Sie kennen das: Samstagmorgen, Playliste an, Vögel singen — und nach einer Stunde sieht die Küche aus wie ein Schlachtfeld. Die Versuchung ist groß, sofort mit Putzwasser loszulegen. Genau das ist der Fehler, der am häufigsten dafür sorgt, dass Reinigung länger dauert, Flächen stumpf werden oder sich Schmutz erst recht verteilt.
Ich schreibe das nicht aus der Theorie, sondern aus jahrelanger Erfahrung: bei Wohnungen in Berliner Altbauten, bei Familien mit Kleinkindern in München und in kleinen Büros, die nach einer Feier aussehen wie ein Festivalgelände. Wenn Sie eine effiziente, nachhaltige Generalreinigung wollen, dann fangen Sie nicht nass an.
Der Kern des Problems: nass beginnen statt entstauben
Viele Menschen greifen zuerst zum Wischmopp oder zum Allzweckreiniger. Das Ergebnis: Staub und Haare werden zu Schlieren, Schmutzpartikel verteilen sich erneut, und empfindliche Oberflächen bekommen Mikrokratzer. Noch schlimmer: Feuchtigkeit kann Staub in Ritzen drücken und Schimmelbildung begünstigen — besonders in schlecht belüfteten Altbauwohnungen.

Die richtige Reihenfolge — so sparen Sie Zeit und Nerven
- Aufräumen und sortieren: Lose Gegenstände (Spielzeug, Zeitungen, Wäsche) wegräumen. Das erleichtert späteres Saugen und Wischen.
- Trockenentstauben von oben nach unten: Lampen, Regaloberkanten, Rahmen — dann Möbel, zuletzt Fußleisten. Mikrofasertücher fangen Staub, statt ihn nur zu verteilen.
- Staubsaugen mit System: Vorzugsweise mit HEPA-Filter. Saugen Sie nicht nur den Boden, sondern auch Sofaritzen und Matratzenoberflächen ab.
- Feuchtreinigung: Erst jetzt kommen Wischen und Nassreinigung. Beginnen Sie immer an der weitesten Ecke und arbeiten Sie sich zur Tür vor.
- Fenster und Glas zuletzt: So vermeiden Sie Wasserflecken von erneuertem Staub.
Warum diese Reihenfolge so viel bringt
Trockenes Entstauben entfernt die groben Partikel, die Nasswäsche später nur verschmieren würde. Wenn Sie zuerst wischen, werden Haare und Staub zu Schlieren — besonders sichtbar auf dunklen Ikea-Regalen oder Laminatböden von Aldi-Einkäufen. Außerdem sparen Sie Putzmittel: weniger Schmutz bedeutet weniger Chemie.
Praktische Tipps und regionale Hinweise
- Benutzen Sie Mikrofasertücher von dm oder Rossmann — sie sind günstig und halten viel aus.
- Bei Holzböden: kein Essig! In vielen Haushalten kursiert der Tipp, aber Essig greift die Versiegelung an. Nutzen Sie stattdessen pH-neutrale Holzbodenseifen.
- Bei Naturstein (Marmor, Granit): niemals säurehaltige Reiniger. Sonst verfärbt sich die Oberfläche.
- Für Allergiker: HEPA-Staubsauger und regelmäßiges Ausklopfen von Textilien reduzieren Pollen und Hausstaubmilben deutlich.
- Altbau-Spezial: In Berliner Altbauten mit dicken Fensterrahmen lohnt ein kleiner Handstaubsauger für Fensterlaibungen — das erspart späteres Schrubben.
Fehler, die oft folgen — und wie Sie sie vermeiden
Viele glauben, öfteres Putzen mit mehr Chemie bringt bessere Ergebnisse. Tatsächlich führt Überreinigung zu Abnutzung: matte Oberflächen, poröse Fugen, und auf Dauer mehr Staubbindung. Setzen Sie lieber auf regelmäßige, richtige Reihenfolge und gezielte Pflegeprodukte.

Ein weiterer häufiger Fehler: das falsche Tuch. Baumwolllappen reißen den Staub auf, Mikrofasertücher ziehen ihn an. Investition von 10–20 Euro zahlt sich in Arbeitszeit und Resultat aus.
Mein persönlicher Tipp
Planen Sie die Generalreinigung wie ein kurzes Projekt: 30–90 Minuten pro Raum, Stoppuhr in der Küche. Sie werden überrascht sein, wie fokussiert Sie arbeiten, wenn Sie eine klare Reihenfolge haben. Und: gönnen Sie sich danach einen Kaffee in der Sonne Ihres Kiezes — das ist die Belohnung, die wirklich wirkt.
Wenn Sie eine Checkliste möchten, die Sie direkt ausdrucken können (Zimmer für Zimmer, mit Reihenfolge), schreiben Sie mir — ich habe eine einfache, praxiserprobte Vorlage.
Was war Ihr größter Putzfehler? Teilen Sie Ihre Geschichte oder Ihren besten Tipp in den Kommentaren — ich bin gespannt, was in Ihren Wohnungen schiefgeht (oder funktioniert).









