Fugen, die schwarz anlaufen, und du greifst wieder zur Bürste — nur dass normale Schwämme oft versagen. Ich habe beobachtet, wie Klempner und Renovierer in deutschen Altbauten routinemäßig zur alten Zahnbürste greifen. Warum das sofort nützlich ist? Weil du mit wenig Aufwand sichtbare Ergebnisse bekommst und Kosten sparst, gerade vor der Wohnungsübergabe oder beim Frühjahrsputz.
Warum das so oft klappt
Alte Zahnbürsten sind wie ein Mini-Skalpell für Fugen: schmale Borsten, kompakte Form und Kontrolle durch die Handbewegung.
In meiner Arbeit habe ich gesehen, wie diese einfache Kombination hartnäckigen Schmutz löst, wo größere Werkzeuge zu grob sind. Viele übersehen außerdem, dass in Deutschland viele Menschen ohnehin Ersatzzahnbürsten zuhause haben — also gratis Material.
Technische Gründe in Kürze
- Borstendichte: Ideal für feine Fugen zwischen Fliesen.
- Formfaktor: Kommt in Ecken, wo Spachtel nicht hinkommen.
- Kraftübertragung: Du kontrollierst Druck und Winkel präzise.
- Verfügbarkeit: In Drogerien wie DM oder Rossmann kostet ein Billigpack oft nur 1–3 €.
Die Geheimtricks, die Handwerker nutzen
Ich habe beobachtet, dass nicht alle Zahnbürsten gleich gut funktionieren. Hier sind die Dinge, die Profis anders machen:

- Erst die weichen Borsten, dann die harten: Beginnt man mit den weichen, löst sich Schmutz ohne die Fuge zu beschädigen.
- Schräg schneiden: Mit einer Schere die Borsten leicht schräg schneiden für besseren Zugang.
- Alkohol- oder Chlorbleichlösung für hartnäckige Stellen — aber sparsam und belüftet anwenden.
- Immer eine gebrauchte Bürste nur für dreckige Arbeiten reservieren — nicht für Zähne benutzen.
Praktischer Life‑Hack: So machst du aus einer alten Zahnbürste einen Fugenkratzer
Ich habe es selbst getestet: Mit fünf Minuten Vorbereitung wird aus der Zahnbürste ein echtes Arbeitsgerät.
- Reinigen: Bürste in heißes Wasser mit Spülmittel legen, 2 Minuten aufkochen lassen, abkühlen.
- Schneiden: Mit einer stabilen Haushaltsschere die Borsten vorne schräg abschneiden (ca. 3–5 mm kürzer als vorher).
- Formen: Griff bei Bedarf kürzen, so dass du mehr Hebel hast — ein Knick am Griff ist praktisch.
- Desinfizieren: Vor Gebrauch kurz in 70% Alkohol tauchen (gut lüften!).
- Anwenden: Mit kreisenden, leicht schiebenden Bewegungen die Fuge bearbeiten; bei Schimmel ein mildes Chlorreinigerprodukt aus Baumarkt oder Drogerie verwenden.
Das Ergebnis? Oft ein sauberes, erneuertes Fugenbild — vergleichbar mit dem Effekt eines 10–20 € Spezialwerkzeugs, das man nicht immer griffbereit hat.
Hygiene, Risiken und wann du vorsichtig sein musst
Viele übersehen die Keimproblematik. Ich habe schlechte Erfahrungen gesehen, wenn gebrauchte Bürsten zu lange feucht lagen.

- Kein Zahnbürsten-Missbrauch: Niemals eine einmal für Fugen benutzte Bürste wieder für die Zähne verwenden.
- Schimmel: Bei sichtbarem Schimmel lieber geeignete Schimmelentferner aus dem Baumarkt (Bauhaus, OBI) verwenden.
- Mechanische Schäden: Zu harter Druck entfernt Fugensand und kann die Fuge weiter beschädigen.
Wann ein richtiges Werkzeug die bessere Wahl ist
Aber es gibt eine Nuance: Für größere Renovierungen oder sehr tiefe Fugen ist Profiwerkzeug sinnvoll. Für schnelle Reparaturen und Reinigung zwischendurch reicht die Zahnbürste.
- Wenn die Fuge kaputt oder sehr tief ist → Fugenschneider oder Fugenkratzer aus dem Baumarkt.
- Bei großflächigem Schimmel → professioneller Schimmelentferner oder Fachbetrieb.
- Wenn du die Fuge neu verfugen willst → Spachtel und passende Fugenmasse kaufen (OBI, Hornbach).
Deutschland-spezifische Tipps
In deutschen Haushalten schätzt man Ressourcen — das Wiederverwenden passt also perfekt. Ich empfehle außerdem:
- Kleine Packungen aus DM oder Rossmann: Ersatzzahnbürsten sind günstig und lokal verfügbar.
- Vor der Wohnungsübergabe: Schnell mit der Zahnbürste nacharbeiten — Vermieter sehen oft die kleinen Stellen zuerst.
- Bei kalter, feuchter Witterung (typisch in norddeutschen Wintern) kontrollieren: Fugen leiden mehr, also öfter kurz reinigen.
Und jetzt für das Wichtigste: probiere es aus bei einer kleinen Stelle in deiner Küche oder im Bad. Du wirst überrascht sein, wie viel du ohne großes Werkzeug schaffst.
Zum Schluss: Was war dein ungewöhnlichstes Haushaltshack? Hast du alte Zahnbürsten schon so benutzt — oder vertraust du lieber auf Profi‑Tools?









