Dein Abfluss stinkt, tropft langsam oder fühlt sich wie eine kleine Zeitbombe an? Das Problem ist lästig – und der Klempner kostet in Deutschland schnell 80–120 € pro Stunde. Lies weiter, wenn du diesen Monat lieber selbst Hand anlegen willst.
Ich habe bemerkt, dass viele diese einfache Routine kennen, aber falsch anwenden. Hier erkläre ich, was wirklich hinter dem Ritual steckt, wann es hilft – und wann du besser den Profi rufst.
Warum das alte Hausfrauen-Rezept so beliebt war
Kurz und knapp: Es ist günstig, ungefährlich und meistens wirksam gegen Gerüche und leichte Ablagerungen. In meiner Praxis (ja, ich habe das getestet) gab es häufig nach einer Anwendung sofort eine spürbare Verbesserung.
- Backpulver/
- Natron (Natriumbikarbonat) reagiert mit Säure (Essig) und bildet Kohlensäure — das blubbernde CO2 löst Ablagerungen auf.
- Die Mischung neutralisiert Gerüche, weil sie Säuren und Basen ausgleicht.
- Mechanische Wirkung: Die Sprudelflüssigkeit lockert Fett und feine Haarreste.
Einfach erklärt: wie es funktioniert
Stell dir den Ablauf wie einen kleinen, sanften Zahnarztbesuch für deine Rohre vor: keine Riesen-OP, sondern eine Reinigungssitzung, die regelmäßig wiederholt wird.
Warum das oft jeden Monat gemacht wurde
Früher gab es weniger aggressive Chemie im Haushalt, und regelmäßige kleine Pflege war die beste Prävention. Außerdem verfestigt Fett in kühleren Monaten leichter — typisch hier in Deutschland, wenn die Heizung an ist und die Küche öfter warm/kalt wechselt.

- Regelmäßige Anwendung verhindert Verhärtung von Fett.
- Verhindert Geruchsbildung durch organische Ablagerungen.
- Kostengünstig: Eine Packung Backpulver oder Natron kostet nur ein paar Euro.
Wichtig: Backpulver ist nicht gleich Natron. Natron reagiert kräftiger mit Essig; reines Backpulver enthält Triebmittel, die die Wirkung dämpfen können.
Wann das Rezept versagt (und warum)
Es gibt Limits — und das ist entscheidend, sonst wartest du vergeblich auf die Lösung.
- Harte Verstopfungen durch größere Fremdkörper helfen nicht.
- Dichte Fettpfropfen aus professioneller Gastronomie sind zu stabil.
- Wenn das Wasser langsam abläuft und tiefe Verstopfungen vorhanden sind, braucht es mechanische Hilfe oder einen Fachmann.
- Unbedingt vermeiden: Keine Mischung mit Bleich- oder Chlorreinigern — gefährliche Gase können entstehen.
So machst du es richtig — die getestete Monatsroutine
Ich habe verschiedene Varianten ausprobiert. Das hier ist praktisch, günstig und funktioniert in den meisten Haushalten in Deutschland.
- Du brauchst: 3 EL Natron (oder Backpulver, wenn nichts anderes da ist), 100 ml weißen Haushaltsessig, 0,5 l heißes Wasser.
- Schritt 1: Gieße so viel heißes Wasser in den Abfluss, wie möglich – das löst erste Fette.
- Schritt 2: Streue das Natron direkt in den Ablauf.
- Schritt 3: Gieße den Essig langsam dazu — es beginnt stark zu sprudeln.
- Schritt 4: Decke den Abfluss mit einem Stöpsel oder Tuch ab und warte 15–30 Minuten.
- Schritt 5: Spüle mit weiterem heißem Wasser nach (kein kochendes Wasser bei PVC-Rohren!).
Pro-Tipp: Wenn du in einer Altbauwohnung mit Gusseisenrohren lebst, verwende heißes, aber nicht kochendes Wasser — und setze häufiger auf mechanische Reinigung, da alte Rohre empfindlicher reagieren.
Schnelle Alternative für hartnäckige Haarknäuel
- Gummihandschuhe an, mit einer Zange oder einem Drahthaken (Plastikschlange aus dem Baumarkt, ca. 5–10 €) versuchen, das Haar zu entfernen.
- Dann die Natron-Essig-Methode durchführen, um Rückstände zu lösen.

Warum das umweltfreundlicher ist als Chemiekeulen
In deutschen Haushalten wird oft zu starken Rohrreinigern (Destop etc.) gegriffen. Die aggressive Chemie schadet Gewässern und kann Dichtungen angreifen.
- Natron + Essig ist biologisch verträglicher und für die meisten Fälle ausreichend.
- Günstig: Eine Packung Natron kostet meist 1–3 €, Essig im Supermarkt ab ~0,50 €.
- Du findest Natron in Drogerien und Supermärkten: dm, Rossmann, Rewe, Lidl, Aldi.
Wann du wirklich den Klempner anrufen solltest
Wenn das Wasser trotz aller Tricks kaum noch abfließt, steht ein ernsteres Problem an: Wurzelwuchs, gebrochene Rohrleitungen oder massive Fettablagerungen.
- Wasser steigt in anderen Abflüssen hoch → sofort Profi.
- Gerüche bleiben extrem trotz mehrfacher Reinigung → Rohrinspektion kann nötig sein.
- Wenn du unsicher bist, kostet ein Kurzbesuch eines Klempners weniger, als größere Schäden zu flicken.
Und jetzt für das Gefühl: Es ist beruhigend, selbst etwas tun zu können, das wirkt — besonders, wenn du die nächste Rechnung vom Vermieter oder Mieterverein vermeiden willst.
Fazit
Die monatliche Backpulver-/Natron-Routine ist kein Allheilmittel, aber eine smarte, günstige Prävention gegen Gerüche und leichte Verstopfungen. Nutze Natron, kombiniere mit Essig und heißem Wasser — und meide aggressive Chemie. In Deutschland bekommst du alle Zutaten im Supermarkt oder bei dm für ein paar Euro.
Hast du diese Methode schon ausprobiert — oder schwörst du auf einen anderen Trick? Teile deine Erfahrung unten.









