Du wachst auf und riechst muffig? Oder die Matratze fühlt sich morgens leicht feucht an — besonders jetzt, wenn die Nächte in Deutschland wieder kühler und feuchter werden. Ich habe das selbst ausprobiert und war überrascht, wie einfach und günstig eine alte Zeitung helfen kann.
Wenn du jetzt keinen teuren Luftentfeuchter kaufen willst: Lies weiter. Dieser klassische Trick kostet fast nichts, ist schnell umgesetzt und kann dir Schimmel-Kopfschmerzen ersparen.
Warum das tatsächlich funktioniert
Kurzversion: Zeitung nimmt Feuchtigkeit auf und verteilt sie, bevor sie in die Matratze zieht. Das ist physikalisch ganz simpel — kein Hexenwerk.
- Kapillarwirkung: Papier saugt Wasser wie ein Schwamm und hält es kurzzeitig zurück.
- Als Puffer verhindert die Zeitung, dass Kondenswasser direkt in die Matratze gelangt.
- Bei leichten Feuchtigkeitsproblemen (z. B. in kalten, schlecht gelüfteten Schlafzimmern) reduziert das sofort sichtbare Spuren und Gerüche.
Warum das manchmal nicht mehr hilft
Keine Angst: Ich will dich nicht mit einem Märchen abspeisen. Es gibt klare Grenzen.

- Bei echter Durchfeuchtung (Wasserschaden, offene Fenster im Sturm, feuchte Wände) ist Zeitung nur ein Pflaster auf einer klaffenden Wunde.
- Hat die Matratze schon Stockflecken oder Schimmel, braucht es Profi-Reinigung oder Austausch.
- Ink-Transfer: Bei billiger Druckertinte kann die Zeitung Spuren hinterlassen — besonders auf hellen Matratzenbezügen.
Übrigens: Was du vermeiden solltest
Lege die Zeitung nicht zwischen Bettlaken und Matratze — das ist unbequem und bringt das Risiko von Flecken. Stattdessen gehört sie unter die Matratze, auf den Lattenrost oder die Unterseite der Auflage.
Mein praktischer Test: So habe ich es gemacht
In meiner Wohnung in Berlin habe ich im feuchten Herbst einen einfachen Test gemacht. Ergebnis: Für leichte Feuchtigkeit hat es gearbeitet — und ich habe ein paar Tricks gelernt.
- Schritt 1: Matratze anheben und Lattenrost reinigen (Staubsaugen).
- Schritt 2: Zwei bis drei lagen Zeitungspapier flach, gefaltet (kein Knäuel) auf die Latten legen — direkt dort, wo sich Feuchtigkeit sammelt.
- Schritt 3: Wieder Matratze auflegen und 2–3 Wochen beobachten. Wechseln, sobald die Papiere sichtbar feucht sind oder unangenehm riechen.
- Schritt 4: Zusätzlich morgens kräftig lüften (Stoßlüften 5–10 Minuten) und die Matratze gelegentlich aufstellen, damit Luft an die Unterseite kommt.
Tipps, die die Zeitung noch effektiver machen
- Nutze Altpapier aus dem Briefkasten oder kostenlose Stadtzeitungen — bei großen Zeitungen wie Süddeutsche oder FAZ ist das Papier dicker und saugfähiger.
- Wenn dich Tintenflecken stören: lege eine Lage dünnen Stoffes (z. B. ein altes Küchentuch) zwischen Zeitung und Matratze.
- Für Keller-Schläfer: Kombiniere Zeitung mit Aktivkohlebeuteln (bei Obi, Hornbach oder Amazon), sie neutralisiert Gerüche.
- Bei stärkerer Feuchte investiere in einen Feuchtigkeitsfänger mit Calciumchlorid (bei Rossmann/DM ab ~3–10 €) — das zieht viel mehr Wasser als Papier.
Was ich gelernt habe — und die Fallen
Die Zeitung ist kein Allheilmittel. Aber als kurzfristige, preiswerte Maßnahme funktioniert sie überraschend gut.

- Vorteil: Fast kostenlos, schnell einsatzbereit, umweltschonend (wiederverwenden).
- Nachteile: Regelmäßiger Wechsel nötig; bei hoher Luftfeuchte nicht ausreichend; Risiko von Tintenflecken und Staub.
- Rechtsfrage: Manche Matratzenhersteller sehen starke Feuchtigkeit als Garantieausschluss — also bei teuren Matratzen vorsichtig sein.
Alternative Lösungen — kurz und praktisch
- Silica-Gel-Beutel: Wiederverwendbar, einfach im Backofen zu trocknen.
- Elektrischer Luftentfeuchter: Ab ~50–150 € (IKEA, MediaMarkt, Conrad) für dauerhaften Einsatz.
- Calciumchlorid-Behälter: Stark absorbierend, ideal für feuchte Kellerräume.
Der non-obvious Hack, den kaum jemand nutzt
Lege die Zeitung nicht punktuell, sondern großflächig auf die Latten, und kombiniere das mit einem dünnen, luftigen Bezug. So verteilt die Zeitung die Feuchtigkeit wie ein Filtersystem — ein bisschen wie ein Kaffeefilter, nur ohne Koffein.
Und wenn die Zeitung feucht ist: Sonst in die Sonne legen, trocknen lassen, wiederverwenden. Spart Geld und funktioniert erstaunlich gut.
Abschließend: Dieser Trick ist kein Ersatz für richtige Schimmelprävention — aber als Sofortmaßnahme an einem feuchten Herbstmorgen kann er dir Zeit, Nerven und Geld sparen.
Jetzt die Frage an dich: Hast du das schon ausprobiert — oder nutzt du etwas anderes gegen Feuchtigkeit unter der Matratze? Schreib deine Erfahrung in die Kommentare.









