Wussten Sie, dass winzige Pflänzchen mehr Vitamine pro Gramm enthalten können als ausgewachsene Salatblätter? Mikrogrün auf der Fensterbank ist kein Hipster-Gadget, sondern eine praktische Art, frische Nährstoffe täglich zur Hand zu haben. In Städten wie Berlin oder Hamburg sehe ich immer öfter Regale voller winziger Keimlinge — und das aus gutem Grund.
Warum Mikrogrün? Kurz erklärt
Mikrogrün sind die ersten echten Blätter von Gemüse- und Kräutersamen, geerntet wenige Tage nach dem Keimen. Sie sind aromatisch, kompakt und lassen sich in der Küche vielseitig verwenden. Studien zeigen, dass bestimmte Mikrogrüns — zum Beispiel Brokkoli oder Rettich — hohe Konzentrationen an Antioxidantien und Sulforaphan aufweisen, die gesundheitlich interessant sind.

Was Sie brauchen — minimal und günstig
- Flache Schalen oder Anzuchttrays (auch wiederverwendbare Plastikschalen vom Supermarkt tun es)
- Anzuchterde oder Kokos-Substrat; für Anfänger genügt Küchenpapier bei einigen Sorten
- Samen für Mikrogrün (Sonnenblume, Erbse, Brokkoli, Radieschen, Basilikum)
- Licht: sonnige Fensterbank oder kleine LED-Wachstumsleuchte im Winter
- Gute Schere zum Ernten
Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Trays mit 2–3 cm Erde füllen, leicht andrücken.
- Samen dicht, aber nicht übereinander, ausstreuen. Eine dichte „Samenmatte“ ergibt mehr Ertrag.
- Mit feinem Sprühnebel Wasser zugeben; nicht ersäufen.
- Bei Bedarf mit einer transparenten Abdeckung dunkel stellen, bis die Keimblätter erscheinen (häufig 2–4 Tage).
- Wenn erste grüne Blattpaare sichtbar sind, ans Licht stellen und weiter feucht halten.
- Ernten mit Schere knapp über dem Substrat, meist nach 7–14 Tagen.
Tipps aus meiner Küche — Fehler vermeiden
- Überwässern ist häufiger als Unterbewässern: Staunässe führt zu Schimmel. Lüften und nur leicht befeuchten.
- Zu dicht gesäte Samen fördern Fäulnis. Lieber etwas weniger und dafür mehrere Trays.
- Im Winter LED-Leuchte nutzen; eine normale Fensterbank reicht oft nicht aus.
- Bei Problemen: Samenquelle wechseln — Bio-Samen von Bingenheimer Saatgut oder ausgewählte Sorten bei Dehner/REWE bringen meist bessere Keimraten.
Was wirklich schmeckt — meine Favoriten
Sonnenblumen sind nussig und saftig, perfekt aufs Sandwich. Brokkoli-Mikrogrün hat einen scharfen, senfigen Punch und passt in Smoothies oder über Suppen. Radieschen microgreens geben Salat und Baguette sofort Biss. Probieren Sie verschiedene Mischungen — Kleinigkeiten wie frischer Basilikum machen einfache Gerichte spannend.

Lagerung und Haltbarkeit
Ernteschnitt in eine Schale, locker abdecken und in den Kühlschrank. Auf einem Küchenpapier in einer luftdichten Schale bleiben viele Sorten 4–7 Tage frisch. Am besten frisch verbrauchen — das ist ja der Sinn der Fensterbank-Kultur.
Warum es sich lohnt
Mikrogrün ist schnell, günstig und bringt Geschmack sowie Nährwerte in kleine Küchen. Gerade in städtischen Wohnungen ist es eine der einfachsten Wege, die tägliche Gemüsezufuhr zu erhöhen. Ich selbst halte immer ein kleines Tray auf der Küchenfensterbank — morgens ein paar Blättchen auf dem Rührei, abends auf dem Brot: das hebt die Mahlzeit ohne viel Aufwand.
Haben Sie Lust, es auszuprobieren? Teilen Sie Ihre Erfahrungen oder ein Foto Ihrer Fensterbank-Mini-Farm in den Kommentaren — ich bin neugierig, welche Sorte bei Ihnen am besten wächst.









