Dein Klo läuft nicht mehr ab und der Klempner verlangt 150 € plus Anfahrt? Ich kenne das Gefühl: Wut, Ekel und die Rechnung. Viele Verstopfungen entstehen durch einfache Fehler, die du heute noch ändern kannst.
Ich habe bemerkt, dass bestimmte Mythen Menschen immer wieder in die Falle locken — und zwar in einer Art, die Abwasserrohre in Deutschland ernsthaft schadet. Lies das jetzt, bevor es nass wird.
Warum diese „kleinen“ Dinge so gefährlich sind
Rohrsysteme reagieren nicht gut auf Materialien, die sich verklumpen oder nicht zersetzen. In meiner Erfahrung entsteht der meiste Ärger durch Dinge, die vermeintlich harmlos aussehen.
Stell dir das Rohr wie eine Autobahn vor: Wenn LKWs (Fettklumpen, Feuchttücher) sich an einer Stelle sammeln, kommt alles ins Stocken. Und Klempner müssen dann den Stau aufreißen — das kostet Zeit und Geld.
Die 5 verstopfenden Mythen — und was wirklich passiert
1) „Feuchttücher sind ‚spülbar‘ — also ok“
Marken schreiben „spülbar“ drauf, aber das heißt nicht, dass sie sich wie Toilettenpapier auflösen. Feuchttücher reißen nicht in kleine Fasern, sondern formen Matten, die Rohre blockieren.
- Fakt: Feuchttücher bilden Klumpen und fangen Fett/Toilettenpapier—das ist ein Rohr-Albtraum.
- Alternative: Entsorge Feuchttücher in der Restmüll-Tonne.
- Warum in Deutschland relevant: Viele Städte haben enge Abwasserleitungen in Altbauten; dort verursachen Tücher besonders schnell Probleme.
2) „Kochfett und Speisereste gehören ins Klo — das spült sich weg“
Fett verhärtet beim Abkühlen ähnlich wie kalte Butter. Im Rohr klebt es an der Wand und fängt Haare, Papier und Tücher ein — der klassische Fettpfropf.

- Fakt: Fett wird hart und funktioniert wie Kleber im Rohr.
- Alternative: Gieße heißes Fett in ein altes Marmeladenglas, lass es fest werden und entsorge das Glas in der Restmüll-Tonne — günstiger als ein Klempnerbesuch.
3) „Mehr Toilettenpapier = okay, einfach öfter spülen“
Zu viel Papier auf einmal kann trotzdem blockieren, vor allem bei älteren Rohren oder wenn mehrere Haushalte hintereinander spülen.
- Tipp: Nutze qualitativ dünneres, gut lösliches Toilettenpapier — das spart auch Platz in der Klopapierrolle.
- In meiner Praxis habe ich gesehen, wie schon ein halbes Paket in einem Altbau das Rohr stopfen kann.
4) „Chemische Rohrreiniger sind die schnelle Lösung“
Sie wirken manchmal, aber oft nur oberflächlich. Bei festen Blockaden (Tücher, Kondome, Fett) helfen Säuren und Laugen nicht — und sie können PVC-Rohre und Dichtungen angreifen.
- Fakt: Chemiekeulen schädigen Rohrleitungen und sind schlecht für Kläranlagen.
- Alternative: Mechanische Reinigung (Pömpel, Spirale) oder einen Profi rufen — das ist nachhaltiger.
5) „Katzenstreu, Kippen, Kondome? Kein Problem, sind doch klein“
Klein heißt nicht unschuldig. Katzenstreu quillt auf, Kondome bleiben intakt, Zigarettenfilter zersetzen sich kaum — alles sammelt sich.
- Entsorge Katzenstreu und Kondome in der Restmüll-Tonne, Kippen in einen Aschenbecher oder speziellen Behälter.
- Viele Kommunen in Deutschland bestrafen falsche Entsorgung nicht direkt, aber die Folgekosten zahlen Mieter und Hauseigentümer.
Praktische Hacks: So verhinderst und behebst du Verstopfungen selbst
Ich habe ein paar Methoden getestet, die besser funktionieren als Panik und teure Notrufe. Probiere diese Schritte, bevor du den Handwerker rufst.
Life‑Hack: Klo teilweise verstopft — so bekommst du es meist selbst frei
Benötigte Dinge: Gummihandschuhe, Pömpel (Klobürsten-Pömpel oder Dachpömpel), eine Tasse Spülmittel, heißes (nicht kochendes) Wasser, Eimer.
- 1) Gib eine großzügige Portion Spülmittel ins Klo (etwa 2–3 Esslöffel).
- 2) Gieße langsam heißes (nicht kochendes) Wasser aus einem Eimer aus etwa 50–70 cm Höhe in die Schüssel.
- 3) Warte 10 Minuten, lass das Spülmittel wirken.
- 4) Setze den Pömpel an und pump kräftig 15–20 Mal. Ziehe dann den Pömpel abrupt heraus.
- 5) Spüle zur Probe einmal. Klappt das nicht, verwende eine Rohrspirale (erhältlich bei Obi oder Hornbach, oft im Werkzeugverleih).
Ich habe diesen Trick schon mehrfach angewendet — in 7 von 10 Fällen war das Problem damit gelöst.

Was du kaufen oder im Haus haben solltest
- Ein stabiler Pömpel (10–20 € bei Baumarkt).
- Eine 3–5 m Rohrreinigungsspirale (15–40 €) oder kurzfristig ausleihen.
- Gummihandschuhe, Eimer, alte Handtücher.
- Ein Einmachglas für Fettreste — spart dir die nächste Klempnerrechnung.
By the way — die Kostenfrage
Ein Notdienst am Wochenende kann in Deutschland schnell 150–300 € kosten. Klempner berechnen oft Anfahrt + Stunde; einfache Vorbeugung lohnt sich finanziell.
Weniger Müll im Klo = weniger Notfälle und weniger Ärger.
Und jetzt für das, was viele übersehen: Medikamente gehören nie ins Klo, sondern zurück in die Apotheke. Das ist besser für Gewässer und die Umwelt.
Kurzfazit
Die Lösung ist selten kompliziert: Wer das Klo wie eine Mülltonne benutzt, zahlt am Ende für die Reinigung. Ich habe gelernt, dass kleine Gewohnheitsänderungen (kein Fett, keine Feuchttücher, richtige Entsorgung) viele Notfälle verhindern.
Welche „Mythen“ hast du im eigenen Haushalt erlebt? Schreib kurz unten — die besten Tipps packe ich in einen Follow‑up-Guide.









