Im Winter verhalten sich Zimmerpflanzen anders — sie wachsen langsamer, brauchen weniger Wasser und verzeihen Staunässe kaum. Viele machen den Fehler, weiter wie im Sommer zu gießen, und landen prompt bei braunen Wurzeln oder Trauermücken. Ein einfacher Trick, den ich seit Jahren im Haushalt und im Büro verwende: Eiswürfel statt Gießkanne. Klingt banal, funktioniert aber überraschend gut.
Warum Eiswürfel? Das Prinzip einfach erklärt
Eiswürfel geben Wasser langsam ab. Anstatt eine große Menge kalten oder lauwarmen Wassers auf die Erde zu kippen und riskant zu übersättigen, schmilzt das Eis schrittweise und die Erde nimmt die Feuchtigkeit tiefer auf. Gerade in der Heizperiode, wenn die Luft trocken ist und Pflanzen langsamer verdunsten, verhindert die Methode Überwässerung und reduziert Pilzbefall.
Für welche Pflanzen ist der Trick geeignet — und wann lieber nicht
- Geeignet: robuste Grünpflanzen wie Ficus, Monstera, Sansevieria, Zamioculcas und die meisten Zimmerpalmen.
- Mit Vorsicht: empfindliche Tropenpflanzen (Calathea, Maranta, viele Farne) vertragen kaltes Wasser schlechter — hier lieber lauwarmes, abgestandenes Wasser.
- Nicht empfehlenswert: sehr flach wurzelnde Pflanzen oder frisch umgetopfte Exemplare, die empfindlich auf punktuelle Feuchte reagieren.

Praktische Anleitung: So setzen Sie die Eiswürfel-Methode richtig ein
Ich habe mir über die Jahre eine einfache Faustregel angewöhnt, die Sie direkt übernehmen können:
- Kleine Töpfe (Ø bis 10 cm): 1 Eiswürfel.
- Mittelgroße Töpfe (Ø 15–20 cm): 2–3 Eiswürfel.
- Große Töpfe (Ø 25 cm und mehr): 4–6 Eiswürfel.
Platzieren Sie die Eiswürfel gleichmäßig auf der Erdoberfläche, nicht direkt an der Pflanzenbasis. Warten Sie, bis sie geschmolzen sind — meist 30–90 Minuten, je nach Raumtemperatur. In sehr trockenen Räumen können Sie zusätzlich einen Untersetzer mit Wasser bereithalten oder die Luftfeuchte erhöhen.
Tipps aus der Praxis: Was ich gelernt habe
1) Verwenden Sie möglichst weiches oder gefiltertes Wasser für die Eiswürfel. Bei hartem Leitungswasser bilden sich Kalkränder auf der Erde, die unschön aussehen und langfristig schaden können. In Berlin oder München ist das besonders relevant — bei uns zu Hause nehme ich daher meist abgekochtes und abgekühltes Wasser.
2) Wenn Sie Düngen: im Winter kaum düngen. Die langsamere Wasserabgabe ersetzt nicht die Nährstoffzufuhr, aber überdüngen bei eingeschränktem Wachstum führt schnell zu Stress.

3) Beobachten Sie die Pflanzen. Manche Zimmerpflanzen mögen die Eiswürfel überraschend gut, manche reagieren mit Blattflecken. Ein Test an einer Pflanze reicht, bevor Sie die Methode auf Ihre gesamte Sammlung anwenden.
Mehr als nur Eis: Winterpflege, die wirklich hilft
- Weniger gießen: Prüfen Sie die Erde mit dem Finger — nur gießen, wenn die obere Schicht trocken ist.
- Lichtmanagement: Stellen Sie Pflanzen möglichst an helle Fenster, im Norden oft eine zusätzliche LED-Lightquelle sinnvoll.
- Luftfeuchte: Gruppieren Sie Pflanzen oder nutzen Sie einfache Hygrometer. Ein Zimmerbrunnen oder Schalen mit Wasser auf der Heizung helfen.
- Pflanzenschutz: Regelmäßige Kontrolle auf Trauermücken und Spinnmilben — Wärme und Staunässe fördern beides.
Mein Fazit
Der Eiswürfel-Trick ist kein Wundermittel, aber ein praktisches Tool für die Heizperiode: Es spart Zeit, reduziert Überwässerungsfehler und ist schnell umzusetzen — ideal für Vielbeschäftigte oder Büros. Ich nutze die Methode seit Jahren kombiniert mit guter Beobachtung und regional verfügbaren Produkten (bei Dehner oder OBI finden Sie passende Erde und Messgeräte). Probieren Sie es an einer Pflanze, bleiben Sie aufmerksam — und schon haben die meisten Ihrer grünen Mitbewohner bessere Chancen durch den Winter.
Haben Sie eigene Erfahrungen mit Eiswürfeln oder Winterpflege? Teilen Sie Ihre Tipps unten in den Kommentaren — ich lese mit und antworte gern.









