Der Dezember kann im Garten alles entscheiden: ein kalter Spätfrost, der junge Wurzeln schädigt, oder milde Tage zum letzten Schnitt. Wenn Sie jetzt ein paar gezielte Handgriffe machen, sparen Sie sich im Frühling viel Ärger — und Arbeit. Diese Checkliste ist pragmatisch, regional tauglich (von Hamburg bis München) und frei von Idealvorstellungen.
Schnelle Sicherheits-Checks (30–60 Minuten)
- Wasser ausschalten und Leitungen entleeren: Außenhähne abdrehen, Schläuche leeren und frostfrei verstauen.
- Gartenmöbel & Grills trocken einlagern oder abdecken — eine Plane genügt oft nicht bei Wind.
- Beleuchtung prüfen: Lichterketten auf Beschädigungen untersuchen, Batterien wechseln.
Pflanzen schützen — wer braucht wirklich Schutz?
Nicht jede Pflanze muss eingepackt werden. Konzentrieren Sie sich auf empfindliche Kandidaten:
- Kübelpflanzen (Zitrus, Oleander, Bambus): in Garage, unbeheiztes Treppenhaus oder an eine geschützte Hauswand stellen; Füße auf Holzpaletten stellen, damit die Wurzeln nicht im durchgehenden Frost stehen.
- Rosen & junge Bäume: sauber anbinden, Wurzelbereich mit 5–8 cm Mulch oder Rindenhumus abdecken; Stamm bei empfindlichen Sorten mit Jute schützen.
- Empfindliche Stauden (z. B. Salbei exotischer Herkunft): mit Vlies abdecken, aber nicht luftdicht einpacken — sonst gibt’s Schimmel.

Was Sie schneiden — und was Sie stehen lassen sollten
Ein häufiger Fehler ist Überstürzung beim Rückschnitt. Meine Faustregel: schneiden, wenn die Pflanzen ruhen, aber nicht alles auf einmal radikal kürzen.
- Verblühte Stauden: Samenstände für Vögel stehen lassen; Härtere Sorten erst im März zurückschneiden.
- Ziergräser: bis auf 10–15 cm stehen lassen, erst im Frühjahr schneiden — sie schützen die Krone und sehen im Frost attraktiv aus.
- Obstbäume & Beeren: kranke Äste jetzt entfernen, Formschnitt eher im Winter durchführen, wenn die Vegetation ruht.
Mulchen, Laub & Kompost — clever nutzen
Laub muss nicht komplett weg: eine dünne Schicht unter Hecken und auf Beeten ist Gold wert. Sie schützt den Boden, liefert Winterfutter für Regenwürmer und mindert Frostschäden.
- Mulch 5–8 cm auf Beeten verteilen — nicht direkt an Stamm/Herz legen, das fördert Fäulnis.
- Kompost-Haufen abdecken, aber nicht luftdicht verschließen; Microfauna arbeitet weiter, solange es nicht tief durchfriert.
- Rasenschnitt wegräumen: zu dicker Mulch erstickt den Rasen.
Werkzeugpflege — kleines Investment, große Wirkung
Gutes Werkzeug verlängert Ihre Saison. Reinigen, ölen und schärfen Sie jetzt: Astscheren, Handsägen, Heckenscheren. Ersatzteile und Ersatzklingen finden Sie bei Obi, Hornbach oder dem lokalen Gartencenter.

Tipps für Wege und Einfahrten
- Salz schadet Pflanzen und Böden — greifen Sie zu Splitt, Sand oder Splittgemisch.
- Schaufeln und Streugut griffbereit lagern; bei starkem Frost früh räumen, bevor sich Eis bildet.
Regionale Feinheiten und ein kleiner Praxischeck
Im Küstenbereich (z. B. Schleswig-Holstein) sind Sturmschäden wahrscheinlicher — bedenken Sie stabile Pflanzenstützen. In Bayern und im Süden lohnt sich ein Blick auf die Höhenlage: ab 500 m reagieren viele mediterrane Pflanzen empfindlicher.
Kleiner Praxischeck, den ich jedes Jahr mache: eine Topfpflanze 24 Stunden in eine frostfreie Ecke stellen. Verträgt sie das? Wenn nein, umziehen.
Das letzte Wort — Zeitplanung für Dezember
- Erste Woche: Wasserleitungen, Möbel, Lichter.
- Mitte Dezember: Hauptschutzmaßnahmen an Pflanzen, Mulchen.
- Ende Dezember: Werkzeugpflege, letztes Aufräumen, Streugut bereitstellen.
Wenn Sie diese Punkte abarbeiten, sind Sie gut gerüstet. Ich bevorzuge pragmatische Lösungen statt perfekter Garten-Postkarten — und Sie werden merken: weniger Winter-Schäden, weniger Stress im Frühjahr. Haben Sie eine eigene Routine oder einen ungewöhnlichen Trick? Teilen Sie ihn gern in den Kommentaren — die besten Tipps kommen oft aus der Nachbarschaft.









