die empfindlichen Pflanzen – idealerweise ab Mittagszeit bis Spätnachmittag.

2. Gießen zur richtigen Zeit
Paprika mögen es konstant feucht, aber keine Staunässe! Gießen Sie am besten frühmorgens, damit die Blätter bis zur Hitze trocken sind und keine Wassertropfen als „Brennglas“ wirken.
3. Der richtige Standort macht den Unterschied
Wechseln Sie, wenn möglich, den Standort. Am besten stehen Paprika an einem Platz, der nur morgens oder am späten Nachmittag direkte Sonne bekommt. Südwände oder Gewächshäuser ohne Schattierung sind ungünstig.
4. Mulchen nicht vergessen
Eine dünne Schicht Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch hält den Boden feucht und schützt die Wurzeln vor Überhitzung.
Extra-Tipp für Deutschlands „Schwankwetter“
Unsere Sommer sind trügerisch: Ein Tag wolkenlos, dann wieder Regen mit Temperaturen unter 18 Grad. Paprika brauchen Zeit, sich umzustellen. Umtopfen Sie Jungpflanzen daher nicht zu früh ins Freie und gewöhnen Sie sie langsam ans Sonnenlicht („abhärten“ heißt das im Gärtner-Jargon).
Fazit: Gelassen bleiben – und dennoch vorbeugen
Paprika erfordern ein bisschen Beobachtung und Fingerspitzengefühl. Wer rechtzeitig für Schattierung und Wasserversorgung sorgt, wird mit gesunden, aromatischen Früchten belohnt – ganz ohne Sonnenbrand. Sie haben selbst Erfahrungen oder Tipps rund um Paprikapflanzen? Teilen Sie sie gerne in den Kommentaren und helfen Sie anderen Hobbygärtnern!









