Dein Waschbecken läuft langsam ab und du überlegst schon, 8 Euro für einen Chemiebomber aus dem Baumarkt auszugeben? Mir ist aufgefallen: Viele greifen sofort zu teuren Rohrreinigern — meist unnötig. Lies das jetzt, wenn du Kosten, Gerüche und unnötige Gifte vermeiden willst.
Warum Essig überhaupt eine Option ist
In meiner Praxis mit Haushaltstipps hat sich gezeigt: Haushaltsessig (5 %) kann leichte Ablagerungen lösen und Gerüche neutralisieren. Er ist günstig, fast überall erhältlich (dm, REWE, Aldi) und weniger giftig als viele Rohrreiniger.
Aber was macht Essig genau? Kurz: er ist eine schwache Säure (Essigsäure), die Kalk und mineralische Ablagerungen angreift — nicht jedoch Fettberge.
Die Chemie in einem Satz
Essigsäure reagiert mit Kalk (Calciumcarbonat) und bildet lösliche Calciumacetate plus CO2 — das sprudelt und löst Krusten mechanisch an.

Wann Essig hilft — und wann nicht
- Hilft bei: Kalkrückständen, leichten Gerüchen, feinen Ablagerungen im Siphon.
- Hilft nicht bei: festsitzendem Fett, Papier, Haarwüsten oder Tiefenverstopfungen im Abflussrohr.
- Gefährlich/ungeeignet: bei bereits angewendeten Bleich- oder Chlorhaltigen Mitteln — niemals mischen.
Typische Missverständnisse
Viele denken, die Mischung aus Natron und Essig “zerfrisst” den Dreck. Tatsächlich ist das Resultat eher ein lauter Sprudeleffekt: CO2 bläst, reinigt kurz die Oberfläche, aber löst hartnäckiges Fett kaum.
Gefahren: Was du vermeiden musst
- Essigessenz (25 %) ist konzentrierter — reizend für Haut und Dichtungen. Mit Vorsicht verwenden.
- Nie Essig mit Bleichmittel (z. B. Chlor) mischen — es entsteht giftiges Chlor.
- Längere Anwendung sehr starker Säuren kann Dichtungen und alte Metallrohre angreifen.
Praktischer Lifehack: So probierst du es sicher selbst (Schritt-für-Schritt)
Ich habe diese Methode oft getestet — sie hilft überraschend oft bei moderaten Verstopfungen:
- Schritt 1: Entferne grobe Reste mit Handschuhen (Haar, Speisereste).
- Schritt 2: Gib ca. 100 g Natron (Bikarbonat) in den Abfluss.
- Schritt 3: Langsam 200 ml Haushaltsessig (5 %) zugießen — es schäumt.
- Schritt 4: 10–15 Minuten wirken lassen, dann mit 1–2 Litern kochendem Wasser nachspülen.
Übrigens: Bei fettbedingten Verstopfungen hat mir eine Kombination aus heißem Wasser + Spülmittel (1–2 EL direkt ins Becken, dann 2–3 Liter sehr heißes Wasser) öfter besser geholfen als Essig.

Bessere (oder ergänzende) Alternativen
- Mechanisch: Pömpel oder Rohrreinigungsspirale (günstig bei Hornbach/OBI, ca. 10–30 €).
- Enzymreiniger: gute Öko-Option für organische Verstopfungen — sanft und biologisch abbaubar.
- Spezialchemie: Natriumhydroxid (Lauge) oder Schwefelsäure wirken schnell, sind aber gefährlich.
Kurzvergleich für Deutschland
Ein 500–1000 ml Fläschchen chemischer Rohrreiniger kostet meist 3–8 € in Supermärkten oder Baumärkten. Eine Flasche Haushaltsessig kostet oft unter 1,50 €. Ein klarer Sparfaktor — wenn die Ursache passt.
Meine Checkliste, bevor du zur Flasche greifst
- Sichtkontrolle: Kannst du den Siphon öffnen? (Wenn ja, erst mechanisch reinigen.)
- Geruchstest: Modergeruch deutet auf organische Ablagerungen — Enzyme helfen.
- Materialcheck: Alte verzinkte Rohre + starke Säuren = Risiko. Bei Unsicherheit: Handwerker.
Ich habe gelernt: Geduld und einfache Hausmittel sparen oft Geld und Ärger. Trotzdem gibt es Fälle, da bringt nur noch die Spirale oder der Profi Abhilfe.
Fazit
Essig ist kein Allheilmittel, aber ein sinnvolles Erstmittel — günstig, verfügbar und umweltfreundlicher als viele Chemiebomben. Nutze ihn bei Kalk und leichten Verstopfungen; bei Fett, Haaren oder hartnäckigen Blockaden greif zur Spirale oder zu Enzymreinigern.
Wie gehst du mit verstopften Abflüssen um? Hast du einen Trick, der in deiner Mietwohnung in Berlin, München oder Hamburg immer funktioniert? Schreib es unten — ich bin neugierig auf eure besten (oder schlimmsten) Rohrgeschichten.









