Stell dir vor: deine Nebenkostenabrechnung steigt, obwohl du nicht mehr duschst als sonst. Viele merken es nicht – bis der Vermieter oder die Heizungstechnikerin anklopfen. In meiner Praxis habe ich immer wieder denselben Fehler gesehen, der Haushalte in Städten wie Berlin oder München teuer zu stehen kommt.
Wenn du das jetzt liest, spare nicht nur Zeit: tu etwas dagegen, bevor die nächste Abrechnung kommt.
Warum das heimlich Geld frisst
Die Gewohnheit ist simpel: die Warmwasser-Zirkulationspumpe (oder eine ständig laufende Umwälzpumpe) dauerhaft laufen lassen — aus Bequemlichkeit, damit das Wasser sofort heiß ist.
Das klingt harmlos, ist es aber nicht. Diese Pumpe hält Wasser in den Leitungen warm. Das heißt: dauernder Stromverbrauch + permanente Wärmeverluste der Rohre = höhere Gas-/Stromkosten und höhere Heiznebenkosten in der Nebenkostenabrechnung.
Was Klempner tatsächlich sehen
- Ältere Pumpen saugen oft 50–150 W, 24/7. Das summiert sich auf Hunderte kWh pro Jahr.
- Unisolierte Rohre geben Wärme an das Treppenhaus ab — besonders spürbar in Altbauten mit langen Leitungswegen.
- Bei Gasthermen oder Ölkesseln erhöht permanentes Warmhalten den Brennstoffverbrauch zusätzlich.
Das kann, je nach Alter der Anlage und Energiepreisen, in Extremfällen bis zu 800 € im Jahr kosten. Ich schreibe „bis zu“, weil es regional stark variiert — in München oder Stadtteilen mit hohen Nebenkosten fällt es schneller ins Gewicht als in kleineren Orten.

So überprüfst du, ob das bei dir passiert
Ein schneller Check, den dir jeder Klempner empfiehlt:
- Horchen: Hört man ein leises Brummen im Keller oder am Wärmetauscher rund um die Uhr?
- Fühle: Sind die Warmwasserleitungen im Technikraum warm, obwohl niemand duscht?
- Schau: Gibt es eine Pumpe mit kleinem Elektromotor an der Leitung (oft mit Kabel und Stecker)?
Wenn ja — keine Panik
Viele Vermieter oder Hausverwaltungen kennen den Zusammenhang nicht oder haben die Pumpe einfach „aus Bequemlichkeit“ permanent laufen.
Konkrete Schritt-für-Schritt-Hack: So sparst du sofort
Ich habe diesen Ablauf mehrfach getestet — er ist günstig, erprobt und funktioniert in Miet- wie in Eigentumswohnungen.
- Schritt 1: Identifizieren — finde die Zirkulationspumpe (Keller, Heizungsschacht oder unter der Spüle).
- Schritt 2: Messen/merken — notiere Modell und Leistung (Watt) oder mach ein Foto für den Klempner.
- Schritt 3: Einfache Lösung: Zeitschaltuhr (mechanisch oder digital) installieren — halte die Pumpe nur während typischer Nutzungszeiten an (z. B. 6–9 Uhr, 16–22 Uhr).
- Schritt 4: Kurzfristig isolieren — Rohrisolierung aus Schaumstoff (gibt’s bei OBI, Hornbach, Bauhaus) an sichtbaren Warmwasserleitungen anbringen.
- Schritt 5: Langfristig: Austausch gegen eine hocheffiziente, bedarfsgeregelte Pumpe — das zahlt sich über wenige Jahre aus.
Tipp: Eine mechanische Zeitschaltuhr kostet 10–30 €, die Rohrisolierung um die 20–50 €. Die teurere Pumpe amortisiert sich je nach Nutzung meist in 2–4 Jahren.

Weitere schnelle Spar-Tipps vom Klempner
- Temperatur senken: Boiler auf 55 °C einstellen (nicht unter 50 °C in Mietwohnungen wegen Legionellen, aber vorher prüfen).
- Leitungen dämmen: Besonders im Technikraum und Dachgeschoss zahlt sich Dämmung aus.
- Bedarfssteuerung: Sensoren oder Taster statt Dauerbetrieb — manche Anlage reagiert auf Knopfdruck.
- Kontrolle: Bei der nächsten Nebenkostenabrechnung gezielt Warmwasser-/Heizkosten prüfen.
Es ist wie eine Kaffeemaschine, die den ganzen Tag eingeschaltet bleibt, nur damit du nie warten musst — bequem, aber teuer.
Wann du den Profi rufen solltest
- Wenn du nach der Zeitschaltuhr weiterhin deutlich warme Rohre misst.
- Bei ungewöhnlichen Geräuschen oder wenn die Pumpe sehr alt aussieht.
- Wenn du Mieter bist: Sprich zuerst mit der Hausverwaltung — Änderungen an der Heizungsanlage dürfen nicht ohne Zustimmung gemacht werden.
In meiner Erfahrung reagieren Hausverwaltungen oft schnell, wenn du eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung vorlegst: einmal investieren, dann monatlich sparen.
Zum Abschluss
Diese eine Gewohnheit — die Pumpe rund um die Uhr laufen zu lassen — ist bequem, aber sie frisst Geld still und stetig. Mit einem einfachen Timer, etwas Isolierung und gegebenenfalls einem Austausch der Pumpe lässt sich viel sparen.
Und jetzt die wichtigste Frage an dich: Hast du diese Pumpe bei dir schon gefunden — oder war das bei dir nie ein Thema? Schreib kurz, was du entdeckst hast.









