Dezember ist nicht der Monat, in dem man nur Tee trinkt und zusieht, wie der Garten einschläft. Wer jetzt ein paar einfache Handgriffe macht, erspart sich im Frühjahr viel Arbeit — und erhält gesündere Pflanzen. Ich schreibe das aus Erfahrung: die besten Frühlinge sind die, in denen man im Winter etwas Zeit investiert hat.
1. Werkzeugpflege: schärfen, ölen, sortieren
Gut gepflegte Werkzeuge sind die halbe Arbeit. Reinigen Sie Scheren, Sägen und Spaten, schärfen Sie Klingen und behandeln Sie Metallteile mit einem dünnen Ölfilm, damit sie nicht rosten.
- Scheren mit Schleifstein nachschärfen, bewegliche Teile mit Pflanzenöl einreiben.
- Holzstiele mit Leinöl auffrischen — das verlängert die Lebensdauer.
- Beschriften und sicher aufbewahren; Baumärkte wie OBI oder Hornbach haben gute Aufbewahrungslösungen.
2. Baumschutz prüfen: Frost, Rehe und Mäuse abwehren
Junge Obstbäume und empfindliche Rinden brauchen Schutz. Frostrisse und Verbiss durch Rehe sind typische Winterprobleme.
- Stammschutz aus Kokos- oder Jutegewebe anbringen.
- Bei starkem Schneefall Äste von Obstbäumen vorsichtig freihalten, damit sie nicht abbrechen.
- Mäuseschutz am Stammfuß – besonders bei tiefem Schnee relevant.
3. Mulchen und Winterschutz aufbringen
Eine dicke Mulchschicht isoliert den Boden, schützt Mikroorganismen und spart später Bewässerung. Nutzen Sie Rindenmulch, Hackschnitzel oder Laubkompost.

- Gemüsebeete mit 5–8 cm Mulch bedecken, dabei den Bereich um die Pflanzenbasis frei lassen.
- Stauden mit Blatt- oder Reetauflage schützen — das verhindert Frostschäden.
4. Kompost und Boden prüfen
Kompost umsetzen, Deckel aufschichten und Feuchtigkeit kontrollieren. Ein gut gepflegter Kompost ist im Frühjahr Gold wert.
- Bei Bedarf die Kompostmasse umschichten, Feuchtigkeit testen und bei Trockenheit anfeuchten.
- Eine einfache Bodenprobe (pH-Test) zeigt, ob Kalk oder Dünger im Frühjahr nötig ist.
5. Rückschnitt planen und durchführen
Dezember eignet sich für den Rückschnitt vieler Gehölze im Ruhezustand: Totholz entfernen, kranke Äste wegschneiden und Platz für Licht schaffen.
- Obstbäume jetzt auslichten — aber nicht bei extreme Kälte arbeiten.
- Ramblende Rosen leicht auslichten, schwerere Schnittarbeiten auf Februar/März verschieben, wenn nötig.
6. Kübelpflanzen und Frostbeete sichern
Topfpflanzen können durch wärmenden Dämmstoff oder eng an die Hauswand gestellt werden. Empfindliche Kübel überwintern möglichst frostfrei im Keller oder Wintergarten.

- Wasserbedarf reduzieren, aber nicht vollständig einstellen — kontrollieren Sie die Erde.
- Drainage überprüfen, damit Wurzeln nicht in stehender Nässe erfrieren.
7. Vorrat, Pflanzenschutz & Winterplanung
Jetzt ist die Zeit, Vorräte zu prüfen: Saatgut, Pflanzenschutzmittel (z. B. Neudorff-Produkte für ökologische Optionen) und Material für Hochbeete. Planen Sie Fruchtfolge und Aussaattermine — das spart Nerven im März.
- Liste anlegen: Was war erfolgreich? Was nicht? So vermeiden Sie Wiederholungsfehler.
- Bester Tipp: Ein kleines Notizbuch im Schuppen mit Beobachtungen und Daten führen.
Praktische Beispiele aus der Nachbarschaft
In meinem Viertel hat eine Nachbarin letzte Saison mit Jute-Stammschutz gegen Kaninchen erfolgreich gearbeitet; ein anderer hat durch konsequentes Mulchen die Schneckenplage im Frühjahr deutlich reduziert. Solche einfachen Maßnahmen zahlen sich aus.
Zum Schluss — ein realistischer Plan
Sie müssen nicht alles an einem Wochenende erledigen. Verteilen Sie die sieben Punkte auf ein paar Sonntage im Dezember. Ein bis zwei Stunden pro Woche reichen oft, und der Garten bedankt sich im März mit kräftigerem Austrieb und weniger Krankheiten.
Welche Winteraufgabe gehört bei Ihnen zur Routine? Teilen Sie Ihren Tipp — oder speichern Sie die Checkliste für später. Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen.









