Dein Kompost stinkt, bleibt ewig roh oder verwandelt sich in Süßholzraspel statt in schwarze Erde? Du bist nicht allein — ich habe bemerkt, wie oft gute Absichten am falschen Timing scheitern. Wenn du jetzt die Regeln kennst, bekommst du im nächsten Frühling echten, fertigen Kompost statt Frust. Lies weiter, denn das richtige Timing entscheidet, ob du im Garten Erfolg hast oder nicht.
Warum Timing alles ist — und was die meisten falsch machen
Viele übersehen, dass Kompostieren keine Standard-Aufgabe ist, die man einmal macht und vergisst. In meiner Praxis merken Hobbygärtner erst nach Monaten, dass sie zu nass, zu grob oder zur falschen Jahreszeit gearbeitet haben.
Kompost funktioniert wie ein Thermofen: Hitze + Luft + richtige Mischung = Ergebnis. Ohne Temperatur oder mit falschem Verhältnis von Grün- und Braunstoffen passiert nichts — oder schlimmer: es stinkt.
Wann anfangen? Die drei besten Zeitfenster
- Frühling (März–Mai) — Ideal, um einen neuen Haufen aufzusetzen. Der Boden taut, Mikroben erwachen, und du hast das ganze Gartenjahr zur Verfügung.
- Sommer (Juni–August) — Bestezeit für schnelles Kompostieren: Hitze bringt die thermophile Phase, aber du musst häufiger wenden und Feuchtigkeit kontrollieren.
- Herbst (September–November) — Super, um Herbstlaub und Ernteabfälle einzulagern. Beachte: In milden Regionen zersetzen sich Blätter gut; in kalten Regionen lieber grob zerkleinern.
Und was ist im Winter?
Im deutschen Winter verlangsamt sich alles. Das heißt nicht, dass du nichts tun kannst: Wenn du einen geschlossenen Komposter oder Tumbler hast, läuft es weiter. Sonst ist das beste Vorgehen: Haufen isolieren, nicht stören und stattdessen Bokashi in der Küche nutzen.

Wann solltest du wirklich umschichten?
Umschichten ist kein Ritual, es ist eine Reaktion auf Signale. Ich mache es in drei Situationen:
- Die Temperatur fällt unter 40 °C: Zeit, Sauerstoff zuzuführen.
- Der Haufen riecht faul oder ist zu nass: Umsetzen + mehr Braunes hinzufügen.
- Nach 2–3 Wochen in der warmen Phase für schnelleren Abbau (bei Tumblertonnen wöchentlich).
Ein einfacher Test: Steche mit einem Thermometer in die Mitte. Bleibt es kalt, braucht es frische Luft oder neue Mikroben.
Praktischer Hack: So stellst du sicher, dass dein Kompost bis zum Frühling fertig ist
Probier diese 4-Schritt-Anleitung — funktioniert in Kleingärten und Balkonkompostern in Deutschland gleichermaßen.
- Schritt 1 — Standort & Behälter: Sonnig bis halbschattig. Für Stadtbalkone greife zu einem geschlossenen Tumbler; im Garten reicht ein 1 m³-Haufen oder ein günstiger Komposter von OBI/Hornbach (~30–80 €).
- Schritt 2 — Schichten nach Volumen: 2 bis 3 Teile Braunes (Laub, Zeitung, Hobelspäne) zu 1 Teil Grünem (Küchenabfälle, Grasschnitt). Das simuliert ein C:N-Verhältnis von ca. 30:1.
- Schritt 3 — Feuchte-Check: Sollte sich anfühlen wie ein ausgewrungener Schwamm. Zu trocken? Mit Wasser sprühen. Zu nass? Mehr Braunes hinzufügen.
- Schritt 4 — Mikroben-Anstoß: Einen Schaufelgang Gartenerde oder fertigen Kompost einmischen, dann alle 2–3 Wochen wenden. In Tumblertonnen wöchentlich drehen.
Übrigens: Ich füge manchmal Brennnesseljauche oder eine Handvoll Gesteinsmehl hinzu — das hilft Mikroben in armen Böden, schneller zu starten.
Was du niemals kompostieren solltest
- Fleisch, Fisch, Milchprodukte (ziehen Schädlinge an)
- Krankes Pflanzenmaterial, das mit Pilzen oder Kartoffel-/Tomatenkrankheiten befallen ist
- Unbehandeltes Holz mit Farbe oder behandeltes Gartenholz
Wenn du unsicher bist, bringt der kommunale Wertstoffhof (Wertstoffhöfe in Deutschland) oder die Biotonne eine sichere Alternative.

Wann ist Kompost wirklich fertig — und wie du ihn verwendest
Fertiger Kompost ist dunkel, krümelig, riecht nach Walderde und kaum noch warm. Wenn sich im Inneren kaum mehr Hitze bildet und keine großen Pflanzenreste mehr erkennbar sind, kannst du ihn verwenden.
- Verwendung im Frühjahr: Als Bodenlockerung und Nährstoffquelle beim Umgraben.
- Verwendung im Herbst: Als Mulchschicht vor Winternässe.
Viele Gärtner in Deutschland streuen Kompost im Herbst aus, weil er dann noch Zeit hat, sich mit dem Boden zu verbinden — und du musst im Frühling weniger düngen.
Letzte Warnung — und ein kleiner Motivationsschub
Ich habe erlebt, wie ein ganzer Haufen nach Monaten stank, weil jemand gedacht hatte „mehr Küchenabfälle = besser“. Falsch. Weniger, richtig geschichtet, bringt mehr.
Fang klein an: Ein sauberer, beweglicher Komposter ist besser als ein riesiger Haufen, den du nie bewegst. Und vergiss nicht: In den Baumärkten in deiner Stadt (OBI, Hornbach, toom) findest du günstige Thermometer und Tumblertonnen — eine Anschaffung, die sich oft schon im ersten Jahr bezahlt macht.
Und jetzt du: Wann hast du das letzte Mal deinen Kompost gewendet — und welche Methode hat bei dir am besten funktioniert? Schreib es in die Kommentare, ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.









