Du denkst, ein bisschen Bratfett im Abfluss ist kein Drama? Ich habe in meiner Arbeit gesehen, wie genau das eine 800‑Euro‑Rechnung und tagelange Dusche bei Nachbarn bedeutet hat. Besonders jetzt im Winter verfestigen sich Fette schneller — deshalb solltest du das hier sofort wissen. Kleiner Fehler heute, große Reparatur morgen.
Warum Fett im Abfluss so schnell zum Albtraum wird
Ich habe Rohre geöffnet, die aussahen wie verstopfte Kerzen: Schicht für Schicht verfestigtes Fett. Warmes Fett fließt, kühlt ab und haftet an den Rohrwänden. Mit der Zeit verbindet es sich mit Haaren, Seifenresten und Essensresten — ein harter, klebriger Pfropf entsteht.
Das passiert besonders in älteren Mehrfamilienhäusern in Städten wie Berlin oder Hamburg, wo die Rohre oft enger und weniger isoliert sind. Rechnung? Schnell mehrere hundert bis tausend Euro, je nach Schaden.
Die 7 Fette, die du niemals in den Ausguss kippen darfst
- Bauchspeck‑ und Bratfett – verfestigt sich sofort, typisch nach Sonntagsbraten oder Weihnachtsgans.
- Altes Frittieröl – bindet Partikel und bildet dichte Klumpen.
- Butter und Margarine – besonders in Mischungen mit Milchresten kleben sie übel im Rohr.
- Tierische Fette (Schmalz) – wie flüssiger Beton für Rohre.
- Quark oder fettreiche Soßen – sie arbeiten wie Kleber zusammen mit Papier und Haaren.
- Speisereste mit Fettfilm (z. B. Käsereste) – sie setzen sich an Siphons fest.
- Frittier‑Reste mit Gewürzen – Gewürzpartikel unterstützen die Anhaftung.
Was du noch wissen solltest
Viele übersehen, dass auch kleine Mengen über Jahre das Rohrprofil verändern. Ich habe Fälle gesehen, in denen das Leitungssystem so verengt war, dass nur eine teure Rohrsanierung half. In Deutschland kann das schnell 500–2.000 € kosten, je nachdem, ob die Hausverwaltung oder du zahlst.

Praktische Sofortmaßnahmen — was du jetzt tun kannst
In meiner Praxis funktionieren einfache Tricks besser als aggressive Chemie. Hier sind die Schritte, die ich empfehle:
- Gieße kein warmes Fett in den Ausguss — das ist die falsche Zeit.
- Beim Braten: Fett in eine leere Konservendose oder Marmeladenglas schütten, abkühlen lassen und im Restmüll entsorgen oder beim Wertstoffhof abgeben.
- Nutze ein einfaches Spülbecken‑Sieb (gibt’s bei Aldi, Lidl, OBI) — kostet wenige Euro, spart dir die Notdienstrechnung.
- Bei frischer Verstopfung: mechanisch mit einer Rohrspirale (OBI, Hornbach) arbeiten statt sofort Chemie zu kippen.
Lebensrettender Haushalts‑Hack: Fett richtig entsorgen (Schritt für Schritt)
Ich habe das mit Tausenden Haushalten getestet — so klappt es zuverlässig:
- Schritt 1: Gieße das warme Fett vorsichtig in ein hitzefestes Glas oder eine leere Dose.
- Schritt 2: Lass es vollständig abkühlen und fest werden (bei winterlichen Temperaturen geht’s schneller).
- Schritt 3: Deckel drauf, in die Restmülltonne oder zur Altölannahme bringen — in vielen Städten kannst du kleine Mengen beim Wertstoffhof kostenlos abgeben.
- Schritt 4: Den Behälter in der Küche griffbereit halten, so gewöhnt man sich die Routine.
Was du statt heißem Wasser tun solltest
Der alte Tipp „mit heißem Wasser durchspülen“ ist ein Mythos. Warmes Wasser löst Fett kurzfristig, aber beim Abkühlen setzt es sich weiter hinten fest. Besser:
- Warmes Wasser + Spülmittel sofort benutzen, wenn noch kleine Reste da sind, und dann in ein Gefäß schütten.
- Bei wiederkehrenden Problemen: enzymatische Reiniger (z. B. aus der Drogerie Müller oder Bauhaus) können organische Ablagerungen abbauen — teste sie sparsam.
- Mechanische Reinigung (Rohrspirale) ist oft die nachhaltigste Lösung.

Langfristige Lösungen — wie du dein Rohr wirklich schützt
Einmalverhalten ändern reicht nicht immer. In meiner Erfahrung helfen diese Gewohnheiten langfristig:
- Sieb in den Abfluss legen und täglich die Reste in den Biomüll geben (Biotonne nutzen, wo erlaubt).
- Bei viel Braten: Fett sammeln und in Einwegflaschen zur Altölannahme bringen.
- Wer oft frittiert oder Speck brät: Installiere einen kleinen Fettabscheider oder rede mit der Hausverwaltung über Wartung.
- Regelmäßig (ein- bis zweimal pro Jahr) Siphon ausbauen und säubern — kostet bei DIY kaum Zeit, spart später Geld.
Kurze Anekdote aus meiner Arbeit
Ein Hausmeister in München rief mich an, nachdem alle Waschbecken im Keller verstopft waren. Ursache: Ein Mieter hatte hundert Liter Frittieröl in zwei Kanistern entsorgt — im Hof. Ergebnis: Kanalisation und eine fünfstellige Rechnung für die Hausverwaltung. Das bleibt mir noch lange im Kopf.
Fazit — die einfache Wahrheit
Fett im Ausguss ist kein kleines Versehen, sondern ein schleichender Saboteur deiner Rohrleitungen. Ein Glas Fett in den Müll statt in den Abfluss kann dir hunderte Euro und viel Ärger sparen. Fang heute an, sammle dein Fett und rede mit deinen Nachbarn — besonders nach Feiertagen.
Und jetzt du: Was war dein schlimmstes Rohr‑Erlebnis? Erzähl’s unten — vielleicht rettet dein Tipp dem nächsten Leser eine teure Rechnung.









