Du siehst einen weißen Strich im Laminat und denkst: neuer Boden? Stopp. Ich habe das selbst getestet und bei Kunden gesehen, wie aus einem Horror-Schlitz eine kaum sichtbare Linie wurde — mit etwas Zahnpasta. Warum Handwerker das täglich machen und ob du es zuhause ausprobieren solltest, erfährst du hier jetzt.
Warum Handwerker so oft zur Zahnpasta greifen
Ich bemerkte schnell: es geht nicht um Sparsamkeit, sondern um Tempo und Effekt. Bei Besichtigungen, Umzügen oder schnellen Reparaturen muss eine Lösung her, die sichtbar hilft — sofort.
- Schnell sichtbarer Effekt: Kleine Kratzer werden aufgehellt oder geglättet — das Auge registriert weniger Tiefe.
- Kostengünstig: Zahnpasta gibt’s in jedem Supermarkt oder Drogeriemarkt (dm, Rossmann) für unter 2 €.
- Praktisch: kein Mischgerät, kein Nachtrocknen — in 5 Minuten erledigt.
- Diskret für Kunden: kurzfristige Mängelbeseitigung vor Übergabe oder Fototerminen.
Wie das eigentlich funktioniert
Zahnpasta enthält feine Schleifpartikel. Bei sehr leichten Kratzern schleift sie die Oberkante etwas ab und verteilt Rückstände — praktisch wie ein sehr feines Schmirgelpapier. Das muss man sich vorstellen wie ein Mini-Polieren, das Lichtreflexe verändert und so den Kratzer kaschiert.
Die 4-Schritt-Anleitung, die ich auf Baustellen benutze
Probier das erst an einer unauffälligen Stelle. Ich habe es so gemacht und hatte gute Ergebnisse — mit Vorsicht.

- Besorge: weiße, nicht-gelartige Zahnpasta (keine Whitening- oder Gel-Formeln).
- Testen: an einer unauffälligen Stelle 1 cm auftragen und nach 5 Minuten abwischen.
- Auftragen: kleine Menge auf ein weiches Mikrofasertuch oder Wattestäbchen geben.
- Reiben: sanft in kreisenden Bewegungen 20–30 Sekunden, dann mit feuchtem Tuch abwischen und trocken polieren.
Wichtig: Nicht schrubben wie beim Graffiti-Entfernen — sonst nimmst du die Lackschicht ab.
Wann Zahnpasta hilft — und wann sie schadet
Viele übersehen den Unterschied zwischen Oberflächenkratzer und durchdringendem Schaden. Zahnpasta ist nur bei sehr leichten, oberflächlichen Kratzern sinnvoll.
- GUT FÜR: feine, weiße Linien, die nicht tief in die Dekorschicht gehen.
- NICHT FÜR: tiefe Rillen, abgeplatzte Kanten oder strukturierte Oberflächen.
- Vorsicht bei Hochglanz-Laminat: Der Schleif-Effekt kann die glänzende Schicht matt machen.
Alternative Werkzeuge aus dem Baumarkt
Wenn Zahnpasta versagt, fahre zur nächsten Obi-, Hornbach- oder Bauhaus-Filiale. Dort findest du:
- Reparaturstifte für Laminat (Farbauswahl nach Dekor)
- Füllmassen und Wachsstifte für tiefe Kratzer
- Feine Polierpasten und Laminat-Repair-Kits
Diese Lösungen kosten zwischen 5 und 20 €, sind haltbarer und sicherer fürs Material.

Das habe ich selbst erlebt
Bei einem Wohnungs-Check in Berlin wischte ich auf eigene Faust eine Studentenküche: ein paar dünne Kratzer wirkten nach 3 Minuten fast unsichtbar. Zwei Wochen später war das Ergebnis immer noch okay — aber bei starker Beanspruchung (Stühle, Haustiere) blieb Zahnpasta kein langfristiger Ersatz.
By the way: Im Winter, wenn die Heizung die Luft austrocknet, fallen feine Kratzer stärker auf. Dann greifen auch Vermieter öfter zur Schnelllösung.
Praktischer Tipp, den kaum jemand nennt
Wenn du das Ergebnis stabiler machen willst: nach der Zahnpasta-Treatment leicht mit farblosem Möbelwachs oder einem dafür vorgesehenen Laminat-Glanzspray nachpolieren. Das schützt die behandelte Stelle und gleicht den Glanz an.
- Wachs dünn auftragen, kurz antrocknen lassen, mit weichem Tuch auspolieren.
- Das kostet ~5–10 €, ist in jedem Baumarkt erhältlich und verlängert den Effekt deutlich.
Kurz gesagt: Zahnpasta ist ein schneller, billiger Trick für winzige Kratzer — ideal für Zwischenlösungen oder wenn es schnell gehen muss. Für dauerhafte Reparaturen solltest du aber zu Reparaturstiften oder professionellen Produkten greifen.
Und jetzt du: Hast du Zahnpasta schon mal auf dem Boden ausprobiert — mit Erfolg oder Desaster? Schreib’s in die Kommentare, ich bin neugierig auf eure schlimmsten und besten DIY‑Tricks.









