Verstopfter Abfluss am Morgen ist schlimmer als jeder Montag. Du denkst an teure Rohrreiniger, aber stop — bevor du die Chemiekeule holst, lies das hier. Ich habe es ausprobiert, oft klappt die Hausmittel-Mischung schneller, günstiger und umweltfreundlicher als erwartet.
Warum viele sofort zu Rohrreinigern greifen — und warum das übertrieben ist
In Baumärkten und Drogerien in Deutschland stehen Regale voller ätzender Gel‑ und Flüssigbonbons für Rohre. Sie wirken schnell, doch sie haben Nachteile.
- Preis: Ein Fläschchen kostet meist zwischen 3 und 10 € — schnell ein Abo fürs Problem, nicht die Lösung.
- Risiko: Viele Mittel sind stark ätzend und können Dichtungen, Metallteile oder alte Rohre angreifen.
- Umwelt: Chemikalien landen im Abwasser und belasten Kläranlagen.
Rohrreiniger sind nicht immer die beste erste Wahl — besonders bei leichten Verstopfungen oder Geruchsproblemen.
Wie Essig und Backpulver tatsächlich wirken
Die Mischung zischt und schäumt — das ist kein Hexenwerk, sondern einfache Chemie. Das CO2, das beim Aufeinandertreffen entsteht, lockert Ablagerungen mechanisch.

- Gut gegen: leichte Ablagerungen, Seifenreste, Gerüche.
- Weniger gut gegen: dicke Fettpfropfen oder hartnäckige Haarverflechtungen.
- Tipp: Für stärkere Effekte ist Natron (Natriumbicarbonat) wirkungsvoller als handelsübliches Backpulver, das bereits Säure enthält.
Sicherheit zuerst
Bevor du loslegst: nicht mit anderen Reinigern mischen (vor allem kein Chlorbleichmittel). Öffne Fenster, trage Handschuhe und benutze kein kochend heißes Wasser bei älteren Kunststoffrohren.
Sichere Schritt-für-Schritt-Anleitung (funktionierte bei mir im Waschbecken und Küchenabfluss)
Diese Methode habe ich mehrfach getestet — in der Mietwohnung, bei Eltern und einer WG. So mache ich es:
- Schritt 1: Entferne sichtbares Wasser oder Haare aus dem Abfluss.
- Schritt 2: Gib 2 Esslöffel Backpulver (ca. 20 g) oder besser: 2 EL Natron in den Abfluss.
- Schritt 3: Gieße langsam 150 ml Haushaltsessig (5–6 %) hinterher. Es zischt.
- Schritt 4: Stopfe den Abfluss mit einem Tuch zu, damit der Druck wirkt. Warte 20–30 Minuten.
- Schritt 5: Spüle mit heißem Leitungswasser (nicht kochend, ca. 50–60 °C) nach.
Ergebnis bei mir: Geruch verschwand sofort, leichter Rückstau löste sich meist innerhalb eines Durchgangs. Bei hartnäckigen Fällen wiederholen oder mit einer Saugglocke (Pümpel) kombinieren.
Wichtig: Wenn du Essigessenz (starkes Konzentrat, ca. 25 %) hast, verdünne sie vorher – sonst reizt das stark.
Praktische Tipps, die kaum jemand nennt
- Nutze regelmäßig einen Haarfang im Bad — das spart dir jährliche Kämpfe.
- Bei Fett in der Küche zuerst mit heißem Wasser und Spülmittel vorreinemachen, erst dann Essig/Natron anwenden.
- Für intensive Geruchsbekämpfung: 1 EL Zitronensäure dazugeben — riecht frisch und hilft gegen Kalk.
- Kauforte in Deutschland: Backpulver/Natron findest du günstig bei DM, Rewe, Aldi oder Lidl; Essig bei jedem Supermarkt — meist unter 2–3 €.

Wann Essig + Backpulver nicht mehr reicht
Manchmal hilft kein Hausmittel — und das ist wichtig zu erkennen, bevor Schaden entsteht.
- Komplett verstopft, kein Tropfen mehr durch — Klempner rufen.
- Starker, fauliger Geruch aus mehreren Abflüssen — mögliche Kanalprobleme.
- Wiederkehrende Verstopfungen trotz Behandlung — alte Rohre oder tieferliegende Probleme.
In solchen Fällen kostet ein Profi zwar Geld, aber er spart langfristig Ärger und teure Folgeschäden.
Mein Schlussfazit — kurz und ehrlich
Essig und Backpulver sind kein Allheilmittel, aber ein günstiger, sicherer erster Versuch. In vielen Fällen bekommst du damit sofort Erleichterung — besonders bei Gerüchen und leichten Ablagerungen.
Ich bin kein Klempner, aber aus meiner Erfahrung: erst Hausmittel, dann technische Hilfe. So sparst du Geld, schont die Umwelt und lernst dein Zuhause besser kennen.
Hast du Essig und Backpulver schon mal ausprobiert — oder schwörst du auf ein anderes Hausmittel? Schreib deine Erfahrung in die Kommentare.









