Der erste Frost kommt — und mit ihm die Rechnung: Viele wundern sich jedes Jahr über deutlich höhere Heizkosten. Mir ist aufgefallen, dass dieselben drei Fehler immer wieder auftauchen und am Ende richtig Geld kosten.
Wenn Du diese jetzt behebst, sparst Du spürbar — oft bis zu 200 € pro Saison, je nach Wohnungsgröße und Energiepreis. Lies weiter, bevor Du die Heizung voll aufdrehst.
Warum das schnell teuer wird
Heizsysteme in deutschen Wohnungen sind sensibel: kleine Fehler führen zu Mehrverbrauch oder zu Kurzzyklen beim Kessel. In meiner Arbeit mit Installateuren höre ich oft: „Die Leute merken erst am Abschlag, was schiefgelaufen ist.“
Ein falsch eingestelltes Ventil, Luft im Heizkörper oder eine zu hohe Vorlauftemperatur summieren sich — das ist wie ein undichter Wasserhahn, der ständig tröpfelt.
Die drei Fehler, die Du vermeiden musst
Fehler 1: Thermostatventile falsch eingestellt — warm, aber teuer
Viele drehen die Ventile vollen Anschlag, weil sie schnelle Wärme wollen. Das kostet. Jedes Grad höher bedeutet spürbar mehr Verbrauch.
- Wenn Du die Raumtemperatur um 1 °C senkst, sparst Du etwa 5–7 % Energie — probier 19–20 °C statt 22 °C.
- Flure und Schlafzimmer brauchen oft nur 16–18 °C.
- Nutze Nachtabsenkung: die meisten Heizungen lassen sich programmieren oder per Thermostat manuell reduzieren.
Fehler 2: Heizkörper nicht entlüftet — kalte Stellen, volle Leistung
Ich habe oft gesehen: Oben am Heizkörper ist es kalt, unten warm — das ist Luft. Der Kessel arbeitet härter, pumpt länger und verbraucht mehr Gas.

- Ein entlüfteter Heizkörper erhöht die Effizienz sofort.
- Du brauchst nur einen Entlüftungsschlüssel (gibt’s bei OBI, Hornbach) oder einen kleinen Schraubenzieher.
- Wenn es nach Entlüften gluckert und danach immer noch nicht richtig warm wird, könnte ein hydraulischer Abgleich nötig sein — frag Deinen Installateur.
Fehler 3: Vorlauftemperatur zu hoch und Pumpe falsch eingestellt
Moderne Brennwertkessel arbeiten effizient bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Viele lassen die Heizung unnötig heiß laufen — aus Angst vor Kälte. Das verbraucht Geld.
- Halte die Vorlauftemperatur so niedrig wie möglich, ohne Komfort zu verlieren (bei vielen Systemen reichen 50–55 °C).
- Die Umwälzpumpe auf die niedrigste funktionierende Stufe stellen: oft ist zu viel Durchfluss ineffizient.
- Bei Unsicherheit: Kurz den Installateur anrufen — das spart meist mehr, als der Service kostet.
Konkrete 5‑Minuten-Checks (so machst Du ihn selbst)
Ich mache diese Routine selbst bei Freunden und spare fast immer sofort. Keine Werkstatt, nur ein paar Minuten.
- Thermostate prüfen: In jeden Raum einen Blick, auf 19–20 °C einstellen.
- Heizkörper entlüften: Ventil etwas öffnen, in ein Tuch fangen— bis Wasser kommt.
- Rücklauftemperatur fühlen: Oben warm, unten deutlich kälter? Dann passt’s. Beide Rohre fühlen — sie sollten nicht gleich heiß sein.
- Sichtprüfung: Thermostatköpfe frei von Vorhängen/Möbeln halten.
Ein Life‑Hack, den nicht viele kennen
Wenn Du den Rücklauf des Heizkörpers (das dünnere Rohr) mit der Hand tasterst, kannst Du fühlen, ob der Heizkörper richtig arbeitet. Fühlt das Rücklaufrohr deutlich kühler als der Vorlauf, arbeitet das System effizient. Wenn nicht, ist Luft oder ein Ungleichgewicht oft Schuld.
Für Mieter: Mach Fotos und notiere Messungen — bei der Heizkostenabrechnung hilft das gegen zu hohe Forderungen vom Vermieter oder der Hausverwaltung.
Warum der hydraulische Abgleich wichtig ist — kurz erklärt
Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommt, die er braucht. Ohne Abgleich läuft ein Teil der Wärme verloren — oft spürbar in Altbauwohnungen mit mehreren Etagen.
Das ist kein teures Hexenwerk: Fachbetrieb macht eine einmalige Einstellung. Oft amortisiert sich das in ein bis zwei Saisons.

Was Du nicht selbst machen solltest
- Am Kessel herumschrauben oder die Brennereinstellungen ändern — das gehört in Profi‑Hände.
- Druck ablassen ohne zu wissen, was Du tust. Lieber kurz den Installateur anrufen.
By the way: Viele Stadtwerke und lokale Installateure in Deiner Stadt (z. B. bei der nächsten Stadtwerkstelle) bieten einfache Checks oder Beratungen an — oft günstiger als man denkt.
Kurze Kostenrechnung (vereinfacht)
Rechenbeispiel: Wenn Dein Haushalt pro Saison ~1.000 € Heizkosten hat, können
- falsche Thermostatbedienung 5–10 % Mehrverbrauch erklären,
- Luft im System und fehlender Abgleich weitere 5–10 % bringen.
Zusammen: 10–20 % Mehrverbrauch = 100–200 € — je nach Haus, Heizungstyp und Energiepreisen. Deshalb die Warnung: kleine Fehler summieren sich schnell.
Fazit — kurz und handfest
Mach diese drei schnellen Checks, bevor die Kälte richtig loslegt: Thermostate runter, Heizkörper entlüften, Pumpe/Vorlauf prüfen. Du brauchst keine Profi‑Ausrüstung — nur ein bisschen Zeit und einen Schlüssel.
Was ist Dein größter Heizfrust? Hast Du schon mal durch ein kleines Handgriff Geld gespart — oder blieb alles beim Alten? Schreib’s in die Kommentare.









