Ziehst du im Winter am Thermostat, aber das Fenster zieht trotzdem? Kalte Luft am Glas frisst Heizkosten und Nerven — ich kenne das. Ich habe Plastikfolie über mehrere Fenster ausprobiert und war überrascht, wie viel Unterschied ein paar Euro und 20 Minuten Arbeit machen können.
Les das jetzt, wenn du Heizkosten sparen willst oder in einer Wohnung mit einfachen Fenstern lebst: Die Anleitung ist praktisch, günstig und risikobewusst — inklusive Warnungen, wo die Methode schaden kann.
Wie Plastikfolie wirklich wirkt — kurz und praktisch
Die Folie schafft eine dünne, stille Luftschicht vor dem Glas. Diese Schicht reduziert Konvektion (Zugluft) und verringert den Wärmeverlust durch das Fenster — wie ein leichter Wärmepullover fürs Fenster.
Wenn du ein einzelverglastes oder altes Zweifachfenster hast, ist der Effekt am stärksten. Bei modernen 3-fach Verglasungen bringt die Folie fast nichts.
Was ich getestet habe — echte Ergebnisse aus meiner Wohnung
Ich habe drei Arten von Fenstern ausprobiert: Sprossenfenster im Altbau, einfache Kunststofffenster aus den 90ern und ein modernes Isolierfenster. Ergebnis: bei den älteren Scheiben fühlte sich die Raumkante sofort wärmer an.

- Temperaturdifferenz an der Fensternische: etwa 1–2 °C spürbar.
- Gefühlte Zugluft nahm deutlich ab — weniger kalte Hände unterwegs zum Sofa.
- Materialkosten pro Fenster: ca. 4–15 € (je nach Größe und Marke).
Praktische Anleitung: Schritt-für-Schritt, so klappt’s
Du brauchst nur wenige Werkzeuge, die du in jedem Baumarkt oder bei Discountern in Deutschland findest.
- Material: Fenster-Isolierfolie (Schrumpffolie oder statische Folie), doppelseitiges Klebeband, Schere, Haarföhn.
- Schritt 1: Fensterfläche messen und Folie grob zuschneiden — 5–10 cm Überstand.
- Schritt 2: Klebeband entlang des Rahmenrandes sauber anbringen (Fensterrahmen reinigen).
- Schritt 3: Folie befestigen, glatt ziehen, Falten vermeiden.
- Schritt 4: Mit dem Föhn die Folie erwärmen, sie zieht sich zusammen und wird glatt.
- Schritt 5: Ränder sauber abschneiden — fertig. Lüften nicht vergessen!
Extra-Tipps, die mir geholfen haben:
- Bei großen Fenstern die Folie in Bahnen kleben, nicht in einem Stück.
- Benutze einen Rakel (oder eine große Kreditkarte), um Luftblasen rauszudrücken.
- Hygrometer verwenden: Wenn die Luftfeuchte steigt, öfter stoßlüften (5–10 Minuten).
Ein kleiner Trick, den viele nicht kennen
Wenn du das Fenster kurz öffnen musst: stecke die Folie an einer Ecke temporär unter das Rahmenprofil, statt sie abzureißen. So vermeidest du mehrfaches Kleben und schont die Dichtung.
Fehler, die viele machen — und wie du sie vermeidest
- Falsche Auswahl: Bei modernen 3-fach-Verglasungen ist der Nutzen minimal — Geldverschwendung.
- Unsaubere Montage: Falten und Lufttaschen reduzieren die Wirkung.
- Die größte Gefahr: Schimmel durch mangelndes Lüften. Wenn du die Fenster mit Folie dicht verpackst und nicht regelmäßig stoßlüftest, steigt Kondensationsrisiko.

Wann sich die Folie lohnt — und wann nicht
Gute Kandidaten:
- Altbau mit Einfachverglasung
- Zimmer, die selten genutzt werden (Kinderzimmer, Gästezimmer)
- Mieter, die keine dauerhaften Änderungen am Fensterrahmen vornehmen dürfen
Weniger sinnvoll:
- Neue 3-fach verglaste Fenster
- Holzfenster mit schlechter Installation — hier erst Dichtung prüfen
- Wenn du ohnehin täglich lange lüftest und kontrolliert heizt
Wo du Folie in Deutschland bekommst & Kostenüberblick
- Baumärkte: OBI, Bauhaus, Hornbach — große Auswahl, Beratung vor Ort.
- Discounter: Aldi, Lidl — saisonal oft günstige Sets.
- Online: Amazon.de — schnelle Lieferung, viele Größen.
- Preisrahmen: ca. 4–15 € pro Packung je nach Größe und Marke.
Und jetzt das Wichtigste — mein persönliches Fazit
Bei alten Fenstern macht Plastikfolie tatsächlich Sinn: kostengünstig, schnell montiert und spürbar wärmer. Aber es ist kein Ersatz für vernünftige Lüftung oder eine langfristige Sanierung.
Probier es an einem Fenster in deiner Wohnung aus. Wenn du richtig arbeitest und lüftest, ist es ein praktischer Zwischenstopp bis zur nächsten Renovierung.
Hast du schon mal Fensterfolie ausprobiert — oder vertraust du lieber auf neue Fenster? Erzähl kurz von deinen Erfahrungen.









