Unkraut zwischen den Terrassenplatten macht dich wütend — ich kenne das. Du willst schnelle Ergebnisse, nicht wieder monatelanges Zupfen. Hier zeige ich dir, warum Salzwasser oft funktioniert, wann es schaden kann und wie du es in Deutschland praktisch, billig und verantwortungsbewusst einsetzt.
Warum Salzwasser plötzlich wieder interessant ist
Ich habe selbst auf meinem Berliner Balkon getestet: Ein gezielter Salzwasser-Guss schafft sichtbare Erfolge innerhalb von Tagen. Salz entzieht Pflanzen Wasser und lässt junge Wurzeln vertrocknen.
Viele übersehen: Das ist kein Universalmittel. Es ist eine punktuelle Lösung für Fugen, nicht für Beet oder Rasen.
Wie Salz wirkt — kurz und verständlich
- Salz erhöht den osmotischen Druck um die Pflanzenwurzel — Wasser wird aus der Pflanze gezogen.
- Bei hoher Konzentration sterben Keimblätter und Wurzelhaare ab.
- Salz bleibt im Boden; anhaltende Nutzung kann umliegende Pflanzen schädigen.

Wann du Salzwasser verwenden solltest — und wann nie
Benutze Salzwasser nur auf hartem Untergrund (Klinker, Natursteinfugen), niemals in Beetnähe oder auf Rasenflächen.
- Guter Einsatz: Unkraut in Fugen, zwischen Platten, am Garagenrand.
- Verbietenstufe: Nähe zu Gemüsebeeten, Hecken, oder auf frisch gepflanzten Flächen.
- Achte auf Regenvorhersage — Regen spült Salz weg und verteilt es, was den Effekt und die Gefahr erhöht.
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung (mein getesteter Hack)
Ich habe diese Methode in einem heißen August ausprobiert — Ergebnisse nach 5–10 Tagen sichtbar.
- Was du brauchst:
- 1 Liter heißes Wasser
- 200–300 g grobes Speisesalz (Kochsalz oder Streusalz aus dem Bauhaus/OBI)
- Gießkanne mit schmalem Ausguss oder eine kleine Flasche mit Zielaufsatz
- Handschuhe und Schutzbrille
- So geht’s:
- Löse das Salz im heißen Wasser auf (je heißer, desto schneller die Lösung).
- Gieße gezielt in die Fugen — keine großflächigen Schüsse, sonst versalzt der Unterboden.
- Warte trockenes Wetter (mind. 24–48 Stunden ohne Regen).
- Nach 7–10 Tagen: entferne abgestorbenes Unkraut mit einem Fugenkratzer.
- Bei sehr hartnäckigen Wurzeln einmal wiederholen, aber nie öfter als 2–3 Anwendungen pro Jahr an derselben Stelle.
Praktische Tipps — kleine Tricks, die große Wirkung zeigen
- Nutze einen Karton als Spritzschutz, wenn du nahe an Pflanzen arbeitest.
- Für schmale Fugen sind Einweg-Flaschen mit Loch in der Kappe super präzise.
- Wenn du Haustiere hast: Absperren, bis die Fläche trocken ist, sonst riskierst du Hautreizungen.
- Reinige danach Metallwerkzeuge — Salz fördert Rost.
- Günstig einkaufen: Tafelsalz bei Aldi/Rewe kostet kaum mehr als 0,50–1 € pro 500 g; grobes Streusalz/Salztabletten gibt’s in Baumärkten wie Hornbach für größere Mengen.
Risiken, die viele unterschätzen
Salz ist ein zweischneidiges Schwert. Ich fühlte mich zuerst erleichtert — dann ein bisschen schuldig, als ich sah, wie es an manchen Stellen weiße Flecken auf den Steinen hinterließ.

- Langfristige Bodenschädigung: Salz akkumuliert und macht den Boden für Pflanzen unfruchtbar.
- Korrosion an Metallteilen (Treppengeländer, Schrauben) möglich.
- Auswaschung in die Kanalisation oder Grundwasser problematisch — in Deutschland besonders relevant bei Starkregen.
Alternativen und Kombi-Strategien
Wenn du Bedenken hast, kombiniere Methoden. Ich mische punktuell Salzanwendung mit mechanischem Herauskratzen und bei Bedarf heißem Wasser.
- Heißes Wasser allein (ohne Salz) wirkt überraschend gut auf junge Keimlinge.
- Mechanisch: Fugenkralle oder Stichsägeaufsatz für den Winkelschleifer für starke Elektro-Unterstützung.
- Ökologische Produkte aus dem Fachhandel (Biogärtnerei, OBI-Sortiment) für größere Flächen.
Das Fazit — kurz, ehrlich
Salzwasser ist billig, simpel und punktuell effektiv — aber nicht harmlos. Nutze es gezielt für Fugen auf trockenen Tagen, vermeide Beete und achte auf Auswaschung.
Hast du Salzwasser schon mal ausprobiert — mit Erfolg oder Drama? Schreib deine Erfahrung in die Kommentare; ich bin neugierig, welche Ecken Deutschlands am härtesten von Unkraut bevölkert sind.









