Verstopfte Rohre sind kein Ärger, den man später regelt – ich habe Kunden gesehen, die 300–700 € für eine Rohrreinigung zahlen mussten. Das Risiko steigt jetzt im Winter, wenn Fett fest wird und Haare sich verbinden. Lies das jetzt, bevor du wieder etwas „schnell“ runterspülst.
Warum das plötzlich nicht mehr abfließt
Viele unterschätzen, wie schnell sich Materialien im Rohr zu einem Klumpen verbinden. In meiner Praxis entstehen die größten Probleme nicht über Nacht, sondern durch immer wieder dasselbe Verhalten.
- Fett verklumpt bei kühlen Temperaturen und bildet sogenannte Fettberge – die Stadtwerke in deutschen Großstädten sprechen schon von „fatbergs“.
- Feuchttücher oder Damenhygiene ziehen sich zusammen und blockieren Siphons und Grundleitungen.
- Haare verfilzen mit Seifenresten wie ein Teppich im Rohr.
1. Fett & Speiseöl – die tickende Zeitbombe in der Küche
Gieße niemals Fett in den Abfluss. Schon ein paar Esslöffel können mit der Zeit zu einer festen Schicht werden.
Was passiert
Beim Abkühlen erstarrt Fett an den Rohrwänden; es sammelt Staub, Kaffeereste und bildet feste Ablagerungen. Das Ergebnis: langsamer Abfluss, üble Gerüche, teure Rohrreinigung.

Sofort-Tipps
- Restfett in ein Glas oder eine Dose sammeln und im Restmüll entsorgen.
- Für kleine Mengen Küchenpapier benutzen und im Restmüll entsorgen; das ist in Deutschland praktisch und sauber.
- Große Mengen (z. B. Frittieröl) zum örtlichen Wertstoffhof bringen oder in speziellen Sammelstellen abgeben.
2. Feuchttücher & Hygieneartikel – die unsichtbaren Rohrkiller
Feuchttücher mit dem Versprechen „biologisch abbaubar“? Viele lösen sich nicht schnell genug auf und zusammen mit Fett oder Toilettenpapier blockieren sie komplette Leitungen.
Warum das so gefährlich ist
Die Faserstruktur hält Wasser, reißt nicht und bildet Matten, die der Siphon nicht passieren kann. Das führt nicht nur zu Kosten, sondern oft auch zu üblem Rückstau.
Was du stattdessen tun solltest
- Feuchttücher, Windeln, Tampons und Wattestäbchen gehören in den Restmüll – niemals die Toilette.
- Wenn du in Deutschland unterwegs bist: viele öffentliche Toiletten haben spezielle Behälter; nutze sie.
3. Haare + Seifenreste – die stille Verfilzung
Haare allein verstopfen selten sofort. In Kombination mit Seifen- und Duschgelrückständen entstehen gummiartige Knäuel.
Einfach verhindern
- Benutze ein Sieb im Waschbecken und einen Haarfänger in der Dusche. Das kostet in Baumärkten oder bei dm/Rossmann nur ein paar Euro.
- Bildet sich erst mal ein Knäuel, hilft oft eine Spirale (Rohrreinigungsspirale) oder eine Drahtbürste.
Praktischer Lifehack: Siphon selbst reinigen (kurz und sicher)
So baust du den Siphon aus und reinigst ihn in 5 Schritten:

- Werkzeug: kleiner Eimer, Handschuhe, ggf. ein verstellbarer Schraubenschlüssel.
- Stelle den Eimer unter den Siphon (der U-förmige Bogen unter dem Waschbecken).
- Schraube die Überwurfmuttern am Siphon von Hand auf – oft reicht das. Lasse das Wasser in den Eimer laufen.
- Reinige den Siphon mit einer alten Zahnbürste oder Küchenpapier und spüle ihn aus.
- Zusammenbauen, Wasser laufen lassen, dicht prüfen. Fertig.
Bei hartnäckigen Verstopfungen kannst du eine Spirale aus dem Baumarkt nutzen oder den lokalen Klempner rufen – besser jetzt 80–120 € als später 400 €.
No-Go: Chemiekeulen ins Rohr kippen
Chemische Rohrreiniger sind verlockend, aber sie können Dichtungen, Kunststoffrohre und sogar die Hände angreifen. In meiner Arbeit sehe ich danach oft beschädigte Rohre.
- Wenn überhaupt, nutze bakterielle Reiniger (Enzyme) aus dem Handel – sie arbeiten langsamer, sind aber sanfter.
- Mix niemals Essig mit Chlorbleiche — gefährliche Gase entstehen.
Vorbeugen ist einfacher (und günstiger)
- Monatlich heißes Wasser in die Küche schütten (nicht kochend, aber sehr heiß) hilft gegen Fettansatz.
- Regelmäßig Siebe reinigen, Haare aus der Dusche fisken.
- Kaffeefilter und Kaffeereste gehören in die Biotonne oder den Kompost, nicht in den Ausguss.
Ich habe gesehen, wie einfache Gewohnheiten teure Reparaturen verhindert haben – und umgekehrt. Ein bisschen Aufmerksamkeit spart viel Ärger und Geld in Deutschland, wo Handwerkerpreise nicht niedrig sind.
Was war dein schlimmster Abfluss-Fail? Teile kurz deine Geschichte oder deinen besten Tipp — ich bin neugierig, welche Tricks bei euch funktionieren.









