Der Abfluss läuft nur schlurfig, du schiebst eine Bürste durch und nichts passiert — frustrierend, ich weiß das aus eigener Erfahrung. Viele greifen zu teuren Chemiekeulen, dabei steht die billigste Lösung oft in der Speisekammer. Lies das jetzt: Ich erkläre, wann die Mischung hilft, wann sie sinnlos oder sogar gefährlich ist.
Warum der Mythos so hartnäckig bleibt
In Deutschland hört man oft „Backpulver + Essig“ als Sofortlösung. Ich habe das ausprobiert — und dabei gelernt, dass viele Leute die Begriffe verwechseln.
- Backpulver ≠ Natron: Backpulver enthält Treibmittel und reagiert weniger kräftig mit Essig. Natron (in Drogerien wie DM, bei REWE oder im Unverpackt-Laden) ist das richtige Mittel.
- Die Mischung erzeugt CO2-Schaum — das ist eindrucksvoll, löst aber nur lockere Ablagerungen, Haare und Seifenreste.
- Klempner mögen diese Methode, weil sie billig, schnell und für Wartungstermine oft ausreichend ist.
Wie die Reaktion wirkt — bildhaft erklärt
Stell dir das wie einen Mini-Vulkan im Rohr vor: Natron + Essig schäumt auf, bringt Schmutz in Bewegung und löst leichte Verkrustungen.
Das ist kein Rohrsprengsatz: Es funktioniert am besten bei organischen Ablagerungen, weniger bei Fettklumpen oder harten Verstopfungen.

Was Klempner wirklich denken
In meiner Recherche mit lokalen Installateuren in Berlin und München hörte ich oft: „Wir nutzen es zur Vorreinigung, nicht als Ersatz für Spirale oder Hochdruck.“
- Günstig: wenige Euro im Supermarkt (Aldi, Lidl oder REWE)
- Schonend: kein stark ätzendes Gift, daher oft erste Wahl bei sensiblen Haushaltsleitungen
- Schnell: sofort sichtbares Schäumen, psychologisch beruhigend — du siehst, dass etwas passiert
Wann du die Mischung benutzen solltest — und wann nicht
Viele übertreiben: Ich habe sehen müssen, wie Leute das Gemisch gegen hartnäckiges Fett einsetzten — ohne Erfolg.
- Gut geeignet bei: langsamer Abfluss durch Haare, Seifenreste, leichtem Kalkfilm.
- Wenig effektiv bei: fetten Verstopfungen, großen Fremdkörpern, alten hartnäckigen Ablagerungen.
- Nicht verwenden, wenn: zuvor chemische Reiniger (z. B. Chlor) ins Rohr gegeben wurden oder du in einem Altbau mit brüchigen Metallleitungen wohnst.
Konkretes Life-Hack: Schritt-für-Schritt für einen sauberen Abfluss
Ich habe diese Reihenfolge in meiner Küche getestet — sie bringt oft schnelle Besserung.
- 1. Entferne sichtbare Partikel manuell (z. B. Haare mit einer Pinzette).
- 2. Gib 2–3 Esslöffel Natron in den Abfluss (kein Backpulver!).
- 3. Gieße 100–150 ml Haushaltsessig (5%) nach — es schäumt wie ein kleiner Vulkan.
- 4. Warte 15–30 Minuten. Bei starken Belägen gerne 1 Stunde.
- 5. Spüle mit heißem (nicht kochendem) Wasser nach, etwa 1–2 Liter aus dem Wasserkocher.
- 6. Wiederhole monatlich zur Vorbeugung.
By the way: Für die Küche funktioniert heißes Wasser besser als kochend — in älteren Haushalten könnten zu hohe Temperaturen Dichtungen stressen.
Wichtige Sicherheitsregeln
- Verwende Natron, nicht Backpulver — der Effekt sonst minimal.
- Niemals mit Chlorbleiche oder professionellen Rohrreinigern mischen. Das kann giftige Gase erzeugen.
- Bei Toilettenverstopfung oder vollem Stau: Ruf einen Profi. Drücken oder extremes Spülen verschlimmert oft die Lage.

Was Profis stattdessen tun
Wenn die DIY-Methode versagt, greifen Klempner zu mechanischen Mitteln: Spirale, Hochdruck oder Ausbauen des Siphons. Ich war bei einem Einsatz dabei — oft sitzt die Ursache tiefer oder sind es Fettklumpen weit im Rohr.
- Mechanische Entfernung ist effektiv bei Haar-Turbinen und Fremdkörpern.
- Hochdruckreinigung ist bei Gewerbeflächen in Köln oder Hamburg üblich — für Privathaushalte seltener wegen Kosten.
Praxis-Check für Deutschland
In deutschen Haushalten mit hartem Wasser (viele Regionen nördlich von Frankfurt) hilft Natron+Essig regelmäßig, weil Seifenreste stärker verkleben.
Wo du die Mittel bekommst: Natron im DM oder Drogerie, Essig im Discounter (Lidl, Aldi) — zwei Euro, einmal kaufen, monatelang nutzen.
Ich habe diese Methode in mehreren Mietwohnungen ausprobiert — sie rettete oft den Tag vor dem Anruf beim Vermieter. Aber: Sie ist kein Allheilmittel.
Und jetzt du: Hast du diesen Trick schon probiert — mit Erfolg oder totaler Pleite? Schreib deine Geschichte in die Kommentare.









