Kompost in der Wohnung: Die japanische Methode, die Platz spart

Viele denken bei Kompost an Garten, Haufen und Maden. Dabei gibt es eine japanische Methode, mit der Sie Essensreste auf engstem Raum geruchsfrei verwerten können — ideal für Balkon, Kiezwohnung oder Schrebergarten-Potenzial. Ich habe das selbst getestet: Kein Gestank, wenig Aufwand, und am Ende ein überraschend guter Dünger für Pflanzen.

Was ist Bokashi?

Bokashi ist ein fermentativer Kompostierungsprozess aus Japan. Statt aerob zu verrotten, werden Küchenabfälle anaerob und mit effektiven Mikroorganismen (EM) fermentiert. Ergebnis: kein Gestank wie bei faulendem Abfall, sondern saure, vorverrottete Masse und eine nährstoffreiche Flüssigkeit — der berühmte „Bokashi-Saft“.

Warum sich Bokashi für die Wohnung eignet

  • Platzsparend: ein kleiner Eimer reicht.
  • Geruchsarm: luftdicht verschlossen bleibt alles neutral.
  • Schnell: Inhalte sind nach 2–4 Wochen fermentiert.
  • Vielseitig: funktioniert mit Fleisch, Milchprodukten und Fisch, die im normalen Kompost problematisch sind.

So starten Sie: Schritt-für-Schritt

Sie brauchen nicht viel. Ein typisches Starter-Set enthält einen dichten Eimer mit Zapfhahn, Bokashi-Brand (mit EM) und ein Sieb. Alternativ kaufen Sie EM-Fluid und mischen eigenes Kleie- oder Sägemehl.

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  1. Schichten: Küchenreste klein schneiden, locker in den Eimer geben.
  2. Streuen: Jede Schicht mit Bokashi-Brand bestreuen (1–2 Esslöffel).
  3. Stampfen: Luft rausdrücken, Deckel schliessen.
  4. Saft ablassen: Alle paar Tage den Zapfhahn öffnen und Flüssigkeit auffangen.
  5. Weiterverarbeitung: Nach 2–4 Wochen ist das Material fermentiert — ab damit in Erde oder Kompostgrube.

Was rein darf — und was nicht

Bokashi schluckt fast alles: Obst, Gemüse, Brot, Fleisch, Milchprodukte, kleine Knochen. Nicht geeignet sind große Holzstücke, Asche oder sehr große Mengen Fett. Der Trick: schneiden, nicht stopfen.

Praktische Tipps aus der Kiez-Praxis

  • Stellen Sie den Eimer auf ein Tablett — ein Tropfen Bokashi-Saft kann sehr konzentriert sein.
  • Den Saft 1:100 mit Wasser verdünnen und als Flüssigdünger verwenden; düngt stark und riecht intensiv.
  • Wer keinen Garten hat: den fertigen Bokashi in Blumenerde einmischen oder in Töpfe als Bodenverbesserer geben.
  • Für Balkonpflanzen: nach dem Einarbeiten noch zwei Wochen warten, damit die Fermentation ausläuft.

Häufige Probleme und Lösungen

Geruch: Wenn es säuerlich riecht, ist das normal. Moderiger Ammoniak- oder fauler Geruch deutet auf Luftkontakt oder zu viel Flüssigkeit hin — Eimer öffnen, kurz lüften, mehr Brand streuen.

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Maden: Kommen selten vor. Meistens weil der Eimer nicht richtig verschlossen war. Alles ausräumen, in Sonne trocknen und neu starten.

Wo kaufen und regionaler Tipp

Sets und Brand finden Sie in Gartenmärkten wie OBI, Bauhaus, oder online bei Amazon und spezialisierten Händlern in Deutschland. In Berlin-Kreuzberg kenne ich mehrere Kiezladen, die Bokashi-Workshops anbieten — ideal, um es einmal in der Praxis zu sehen.

Fazit

Bokashi ist keine mystische Lösung, sondern ein pragmatischer Weg, organische Reste in der Wohnung sinnvoll zu nutzen. Es spart Platz, reduziert Abfall und liefert wertvolle Nährstoffe für Ihre Pflanzen. Wer in der Stadt lebt, gewinnt dadurch Unabhängigkeit vom Müllkalender — und ein gutes Gefühl, etwas Nachhaltiges zu tun.

Haben Sie Bokashi schon ausprobiert? Teilen Sie Ihre Erfahrungen oder stellen Sie Fragen — ich antworte gerne und gebe Tipps aus meinen Fehlstarts und Erfolgen.

Arielle Zartiga
Arielle Zartiga

Ich bin Arielle Zartiga, eine Texterin, die Ideen in klare und Verkaufstexte verwandelt. Ich arbeite mit Websites, Mailings und Werbung: Ich helfe Marken dabei, eine Stimme aufzubauen, Aufmerksamkeit zu erregen und Conversions zu erhöhen.

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